Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Der Revisionismus als Feind der ArbeiterInnenbewegung – Das Beispiel der griechischen KKE…

Posted by rkjv - November 18, 2011

[Folgender Artikel beruht auf nur für den eigenen Gebrauch übersetzten Stellungnahmen und Dokumenten aus den Klassenkämpfen in Griechenland].

Revisionismus bedeutet, dass jemand in Worten und Phrasen Bezug auf den Kommunismus nimmt, das Ganze tatsächlich aber aushöhlt und die revolutionären, proletarischen Inhalte durch bürgerliche Inhalte ersetzt. In unserer Gründungserklärung schreiben wir: „Als revisionistisch wird eine gegen die Revolution und den Kommunismus, letztendlich also gegen die fortschrittlichen Teile der ArbeiterInnenklasse gerichtete politische Strömung bezeichnet. Revisionisten beziehen sich zwar auf Marx, Engels, Lenin und teilweise auch auf Stalin [wir wollen weiter ergänzen: Mao], haben aber tatsächlich die Prinzipien des revolutionären Kommunismus verfälscht und in ihr Gegenteil verwandelt. Der Revisionismus beraubt den Kommunismus seines revolutionären Inhalts. Der Revisionismus besteht aus mehreren verschiedenen Strömungen und Flügeln die sich zum Teil auch erbittert bekämpfen (…)“

Die Unterscheidung zwischen Revisionismus und revolutionärem, wirklichem Kommunismus, ist eine der entscheidenden Trennlinien innerhalb der kommunistischen Bewegung – in Österreich wie auch weltweit; denn die Revisionisten bewiesen immer wieder, dass sie nicht nur die Macht der ArbeiterInnenklasse zerstörten wo sie diese schon in ihren Händen hielt, sondern auch, dass sie im Fall des Falles gegen die ArbeiterInnenklasse und Volksmassen mit Waffengewalt vorgehen um ihre Interessen durchzusetzen.

Ende Oktober (20.10) kam es in Griechenland zu Auseinandersetzungen zwischen organisierten Mitgliedern der alten, revisionistischen KP Griechenlands (KKE) bzw. ihrer Gewerkschaft PAME und anarchistischen Kräften. Konkreter Auslöser dafür war, dass die KKE das Parlament vor demonstrierenden AnarchistInnen schützte – sie setzte Schlagstöcke und andere Waffen ein. Damit bediente sie sich jener Mittel, die sie definitiv ablehnt wenn sie durch DemonstrantInnen gegen die bewaffnete Staatgewalt eingesetzt werden. In einer Situation aber, wo sie diese Mittel gegen andere DemonstrantInnen einsetzt um das Parlament zu schützen, kamen sie ihr offenbar gerade recht! Dass sich eine im Namen „kommunistische“ Partei als Schutzstaffel für das Parlament einer kapitalistischen Regierung hergibt, spricht an sich schon Bände und zeigt als Einzelbeispiel eindeutig auf, wie sehr die KKE im Lager der Feinde der griechischen Massen steht. Die KKE hat aber nicht nur durch Taten das griechische Parlament geschützt, sondern insgesamt auch ein weiteres Mal ein Verhalten an den Tag gelegt, das deutlich macht, dass sie sich einbildet anderen Teilen der Bewegung vorschreiben zu können, was sie zu tun und zu lassen hätten. Sie verhält sich so, als ob die großartigen Bewegungen der griechischen ArbeiterInnenklasse und Volksmassen ihr Parteieigentum wären – eine unglaublich widerliche und überhebliche Haltung, die sicherlich nicht zur weiteren Entwicklung der Kämpfe dient. Auf der anderen Seite standen die AnarchistInnen, die auf die Schlagstöcke der KKE mit Steinen antworteten. Diese Situation der tätlichen Auseinandersetzung zwischen KKE und AnarchistInnen konnte nur einer Kraft nutzen und wurde von dieser auch schnell aufgegriffen: dem griechischen Staat und Teilen seiner „Ordnungs“kräfte, der Polizei. Diese nahm die Auseinandersetzung als Grund, um zu versuchen die gesamte Demonstration aufzulösen und auseinanderzujagen. Die Auseinandersetzung zwischen KKE und AnarchistInnen wurde damit in Wirklichkeit auf dem Rücken hunderttausender Streikender und kämpfender ArbeiterInnen, StudentInnen, SchülerInnen, etc. ausgetragen, denn gegen deren Kampf wurde sie als Vorwand genutzt! Die Leute von KKE/PAME sowie die AnarchistInnen müssen sich fragen lassen, was sie damit in der jetzigen Situation den Kämpfen der griechischen Massen gebracht haben, außer Schwächung sowie Vorwände für reaktionäre Angriffe – denn nur diesen Zwecken dienten sie, und zwar beide, wenn auch die KKE insofern die Hauptschuld trägt, als sie es war, welche die Plattform der Reaktionäre, das Parlament beschütze! Eine der wichtigsten anstehenden Aufgaben der ArbeiterInnenbewegung in Griechenland ist wohl die Auseinandersetzung und Klärung der Frage, warum die Regierung mit ihren Programmen bisher mehr oder weniger durchkam und es noch nicht geschafft wurde, diese zurückzuschlagen und in die weitere Offensive zu gehen. Dieses Anliegen, welches für das Vorankommen ein dringendes Bedürfnis der Bewegung darstellt, wurde sowohl von KKE und PAME, als auch von den AnarchistInnen gründlich torpediert.

An diesem Beispiel können wir gut erkennen, dass der ideologische Kampf innerhalb der ArbeiterInnenbewegung, vor allem gegen den Revisionismus, zu unseren ersten Prioritäten zählen muss. Das mag vielen vor allem deshalb unrichtig erscheinen, weil in Österreich die ideologisch-politischen Unterschiede innerhalb der ArbeiterInnenbewegung nur selten zum Gegenstand von Auseinandersetzungen innerhalb dieser Bewegung werden, was aber wesentlich an den nur schwach entwickelten Klassenkämpfen liegt. Denn nur weil diese so schwach sind, stellen sich in der gegenwärtigen Praxis der ArbeiterInnenbewegung in Österreich selten tatsächliche Entscheidungsfragen zwischen verschiedenen Strömungen, zwischen revolutionärer und revisionistischer Linie – bzw. stellen sie sich meist nur sehr abstrakt. In Griechenland sehen wir, wie gefährlich der Revisionismus, aber auch andere Strömungen wie Teile des Anarchismus, der fortschrittlichen und revolutionären ArbeiterInnenbewegung in der Tat werden können. Der Kampf gegen den Revisionismus ist eine entscheidende Voraussetzung um die Klassenkämpfe voranzubringen, um revolutionäre Organisationen und Parteien aufzubauen und schlussendlich das kapitalistische System zerschlagen zu können. Deshalb müssen wir auch heute schon gerade diese Frage entschlossen aufgreifen!

 

Hier findet ihr einen Link zu einem Video das die AUseinandersetzung zwischen KKE/PAME und AnarchistInnen Zeigt: Hier

 

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