Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Interview: das Komitee kämpferischer ArbeiterInnen (KkA)

Posted by rkjv - März 29, 2012

Nachstehend findet ihr ein Interview mit einem Genossen des Komitee kämpferischer ArbeiterInnen (KkA). Wir veröffentlichten das Interview erstmals im Roten Morgen Nr. 35, welcher nun im Menü unter Publikationen – Zeitungen zum Download bereit steht.

Vor kurzem trafen wir uns mit GenossInnen des KkA (Komitee kämpferischer ArbeiterInnen), um mehr über diese Initiative zu erfahren. Wir unterstützen die Arbeit des KkA, da Die Artikel und Flugblätter (siehe Homepage) genauer anzusehen. …..

Hallo…, du bist einer der Mitgründer des KkA. Sag, warum habt ihr dieses Komitee gegründet, gab es da einen konkreten Auslöser?

Da gibt’s zwei Sachen: Einerseits die Schließung der Austria Tabak in Hainburg, die ja schon länger am Laufen war. Es wurden schon Ende Sommer/Anfang Herbst Maschinen abtransportiert und die ArbeiterInnen vor vollendete Tatsachen gestellt.

Andererseits waren die KV Verhandlungen im Herbst bei den Metallern ausschlaggebend, weil die uns klar aufzeigten, dass es grundsätzlich unter den KollegInnen schon so ist, dass sie bereit sind zu kämpfen. Aber es ist irgendwie ein Problem, dass gerade die KollegInnen ein unglaubliches Maß an Desorientierung und Desorganisation haben, weshalb die Gewerkschaftsbürokratie nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich sehr stark Fuß fassen kann und das Vertrauen der KollegInnen in sehr wichtigen Situationen an sich bindet. Wenn die Gewerkschaftsführung und -bürokratie diese Vertrauen dann enttäuscht, also in Wirklichkeit die Bereitschaft zu kämpfen durch ihre Politik der Klassenzusammenarbeit mit Kapitalisten und deren Staat für sich selbst nutzt, sind viele ArbeiterInnen zurecht wütend – doch all zu oft passiert von den KollegInnen ausgehend zu wenig, um dauerhaft kämpferische Ansätze einer klassenorientierten gewerkschaftlichen und politischen Arbeit im Betrieb voranzubringen. Die Ansätze die es in den verschiedenen Betrieben und Branchen gibt aufzugreifen, zusammenzuführen und so gut es geht zu stärken, wirkliche Basisarbeit in den Betrieben zu leisten ist der eine Anlass, warum wir das KkA gegründet haben.

Zweitens reicht es nicht sich nur gewerkschaftlich zu betätigen. Weiters denken wir uns, dass es inhaltlich nicht ausreicht, sich nur auf Tagesforderungen in den Kämpfen zu konzentrieren – so wichtig diese auch sind – es muss auch darum gehen, den Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung der ArbeiterInnen, gegen das Lohnsystem zu führen. Auch um diesen Gedanken verstärkt in die Betriebe zu bringen, gründeten wir das KkA.

Was sind deine persönlichen Beweggründe? So eine Komitee bedeutet dich bestimmt viel Arbeit und kann nicht wie ein Hobby behandelt werden.

Der Kapitalismus ist jetzt nicht unbedingt das, wovon sich die ArbeiterInnen viel zu erwarten haben, das habe ich vorher auch schon irgendwie gewusst. Die verschiedenen Sparpakete der Regierung, die Preissteigerungen und angebliche Lohnerhöhungen die in Wirklichkeit Kürzungen sind, brachten mich zu einem Punkt, wo ich dachte, es muss was getan werden. Natürlich kann das viel Arbeit sein, die man sich mit so einer Komiteearbeit anfängt, doch erstens gibt jedeR soviel wie er oder sie geben kann und zweitens, muss man doch was tun, damit sich etwas bewegt und die Gänge kommt. Ansonsten könnten wir uns als ArbeiterInnen nur weiterhin für dumm verkaufen lassen und drauf zahlen. Damit möchte ich mich nicht abfinden.

Kannst du mal kurz erzählen was im KkA so passiert, was habt ihr schon gemacht, oder in nächster Zeit vor zu tun?

Wir hatten zunächst mal einige Treffen um das Komitee zu gründen, bzw. auf die Beine zu stellen. Von Anfang an und so halten wir das auch jetzt, treffen wir uns darüber hinaus auch zu Anlass bezogenen Stammtischen mit ArbeiterInnen aus Betrieben, wo das KkA Aktionen plant. Beispielsweise Flugblattaktionen, wo wir uns auch bemühen unsere Flugblätter und die jeweilige Ausrichtung gemeinsam mit ArbeiterInnen die nicht im KkA organisiert sind, die aber so einbezogen werden, zu entwickeln.

Zu dem was jetzt ansteht, gehört sicher vorrangig, dass die ersten gemachten Schritte, die ersten kleinen Erfolge gefestigt und weitere Grundlagen für eine längerfristige kontinuierliche Arbeit in den Betrieben geschaffen werden – z.B. der Aufbau von Betriebszeitungen.

Wie kann eine Intervention aussehen bzw. was kann in den Betrieben oder mit Interessierten KollegInnen gemacht werden?

Als erster Schritt, wenn man im Betrieb was machen will, sollen zunächst mal halbwegs regelmäßige Treffen mit den KollegInnen gemacht werden. Themen dieser Treffen können z.B. die unmittelbaren Problem im Betrieb sein, die sich den KollegInnen stellen. Dass man dazu erste gemeinsame Lösungsansätze erarbeitet und überlegt, was an konkreter Arbeit im Betrieb geleistet werden kann. Wie weit diese Treffen zu Beginn im Allgemeinen gehen, hängt dabei von der Entschlossenheit und der politischen Konsequenz derer ab mit denen man sie abhält – natürlich geht es aber immer darum so bald wie möglich die Gründung einer kämpferischen selbsorganisierten Betriebsgruppe zu erreichen.

Das Eingreifen in den Betrieb hängt dann immer davon ab, wie weit sich solche selbstständigen Ansätze der ArbeiterInnen in dem jeweiligen Betrieb sind, oder eben nicht. Das heißt das kann vom einfachen Flugblatt über Kundgebungen bis hin zu Blockaden und anderen klassenkämpferischen Aktionen gehen.

Seit ihr offen für neue Leute die mitmachen wollen, oder einfach mal interessiert sind?

Jederzeit. Das KkA ist eine Zusammenschluss kämpferischer Arbeiterinnen und Arbeiter, unabhängig von Alter oder Herkunft. Wir versuchen eine revolutionäre Perspektive für unsere Klasse in betrieblichen Auseinandersetzungen zu entwickeln. Jeder und jede der/die diesen Standpunkt teilt, und selbst aktiv werden will, ist willkommen und kann jederzeit z.B. über e-mail Kontakt zu uns aufnehmen.

Wenn ihr jederzeit offen seit, macht ihr dann auch etwas um euch und Interessierte oder SympathisantInnen zu schützen?

Wir wissen, dass es ein Problem darstellen kann, wenn z.B. die Geschäftsleitung versucht Ansätze kämpferischer Initiativen zu bespitzeln. Auch Leute von uns haben diese Erfahrung schon gemacht. Gerade in einer Phase wo im jeweiligen Betrieb noch keine festen Betriebsgruppen bestehen, ist das eine reale Gefahr, der wir uns bewusst sein müssen. Nicht zuletzt deshalb legen wir einen gewissen Wert darauf Kontakte strikt anonym zu behandeln. Und unsere Treffen so einzurichten, dass bestmögliche Sicherheit für uns und alle KollegInnen gegeben ist.

Auch bei Aktionen handhaben wir das so – z.B. bei Flugblattaktionen wird vor dem jeweiligen Betrieb immer nur von KollegInnen verteilt, die eben nicht in diesem Betrieb arbeiten.

Danke soweit für das Interview, möchtest du abschließend unseren LeserInnen noch etwas sagen?

Wer uns näher kennen lernen will, kann sich wie gesagt jederzeit bei uns melden oder sich auch einfach mal unsere Homepage ansehen. Generell möchte ich betonen, wie wichtig es ist, die Zersplitterung und Vereinzelung zu überwinden. Dieser erzwungene Individualismus führt dazu, dass Gewerkschaftsführung und -Bürokraten mit unseren Interessen spielen können und wir ArbeiterInnen immer wieder übertölpelt werden. Jeder von uns kann in seinem Betrieb erste Ansätze schaffen, indem er sich mal bei KollegInnen umhörtt und jede Möglichkeit des Gesprächs sucht, z.B. Pausen, Wegzeiten… ergreift. Es ist klar, dass sich oft die Situation ergibt, das bei Null angefangen werden muss, doch das darf uns nicht hindern oder zur Verzweiflung bringen. Fest steht, die ArbeiterInnen, insbesondere die besonders die untersten Schichten der ArbeiterInnenklasse, sowie die werktätigen MigrantInnen, Frauen und Jugendlichen müssen sich zusammenschließen und gemeinsam kämpfen – damit muss heute begonnen werden!

Link zum Komitee kämpferischer ArbeiterInnen

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