Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Weg mit dem Spitralskonzept 2030! [Gründungsaufruf des Aktionskomitees] + Bericht zur Betriebsversammlung im AKH Wien

Posted by rkjv - November 30, 2011

Bei der jüngst erfolgten Betriebsversammlung im AKH [Allgemeines Krankenhaus] Wien, unterstützten AktivistInnen des RKJV das Aktionskomitee „Weg mit dem Spitalskonzept 2030!“, eine fortschrittliche Initiative von PatientInnen und Beschäftigten im Gesundheiutswesen. Nachstehend dokumentieren wir den Gründungsaufruf des Komitees, welcher gemeinsam bei der Betriebsversammlung  als Flugblatt verbreitet wurde, sowie auch einen Bericht zur Betriebsversammlung selbst.

Gegen ein Gesundheitswesen im Interesse des Kapitals – Für ein Gesundheitswesen im Dienste des Volkes! Weg mit dem Spitalskonzept 2030!

Das „Spitalskonzept 2030“ ist der nächste Schritt in der immer weiter gehenden, stückweisen Zerschlagung des von den Massen benötigten Gesundheitswesens. Es steht für die Schließung von 5 Krankenhäusern und richtet sich darauf aus, dass die Betreuungszeit in zusammengelegten Krankenhäusern massiv verkürzt wird – was natürlich verminderte Qualität bedeutet. Hauptbetroffene sind vor allem jene Teile der Volksmassen, die schon jetzt in ihren Möglichkeiten massiv eingeschränkt sind: chronisch Kranke, Kinder und alte Leute. Da die Nachbetreuungszeit im Krankenhaus noch zusätzlich verkürzt werden soll, müssen sich alle Betroffenen überlegen, wie sie die dabei anfallenden Aufgaben privat und zuhause bewältigen. So wenig Interesse großer Teile der Volksmassen allgemein am Spitalskonzept 2030 besteht, werden dabei allen voran Arbeiterfamilien belastet. Denn sie können sich eine außerordentliche Betreuung ihrer Kinder und pflegebedürftigen Angehörigen am wenigsten leisten, was bedeutet dass für diese entweder die nötige Versorgung in Zukunft nicht mehr gesichert ist, oder Familienangehörige in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden um diese Aufgabe zu übernehmen. Dass es durch die Schließung von Krankenhäusern zu längeren PatientInnentransporten kommt, verbessert die Situation natürlich auch nicht, sondern erhöht die Risiken des Transports – und das nicht nur für Kinder oder pflegebedürftige Menschen, sondern für alle aus jenen Bezirken, in denen Krankenhäuser geschlossen werden – hauptsächlich in Arbeiterbezirken!

Zusammen mit der Führung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) sind die bürgerlichen Parteien (G, SP, VP, BZ, FP – wobei die „Kritik“ der FP am Spitalskonzept 2030 sich darauf beschränkt, dass das neue Zentralkrankenhaus eine nur mangelhafte Verkehrsanbindung und zu wenige Parkplätze habe) bei all dem jedoch einig darüber, dass „Wien das Spitalskonzept 2030“ nötig hätte. Bei diesem „Konzept“ handelt es sich jedoch um den nächsten großen Angriff der Herrschenden auf die Volksmassen. Mit der Zerschlagung und Verstümmelung, weiterführend möglicherweise sogar Privatisierung des Gesundheitswesens, soll noch mehr aus den Volksmassen und der ArbeiterInnenklasse herausgeholt werden!

Ebenso wie für große Teile der PatientInnenschaft, verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen für die Werktätigen im Krankenhaus. Vermehrter Druck auf den jetzt schon unterbesetzten allgemeinen Pflegedienst durch Arbeitshetze und – wegen Mehrbelastung – größere Risiken in der Arbeit an den PatientInnen, werden die Folge sein. Selbst Turnusärzte und Diplompflege, werden mit einer Menge zusätzlicher administrativer Tätigkeit, jedoch weniger Arbeit an den PatientInnen selbst konfrontiert sein. In dem auf die nächsten 18 Jahre angelegten Konzept, soll es angeblich keine damit zusammenhängenden Kündigungen geben. Wahrscheinlicher ist tatsächlich, dass Personalabbau (vor allem im allgemeinen Pflegedienst) andersrum betrieben wird – durch Pensionierungen, durch Umschulungen, usw. Viele ähnliche Fälle der Vergangenheit zeigen jedoch, dass auch solche Methoden meist nicht ohne Zwang und Druck auf die Beschäftigten ablaufen. Ist das der Fall, muss von Seiten der Werktätigen im Krankenhaus entschiedener Widerstand organisiert werden, darauf gilt es sich aber schon heute vorzubereiten. Doch nicht nur das Gesundheitspersonal ist betroffen, auch andere Berufe im Krankenhaus sehen mit dem Spitalskonzept 2030 einer ungewissen Zukunft entgegen. Denn wenn nun Krankenhäuser geschlossen und mit anderen zusammengelegt werden – welches Krankenhaus behält dann schon zwei Küchen oder zwei Gruppen Handwerks- und Reinigungspersonal?!

Dieses Konzept ist ein Schlag gegen die Volksmassen – Widerstand kann nur von uns selbst, den Betroffenen kommen! Werktätige des Gesundheitswesens zusammen mit jenen die nicht in diesem Bereich arbeiten, doch heute schon PatientInnen sind oder es morgen werden können, müssen sich zusammenschließen und aktiv werden. Es ist notwendig, eine breite demokratische Front aufzubauen, das Spitalkonzept 2030 zurückzuschlagen, in die Offensive zu kommen und den Ausbau des Gesundheitswesens zu erkämpfen. Längerfristig geht es in unserem Kampf darum, für ein Gesundheitswesen im Dienste des Volkes einzutreten – die Medizin muss sich nach den Bedürfnissen der Masse der Bevölkerung richten (z.B. durch aufmerksamste Erforschung und Behandlung diverser Arbeitserkrankungen), sowie auch Charakter und Bürokratie des Gesundheitswesens nach den Bedürfnissen der werktätigen Bevölkerung gestaltet werden müssen: also z.B. durch die jederzeitige Wähl- bzw. Abwählbarkeit und Rechenschaftspflicht aller zentral verantwortlichen, weisungsbefugten sowie leitenden Stellen im Krankenhaus durch die Werktätigen im Einzugsgebiet des Krankenhauses.Es wird eine lange Auseinandersetzung werden, doch diese Dinge lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen. Es ist klar dass gekämpft werden muss, wenn wir die andauernde Verschlechterung unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen, wie es durch das Spitalskonzept 2030 ein weiteres Mal passiert, nicht weiter hinnehmen wollen. Zu diesem Zweck gründeten wir das Aktionskomitee gegen das Spitalskonzept 2030. Wir müssen uns regelmäßig treffen um unsere gemeinsame Arbeit zu planen, Kundgebungen abzuhalten, Flugblätter zu verteilen, Infoabende zu machen, usw… – das können wir zusammen anpacken! Darüber hinaus wollen wir solidarisch, gemeinsam mit den Beschäftigten Widerstand innerhalb der Krankenhäuser aufbauen und organisieren! Werdet aktiv, beteiligt Euch am Aktionskomitee!

Aktionskomitee „Weg mit dem Spitalskonzept 2030!“

Weg mit dem Spitalskonzept 2030!

Keine Schließung von Krankenhäusern – Ausbau aller Pflegepersonalstellen!

Polikliniken zur regionalen Versorgung in jeden Arbeiterbezirk!

Gegen ein Gesundheitswesen im Interesse des Kapitals – Für ein Gesundheitswesen im Dienste des Volkes!

 

Quelle: Homepage des Komitees.  Für nähere Informationen, Möglichkeiten zu Treffen zu kommen, etc. siehe ebendiese Homepage – hier.

 

Bericht zur Betriebsversammlung: Solidarität mit den Protesten im AKH!

[Dokumentation/Korrespondenz] Rund 2000 Teilnehmer haben sich am Dienstag vormittag im AKH versammelt, um auf die finanzielle Lage im AKH aufmerksam zu machen. Trotz der ohnehin völlig überarbeiteten und unterbesetzten Belegschaft sollen nun noch 26 Nachtdienste gestrichen und weitere 180 Stellen nicht nachbesetzt werden. So soll ein Teil der fehlenden Mittel (6 von 9 Millionen €) ausgeglichen werden – auf Kosten der PatientInnen, denn das führt zu längeren Wartezeiten und vermindert zudem die Zeit, die einem/einer Patienten/Patientin gewidmet werden kann.

Gegen solche Sparpläne zu protestieren, ist nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar absolut notwendig. Wir solidarisieren uns mit der protestierenden Belegschaft des AKH und den protestierenden PatientInnen, und kämpfen mit ihnen für eine sofortige Rücknahme der beschlossenen Streichungen sowie die vollständige Ausfinanzierung durch den Staat!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: