Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Auflösung der Kollektivverträge? Schwere Angriffe auf die Metaller/innen!

Posted by rkjv - Mai 27, 2012

Im Folgenden dokumentieren wir einen Artikle des Komitees kämpferischer ArbeiterInnen (KkA), welcher auf der Homepage sowie in der Betriebsinfo „Roter Antrieb“ erschienen ist. Näheres zum KkA und den „Roten Antrieb“ als Download auf: http://kampfkomitees.tk/

Ende April wurde von zwei Unternehmer-Fachverbänden der Metallindustrie die bisherige „Vertragsgemeinschaft“ bei Kollektivverträgen aufgekündigt. Konkret bedeutet das nichts Anderes, als dass diese Fachverbände die bisherigen Bedingungen zu KV-Verhandlungen nicht mehr weiter akzeptieren und nun neue eigene Regeln aufstellen wollen. Gehen ihnen ihre Pläne durch, würde die ohnehin schwache Position der Arbeiterinnen und Arbeiter noch weiter geschwächt.

Die Fachverbände (FV) sind Interessenszusammenschlüsse der Kapitalisten; sie sind je nach Produktion zusammengefasst, weshalb mehrere FV in einer Branche existieren. Die Fachverbände die nun die bisherigen KV-Regelungen aufkündigten, sind der „FV Maschinen- und Metallwarenindustrie“, in dem sich z.B. Sektoren der Vöst Linz oder auch die Bombardier-Werke Wien befinden. Weiterer FV ist der der Gießereien (auch hier ist eine Produktionssparte der Vöst Mitglied). Nachdem Vorstoß dieser beiden innerhalb der Metallindustrie sehr gewichtigen Fachverbände, ist es wahrscheinlich, dass noch vor den kommenden KV-Verhandlungen im Herbst 2012 weitere Fachverbände nachziehen, unter anderem jener der Fahrzeugindustrie, in dem beispielsweise die Chefs von GM/Opel-Aspern oder MAN-Truck&Bus organisiert sind. Konkret wollen die zwei Fachverbände die den ersten Schritt bei den Angriffen auf die MetallarbeiterInnen machten, in Zukunft nicht mehr wie bisher mit den Gewerkschaften ProGe und GPA-djp als geschlossenem Vertragspartner verhandeln, sondern mit jeder Gewerkschaft einzeln. Das schwächt deren Position massiv, da sie schwerer gemeinsame Anliegen durchzusetzen können.

Viele KollegInnen waren schon mit den letzten KV-Abschlüssen sehr unzufrieden, denn es ist für die meisten von uns klar, dass mit einem entschlossen organisierten und konsequent geführten Kampf weitaus mehr herauszuholen gewesen wäre als das, was dann Endresultat war. Der jüngste Angriff der Kapitalisten würde aber sogar solche Ergebnisse in Frage stellen! Wie konnte es dazu kommen, dass die Unternehmer diesen Vorstoß wagen konnten?

Erstens sind weder ÖGB noch seine Teilgewerkschaften Kampforganisationen der ArbeiterInnen (auch wenn sie es immer wieder behaupten), sondern Service-Clubs die eine gewisse Vertretungsarbeit erledigen. Die Kampfmaßnahmen in den letzten KV-Runden wurden von Gewerkschaftsführung und –bürokratie als taktische Manöver geplant und unser Kampf wie ein Lichtschalter ein- bzw. ausgemacht. Wir wurden als plumpe Manövriermasse missbraucht! Dass sie die volle Kontrolle über unseren Kampf hatten, führte dazu, dass sie hinter Polstertüren Verhandlungen mit den Unternehmern führen konnten von denen wir ausgeschlossen waren, danach wurden wir einfach nach Hause geschickt. Ihre Kontrolle über unseren Kampf erschwerte die Gründung von selbstorganisierten Gruppen durch KollegInnen auf Basis unserer eigenen Arbeiterinteressen. Hätten wir es politisch und organisatorisch verstanden uns von der tödlichen Umklammerung unserer angeblichen „Vertreter“ zu lösen, so wären wir in der Lage gewesen unsere eigenen Organisationsformen zu schaffen und uns dauerhaft für unsere eigenen Interessen zusammenzutun. Dann hätten es die Kapitalisten jetzt und bei den kommenden KV-Verhandlungen mit den Angriffen auf uns nicht so leicht.

Zweitens liegt das Problem noch weitaus tiefer, nämlich im grundsätzlichen Aufbau des ÖGB selbst. Der ÖGB wurde nämlich gegen den Widerstand von klassenbewussten und kämpferischen KollegInnen Ende der 40er Jahre hauptsächlich nach Prinzipien der Berufsorganisation und der Zugehörigkeit nach Dienstgeber gegründet. Das ist der Grund, warum auch heute noch in einem Betrieb mit einer Belegschaft oft mehrere Gewerkschaften zuständig sind – für verschiedene Berufsgruppen und ggf. Dienstgeber (z.B. wegen formaler Auslagerung). Gegen solche Konzepte steht nach wie vor das Industriegruppenprinzip. Dieses geht vom Grundsatz „Ein Betrieb – eine Gewerkschaft“ und deren Zusammenfassung in Industriegruppen aus. Damit werden alle ArbeiterInnen und kleinen Angestellten eines Betriebs zu einer gemeinsamen Kraft zusammengefasst und sind mit ihren KollegInnen aus anderen Werken in der Industriegruppe vereint. Dieses Konzept verunmöglicht es den Kapitalisten organisatorisch zu spalten. Politisch setzt es voraus, dass wir uns nicht nach Formalitäten einteilen lassen, sondern als ArbeiterInnen bewusst gemeinsam, als Klasse handeln. Alles andere ist Spalterei, schwächt uns und ist deshalb zurückzuweisen!

Die Angriffe der Kapitalisten auf uns MetallarbeiterInnen, sind ein Schritt in einer ganzen Angriffsserie, mit der die herrschende Klasse vor allem den ArbeiterInnen die Lasten der Krise aufladen will. So schwach und aufgeweicht wie viele Kollektivverträge schon sind, brauchen wir sie nicht in den Himmel zu loben, doch sie regeln zumindest minimale Grundlagen, die wir uns auf keinen Fall nehmen lassen dürfen! Hier darf es kein Zurück geben, sondern muss mehr, muss selbstständig ein Ausbau unserer Rechte und Sicherheiten erkämpft werden. Eine Attacke nach der anderen prasselt auf uns nieder, aber wir sollen stillhalten, denn die Gewerkschaftsbürokratie möchte weiterhin an der Sozialpartnerschaft festhalten. Wir brauchen aber keine Sozialpartner, denn Sozialpartnerschaft heißt Packelei mit den Chefs. Wir brauchen auch keine „Vertreter“ die uns mit ihrer Politik immer nur spalten! Wir brauchen das Vertrauen auf die eigene Kraft, eine selbstständige Organisation mit klarer Linie, regelmäßige Treffen und eigene Medien mit denen wir unsere Forderungen und unsere Sache bekannter machen. Wir müssen umgehend damit beginnen uns zu organisieren und uns auf derzeitige und kommende Konflikte vorbereiten, denn wenn die Unternehmer heute schon so weit gehen, die Gewerkschaft währenddessen aber nur beschwichtigt und Ende Mai mal eine BR-Konferenz einberufen will, kann sich jede und jeder von uns denken, was in den nächsten Jahren alles daherkommen wird. Es ist ein dringendes Gebot der Stunde, dass wir uns zusammentun, unsere Erfahrungen austauschen und gemeinsam handeln. Es darum, dass wir endlich unsere Hintern hochbekommen und aktiv was machen, auch wenn es zu Beginn nur kleine Schritte sind! Nur wir selbst können unsere Forderungen erkämpfen, nur wir selbst können das umsetzen. Bauen wir in den Betrieben starke Betriebsgruppen auf, lassen wir uns nicht spalten und handeln wir als ArbeiterInnenklasse gegen die Kapitalistenklasse! Schlagen wir ihre Angriffe zurück!

Hände weg vom Kollektivvertrag!

Kein Zugeständnis an die Angriffe der Fachverbände!

Keine Illusionen in den ÖGB – Nieder mit der Sozialpartnerschaft!

Ein Betrieb – eine Gewerkschaft; Klasse gegen Klasse!

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