Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Es reicht! Den Kampf in die eigenen Hände nehmen: Gegen die Ausbeutung der ArbeiterInnen im Sozialbereich! Für selbstständige Organisierung und eine kämpferische Politik!

Posted by rkjv - Februar 2, 2012

Dokumentation eines Flugblatts des Komitees kämpferischer ArbeiterInnen (KkA) zur Demonstration anlässlich der KV-Verhandlungen im Gesundheits- und Sozialbereich am 1. Februar (Ein Bericht zur Demonstration in Wien, findet sich auf deren Hompage).

  • Die Einkommen im Gesundheits- und Sozialbereich liegen fast 20% unter dem Durchschnittseinkommen.
  • Bei beinahe 20% der 90.000 ArbeiterInnen im BAGS-Kollektivvertrag werden die KV-Bestimmungen nicht einmal eingehalten.
  • Die Folgen der Einsparungen von Seiten der Regierung:

1. Weniger bis keine Nachbesetzung des Personals

2. Arbeitsverdichtung durch immer mehr Klienten, Kunden, Patienten

3. Keine Auszahlung von Mehr- und Überstunden

4. Einsparungen bei Sachkosten.

Es ist jedes Jahr das gleiche eine Hand voll Vertreter des Kapitals bestimmen wie viel wir, die 150.000 Beschäftigten im Gesundheitsbereich, zum Leben bekommen, und wie unser Arbeitsalltag aussieht. Was können wir tun damit endlich wir, die ArbeiterInnen den Ton angeben?

Die Gewerkschaftsführung tut seit Monaten so als würde sie bei der heurigen Verhandlungsrunde die Missstände im Sozial- und Gesundheitswesen endlich mal wirklich anpacken. Was haben wir uns von diesen vielversprechenden Plänen der Gewerkschaftsführung zu erwarten?

Diese „Ansage“ der ÖGB-Führung hat den Zweck, die Einsicht in die Notwendigkeit kämpferischer Aktionen zu vernebeln – gerade unter den KollegInnen in Betrieb und Gewerkschaft, die wirklich aufrichtig etwas für die ArbeiterInnen tun wollen. Sie sollen mit solchen Tönen ruhig gehalten werden, sie sollen die Illusion haben, dass man sich eh darauf verlassen kann, dass „die Gewerkschaft was tut“. Gerade sie sollen damit davon abgehalten werden, selbstständig tätig zu werden. Die Verhandlungen ziehen sich immerhin schon länger hinaus (was nicht unbedingt neu ist in diesem Bereich). Nach der Forderungsübergabe am 21. November, fand am 7. Dezember die erste Verhandlungsrunde im BAGS-KV mit VIDA und GPA-djp statt. Erste Stellungnahme der Verhandlungsführer der Gewerkschaften: „Die Verhandlungsrunde verlief durchaus konstruktiv, aber die Arbeitgeberseite liegt mit ihrem Angebot noch weit unter unseren Forderungen“ Die Verhandlungen wurden am 7. Dezember wieder vertagt, auf den 12. Jänner 2012 – und erneut auf Wunsch der Arbeitgeber unterbrochen. Das Angebot liegt jetzt zwischen 2,95% und 3,05% Lohnerhöhung, was weit unter der Inflationsrate liegt (die nach offiziellen Zahlen 3,2% beträgt, und in Wirklichkeit mindestens Doppelt so hoch ist, rechnet man Nahrungsmittel und Treibstoffe auch noch dazu) und somit, und unterm Strich, eine Lohnkürzung bedeutet! Die nächste Runde ist am 20. Februar, das heißt, dass bei der Umsetzung der Verhandlungsergebnisse schon mindestens ein weiteres Monat verstrichen ist – es liegt an uns, ob wir dieses Monat nutzen um uns für weitere Auseinandersetzungen vorzubereiten und kämpferisch organisieren.

In den Tagen zwischen 23. und 25.1 haben nun in mehr als 150 Betrieben 260 Betriebsversammlungen stattgefunden um für die Demonstrationen am 1.2. in Linz in Klagenfurt, Graz und Wien aufzurufen. Doch es wird nicht reichen einmal im Jahr Demonstrieren zu gehen, wir müssen auch zu anderen, kämpferischeren Protestmitteln greifen, wie zum Beispiel Streik! Es sieht nämlich für die Beschäftigten im BAGS-KV aber auch für die die außerhalb von diesem Stehen (Caritas, Diakonie,…) alles andere als rosig aus, und die „Arbeitgeber“ nutzen es voll aus, dass wir völlig unorganisiert dastehen.

Durch die Sozialpartnerschaft werden längst ausständige Lohnerhöhungen eingetauscht gegen schon erkämpfte Absicherungen und Rechte. Wie können Unternehmer, Bonzen und sämtliche Vertreter des Kapitals unsere Sozialpartner sein? Sie machen Millionengewinne und ihre Handlanger bekommen saftige Lohnerhöhungen, während sich einige von uns Tag für Tag überlegen müssen, ob sie jetzt die Wohnung heizen oder doch lieber Einkaufen gehen, da das Einkommen weitaus zu knapp ist. Weil die Gewerkschaftsbürokratie das Kapital jedoch als Partner anerkennt und unsere Interessen an diese Leute verkauft, haben wir seit einigen Jahren keine Reallohnerhöhung mehr bekommen, obwohl stätig die Preise der wichtigsten Nahrungsmittel und Lebenserhaltungskosten höher werden. Gewerkschaftsbürokratie und Führung helfen den Kapitalisten in Wirklichkeit dabei, sich wie nie zuvor Profite aus unserer Arbeit, aus der Aneignung der Werte die unsere Arbeitskraft schafft, anzueignen.

Zur Durchsetzung der Kapitalinteressen versuchen sie uns zu spalten in In- und Ausländer, Männer und Frauen, in Gewerkschaftsmitglieder und Nicht-Mitglieder,… sie schüren die Konkurrenz unter uns KollegInnen, damit die Klassensolidarität schwindet. Genau das ist ihre bewährte Taktik, denn sie fürchten sich vor unserer Stärke, die wir gewinnen sobald wir uns organisieren. So wird Spaltung, Hetze und Vereinzelung der ArbeiterInnen weiter vorangetrieben, das Resultat sind „Bourn-Outs“ und überwiegend psychische Belastung. Als ob dieser Arbeitsdruck nicht schon genug wäre, stehen wir durch die Spaltung politisch auch noch zusätzlich geschwächt da.

Solange wir nicht Schluss machen mit den Illusionen in die Gewerkschaftsführung und wir uns weiterhin von ihnen in unseren Kämpfen vertreten lassen, wird in unseren Belangen nichts weitergehen. Wenn etwas weitergehen soll, müssen wir kämpfen, doch dabei ist jedeR Einzelne gefordert, denn kämpfen bedeutet auch selbst aktiv zu sein! Durch den systematischen Verrat an den ArbeiterInnen macht sich gefährliche Resignation unter den Volksmassen breit, welche schwer wieder aufzubrechen ist. Ein Beispiel: Der Warnstreik von Exit Sozial und ProMente vor 2 Jahren: Wir haben gesehen wie wichtig es wäre, sich nicht auf die Gewerkschaftsführung zu verlassen, eigene Forderungen im Interesse der Beschäftigten aufzustellen, und wenn nötig auch unabhängig von der Zustimmung des ÖGBs Kämpfe zu organisieren – hätten wir das damals gemacht, hätten wir wirklich einiges durchsetzen können! Auch die kommenden KV-Verhandlungen werden kein Erfolg für uns sein, da die Bürokratie eine unternehmerfreundliche Verhandlungstaktik, und nicht die Rolle einer kämpferischen Gewerkschaft für die ArbeiterInnenklasse einnimmt, womit sie auf Seiten des Kapitals steht. Wir wissen, solange sich unsere, die durch unsere Arbeit geschaffenen, Werte einige Wenige privat aneignen, sprich: Ausbeutung herrscht, gibt es keinen „gerechten“ Lohn, womit wir all unsere Bedürfnisse decken könnten. Die Gewerkschaftsführung feiert sich währenddessen aber sogar noch damit, dass uns die Kapitalisten nicht noch tiefere Niederlagen beibringen, während gleichzeitig Milliarden für die Unternehmer aufgewendet werden und auf unsere Rücken die Krisenlasten abgewälzt werden!

Die Herrschenden leben von der Ausbeutung unserer Arbeit, deshalb ist es völlig gerechtfertigt wenn wir endlich den Kampf für unsere Rechte aufnehmen. Was haben wir ArbeiterInnen im Sozialbereich schon zu verlieren? Wenn wir vereint kämpfen, können sie uns nichts tun! Fangen wir damit an, in den Betrieben die Konkurrenz unter uns soweit es geht zurückzudrängen. Das schaffen wir indem wir den KollegInnen unsere gemeinsamen Interessen bewusst machen und ihnen klar machen, dass wir, wenn wir einen auf Einzelkämpfer machen, nur noch weiter auseinandergetrieben werden. Wir müssen uns zusammenschließen – ob wir nun in der Gewerkschaft sind oder nicht – wichtig ist, dass wir uns dazu entschließen für uns und unsere Klasse zu kämpfen! Wir dürfen gleichzeitig aber nicht aufgeben, unseren Kolleginnen den arbeiterfeindlichen Charakter der Gewerkschaftsführung und -bürokratie aufzuzeigen, ebenso wie wir der rechten Gewerkschaftsfeindlichkeit keinen Platz lassen dürfen – Nur so können wir das Bewusstsein über die Notwendigkeit einer eigenständigen Kampforganisation der ArbeiterInnen schaffen. Dafür müssen wir uns branchenübergreifend vernetzen und jedeR von uns in ihrem/seinem Betrieb das bestmögliche zur selbstständigen Organisierung kämpferischer Arbeitergruppen in den Betrieben beitragen. Dabei kann die Unterstützung durch fortschrittliche Betriebsräte eine große Rolle spielen, vor allem aber, dass man sich mit den schon bestehenden Gruppen des Komitees kämpferischer ArbeiterInnen (KkA) in Verbindung setzt und gemeinsam erste Ansätze zu einer Verbindung und Entwicklung der Kämpfe schafft. Nur organisiert können wir der immer schärferen Ausbeutung und Unterdrückung des kapitalistischen Systems entgegentreten, und stehen nicht länger unorganisiert und hilflos den Angriffen des Kapitals gegenüber. Es gilt jetzt sofort eigenständig Forderungen zu erheben und nicht nur die der Gewerkschaft zu übernehmen! Es gilt, sich jetzt sofort zusammenzuschließen und erste Schritte zum Kampf zu setzen!

  • Klassenkämpferische Forderungen können sein:
  • Volles, umfassendes, gesetzlich verankertes Streikrecht in Österreich!
  • 100 € mehr im Monat ab der 5. Gehaltsstufe im BAGS!
  • 1500€ gesetzlicher Mindestlohn!
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld in den KV! Keine Besteuerung des 13. Und 14!
  • Steuerfreiheit bis 25.000€ im Jahr!
  • Weg mit der Sozialpartnerschaft!
  • Niedermit dem Lohnsystem!
  • Für einen gemeinsamen KV im Gesundheits-und Sozialbereich!

Voran im Aufbau kämpferischer klassenbewusster Komitees im Betreib und Wohnviertel! Reiht euch ein in den klassenkämpferischen Block auf der Demo am 1. Februar 2012!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: