Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Die „strategische Neuausrichtung“ der ÖBB: Auslagerung – Werksschließung – Kündigungen!

Posted by rkjv - Februar 7, 2012

Die TS Werke in St. Pölten werden zugedreht, die Lehrwerkstätte bleibt vorerst – doch mit welcher Perspektive?

Die TS Werke (Technische Services) der ÖBB in St. Pölten sollen abgebaut werden. Rund 400 Arbeitsplätze werden gestrichen! Laut ÖBB Management sollen 210 ArbeiterInnen nach Simmering, 70 nach Linz und rund 100 ArbeiterInnen werden aufgrund „der üblichen Fluktuation bis 2017 voraussichtlich aus dem Unternehmen 

ausscheiden“(so das Management) – 100 ArbeiterInnen sind also entweder LeiharbeiterInnen, die ohne Kündigung ihren Arbeitsplatz verlieren, andere gehen in Pension, andere werden hinausgemobbt oder gedrängt den Beruf doch zu wechseln… wie auch immer, 100 ArbeiterInnen sollen es sein, die bis 2017 „aus dem Unternehmen ausscheiden“. Die ersten ArbeiterInnen, die es trifft sind 50 LeiharbeiterInnen, sie sollen im Frühjahr 2012 ihren Job verlieren, quasi ohne gekündigt zu werden – denn jene brauchen einfach nicht mehr angefordert werden. Alle anderen müssen eben pendeln. (vgl. dazu Quelle: Link)

Zuerst hieß es, das Werk werden überhaupt ganz geschlossen, da sich aber Zorn und Widerstand bei der Belegschaft zeigte – heißt es nun, das Werk bleibt, aber mit neuer Ausrichtung, kleinerer Fläche und in etwa einem Viertel der bisherigen ArbeiterInnen. Die Lehrwerkstätte der ÖBB soll vorerst, so heißt es, auch bleiben. Das ist natürlich bei weitem kein Erfolg! Nicht nur, dass viele ArbeiterInnen ihren Job verlieren, der größte Teil der Belegschaft verliert seine bisherige Arbeit, also auch die bisherige Tätigkeit, muss nun nach Linz oder Wien pendeln (!) und ist von nun an eine mobile Ware Arbeitskraft, die mal hier mal dort eingesetzt werden kann.

Wenn die Lehrwerkstätte jetzt auch bleibt, was erwartet uns denn, wenn wir mit der Lehre fertig sind? Die „strategische Neuausrichtung“ des ÖBB Management ist nicht unbedingt so neu, es sind weitere Rationalisierungen, Arbeitsintensivierung, Schaffung und Ausbau unsicherer Arbeitsplätze, „Flexibilisierung“ der ArbeiterInnen und ein Auslagern der Werke nach Osteuropa. Da die ArbeiterInnen und Volksmassen Osteuropas und des Balkans zu großen Teilen vom österreichischen Imperialismus unterdrückt und ausgebeutet werden, herrschen dort für die Kapitalisten „bessere“ Bedingungen um aus den ArbeiterInnen noch mehr Profit herausholen zu können. Wegen der dort herrschenden Bedingungen, die bewusst so geschaffen und gehalten werden, ist die Ware Arbeitskraft in osteuropäischen Ländern billiger wiederherzustellen (mit Nahrung, Medizin, Wohnung, Bildung…) und kostet dem Kapitalisten daher weniger Lohn. Es ist somit in Osteuropa/Balkan der österreichische Imperialismus, welcher „günstige“ Bedingungen schafft und die kapitalistische Produktion, mit dem ständigen Streben nach mehr Profit, welches solche Auslagerungen vorantreibt. Genauso wie es auch durch die Kapitalistenklasse vorangetrieben wird, uns ArbeiterInnen in immer schlechtere Arbeitsbedingungen zu drängen um die Ausbeutung zu steigern und mehr Profit aus unserer Arbeitskraft zu holen. Unser Lohn soll dabei allenfalls gleich bleiben – alles andere wird teurer, die Arbeitssicherheit wird weniger, wir müssen „flexibel und mobil“ sein, die Pausen werden weniger und selbst unsere KollegInnen werden weniger.

Was ist also unsere Perspektive, wenn wir eine Verschlechterung, einen Schlag der Kapitalisten nach dem anderen hinnehmen? Es sind keine Schläge gegen einzelne KollegInnen oder manche „unrentablen“ Werke – es ist ein permanenter Angriff auf uns als ArbeiterInnenklasse! Die Lehrwerkstätte in St. Pölten bleibt erstmal, das ist gut so, doch als Lehrlinge sind wir auch Teil der ArbeiterInnenklasse, unsere Arbeitskraft wird unter jedem Lohn (für eine „Entschädigung“) verkauft, unsere Lage verschlechtert sich auch laufend – und jetzt, wo das TS Werk zugedreht werden soll, bedeutet das ebenso, vor allem auf Perspektive, einen Schlag gegen uns – wir sind Teil der ArbeiterInnenklasse, wir haben nichts außer unserer Arbeitskraft und sind sozusagen „frei“ diese zu verkaufen.

Junge ArbeiterInnen, ebenso wenig wie diese „Neuausrichtung“ im Interesse unserer KollegInnen und der ArbeiterInnenklasse und unterdrückten Volksmassen in Osteuropa ist, ist es in unserem Interesse! Lasst euch nicht einschüchtern durch die Disziplinierungsmaßnahmen der Kapitalisten – Kämpfen wir gemeinsam gegen eine Schließung und einen Abbau der Arbeitsplätze! Wenn wir gar nicht erst zu kämpfen beginnen, haben wir bereits verloren!

Was sollen faule Kompromisse wie 404 von 572 müssen gehen?! Vor allem ist absehbar, dass früher oder später das gesamte Werk geschlossen wird – dann jedoch nur mehr gegen den Widerstand von 170 ArbeiterInnen. Es geht jetzt darum, unseren Kampf selbst in die Hand zu nehmen. Redet mit den KollegInnen im Betrieb, in der Lehrwerkstätte und im Wohnviertel über die Situation. Überlegen wir, wie wir den Protest ausbreiten können, wie können wir Druck ausüben können – und wie können wir den Abtransport und die Schließung des Standortes verhindern? Als ArbeiterInnen stehen wir permanent im Klassenkampf, doch ist unsere Seite der Barrikade sehr schwach für ihre eigenen Interessen organisiert. Wir sitzen nicht mit den Kapitalisten in einem Boot, sondern mit den ArbeiterInnen und unterdrückten Volksmassen weltweit. Beginnen wir uns selbst zu organisieren, um den Angriffen der Kapitalisten nicht bloß einen starken Abwehrkampf entgegen halten zu können, sondern vor allem, um für eine Perspektive in unserem Interesse zu kämpfen- eine Perspektive ohne Ausbeutung und Unterdrückung, gegen den Kapitalismus!

Kämpft mit uns gemeinsam, stärken wir unsere Seite im Klassenkampf – kommt zum RKJV – wir kämpfen für den Kommunismus!

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