Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Hetze, Stress und Mobbing bei der Post!

Posted by rkjv - Januar 3, 2012

Bis vor wenigen Jahren galt die österreichische Post noch als eines der „marodesten Unternehmen des Landes“. Der Umsatz war am Boden, ein heraus kommen aus den „roten Zahlen“ war nicht in Sicht. Alles in allem sollte für jede/n klar gemacht werden: „die Post muss privatisiert werden“! Aber halt, komplett privatisiert wurde sie ja gar nicht, denn der österreichische Staat hält immer noch 50% an der Post-AG, was eigentlich bedeutet, dass eben dieser Staat immer noch tonangebend ist. Kurz gesagt über diese Privatisierung holte man sich Investoren herein, die flux frisches Kapital mit bringen und der Post wieder auf die Beine helfen und als Gegenleistung beteiligt man diese Investoren am Profit. Nun kann man seit geraumer Zeit beobachten, dass es der Post, aus Sicht der Kapitalisten immer besser geht und die Umsätze steigen, allein bis September 2009 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 4% auf 1,71 Mrd. € und der Nettogewinn um 16% auf 78,9 Mio. € !!!

Aber wie haben die Post-Kapitalisten das geschafft? Die Antwort auf diese Frage ist nicht schwer zu finden: Stellenabbau, Arbeitshetze, Mobbing, erhöhter Stress, …. Allein in diesem Jahr hat die PostAG 747 Arbeitsplätze abgebaut und in den kommenden Jahren sollen wieder pro Jahr um die 800 Stellen weg „rationalisiert“ werden. Der Stresslevel der ArbeiterInnen bei der Post steigt ins unermessliche, wer kennt denn nicht die abgehetzten Gesichter und verschwitzten Arbeitsuniformen, so mancher PostlerInnen. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn die Zahl der Krankenstände massiv zunimmt weil die ArbeiterInnen den Druck einfach nicht mehr aushalten. Ist einE ArbeiterIn aber zu oft oder zu lang im Krankenstand steigt die Angst (berechtigterweise) vor dem Verlust seines/ihres Arbeitsplatzes. Wiederum nutzen die Kapitalisten, egal ob bei der Post oder sonst wo diese Angst. Die Angst die sie selbst herbeiführen, wird eingesetzt um den Druck weiter zu erhöhen und der Teufelskreis dreht sich weiter. Besonders gern wird in den bürgerlichen Medien darüber gehetzt, dass sich viele PostlerInnen auf ihr Recht (das ihnen auf alle Fälle zu steht) berufen, artfremde Arbeiten nicht übernehmen zu müssen. (Schön blöd wären sie, wenn sie eine Tätigkeit ausführen würden die sie nicht gelernt haben und sich dann auch noch vom Vorgesetzten anmaulen lassen müssen, weil sie mal wieder zu langsam sind oder sonst was.) Die nächste Dreistigkeit die sich der Vorstand leistet, ist die erst kürzlich aufgekommene Mobbing-Affäre. Aber worum geht es dabei: … rund 8000 Mitarbeiter gehören dem zweiten Post-Dienstrecht an. Es handelt sich dabei um frühere Vertragsbedienstete, die bis zum Jahr 2009 zur Post kamen. Ein Post-Spezifikum dabei ist: Werden diese Mitarbeiter 50 Jahre alt und sind schon zehn Jahre im Unternehmen, werden sie de facto Beamten gleichgestellt. Sie können nicht mehr gekündigt werden. Laut Gewerkschaft erreichen einige hundert dieser Postler in den nächsten Jahren die 50-Jahre-Grenze. (online-standard26. Oktober 2011 18:02)

Die ArbeiterInnen bei der Post, die davon betroffen sind, berichten von Gesprächen mit ihren Vorgesetzten, die offenbar darauf abzielten, die KollegInnen aus dem Betrieb zu drängen. Viele von uns kennen so genannte „Mitarbeitergespräche“, in denen gezielt Druck ausgeübt wird. Entweder um ArbeiterInnen zur Kündigung zu bewegen oder um die „Leistungsbereitschaft“ zu erhöhen.

Egal ob bei der Post oder in irgendeinem anderen Betrieb, die Kapitalisten greifen immer wieder auf diese Mittel zurück. Sie schüren Hetze, Stress und Spaltung, vernichten Arbeitsplätze und zerstören Existenzen. Zu all dem sind sie einerseits durch die objektive Klassenlage in der sie sich befinden und um diese aufrecht zu erhalten, gezwungen. Andererseits wissen auch sie nur zu gut, was sie da eigentlich anrichten und handeln trotzdem immer wieder auf brutalste Weise gegen ArbeiterInnenklasse und Volksmassen. Sie wissen natürlich auch nur zu gut, dass sie die Macht in Händen halten und üben diese Macht auch tagtäglich aus. ArbeiterInnenklasse und Volksmassen sind der Bourgeoisie auf Gedeih und Verderb ausgeliefert solange sie sich nicht organisieren und beginnen in ihrem eigenen Klasseninteresse zu handeln.

Auf die Führung des ÖGB  können wir uns dabei nicht verlassen. Sie ist so eng mit dem Kapital verflochten, dass es gegen ihr eigenes Klasseninteresse wäre, wenn sie konsequent im Interesse der ArbeiterInnenklasse handeln würde. Die Führung des ÖGB und ihre Bürokratie sind der Stoßtrupp der Bourgeoisie in den Reihen der ArbeiterInnenklasse. Wobei es auch durchaus kämpferische Gewerkschafter an der Basis oder kämpferische Betriebsräte gibt. Nur was können die schon groß ausrichten wenn ihre Führung und der ganze Apparat kapitalistische Interessen vertreten? Deswegen müssen wir uns eigenständig im Betrieb mit den KollegInnen organisieren, wenn wir im Interesse unserer Klasse Verbesserungen erkämpfen wollen. Verständlicherweise ist aller Anfang schwer und wir haben auch schon oft genug gesehen, wie diverse Versuche gescheitert sind. Aber wir dürfen uns davon nicht abhalten lassen. Das Bilden von Betriebsgruppen ist der erste Schritt, in ihnen können wir uns koordinieren und eine systematische und kontinuierliche Arbeit entfalten. Jedoch sollte der Kampf nicht bei Verbesserungen und Reformen stehen bleiben. Wir müssen uns bewusst sein, dass jeder wirtschaftliche Kampf auch politisch ist. Somit sollte man diese Kämpfe auch politisch führen, mit einer klaren Perspektive. Innerhalb des kapitalistischen Systems in dem die Bourgeoisie die Macht in Händen hält, können Reformen nur punktuell etwas verbessern, aber die bestehende Ausbeuterordnung kann durch einen Reformkampf nicht beseitigt werden. Nur der endgültige Sturz der Bourgeoisie und die Zerschlagung des bürgerlichen Staates und der darauf Folgende Aufbau des Sozialismus bis hin zum Kommunismus können die ArbeiterInnenklasse vom Joch der Unterdrückung befreien. Jeder Sieg den die ArbeiterInnenklasse im gewerkschaftlichen Kampf erringt, verbessert die Ausgangslage für die Zerschlagung des Kapitalismus. In diesem Sinne: Schließt euch zusammen, kämpft gegen Stellenabbau, Arbeitshetze, Spaltung, Unterdrückung und Ausbeutung – für den Sozialismus.

Bildet Betriebsgruppen-Kämpfen wir in unserem Interesse!

Kampf der Arbeitsplatzvernichtung bei der Post!

Keine weiteren „Mitarbeitergespräche“- haltet zusammen und lasst nicht mit euch „reden“!

 

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