Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Unikämpfe: Strohfeuer oder Steppenbrand?

Posted by rkjv - Oktober 18, 2011

Seit einigen Monaten diskutieren die Herrschenden, die Burgeoisie, erneut über die Einführung von Studiengebühren. Teilweise ist dabei von 500 bis 1000 € die Rede. Es versteht sich von selbst, dass damit die StudentInnen mit sozialem Hintergrund in ArbeiterInnenklasse und Volksmassen aus den Unis „hinausgesäubert“ werden sollen – die Universitäten werden zu einer Ausbildungsstätte ausschließlich für Kinder der Burgeoisie.

Andere Teile der Burgeoisie bevorzugen es jedoch, dieses Problem politisch an die Universitäten auszulagern. Sie favorisieren ein Konzept, nach dem jede Uni selbst für die Höhe und Einhebung der Studiengebühren verantwortlich ist. Was wird damit bezweckt? Erstens bringt der bürgerliche Staat sich damit selbst aus der Schusslinie, denn der Zorn der StudentInnen wird sich tendenziell gegen die Verwaltung der jeweiligen Universitäten richten und nicht mehr gegen den politischen Apparat der Burgeoisie. Das heißt aber nicht, dass es zu keinen allgemeinen, bundesweiten Bewegungen der StudentInnen mehr kommen kann, sondern meint, dass Studiengebühren keine so wesentliche Angriffsfläche für soziale Proteste der StudentInnen mehr bieten können wie bisher. Mobilisierungen für die Anliegen der gesamten StudentInnenschaft werden also wesentlich erschwert, denn die Haltung zu Studiengebühren war dabei in der Verganenheit immer ein wichtiger Schnittpunkt. Darüber hinaus wird dadurch die Teilnahme von zuvor nicht oder wenig politisierten StudentInnen an Bewegungen erschwert. Zweitens regionalisiert die Burgeoisie durch dieses Konzept den Widerstand und erschwert die Verbindung von StudentInnenkämpfen einzelner Universitäten auf Grundlage gemeinsamer Forderungen.

Die Erhöhung von Gebühren an der einen Uni wird propagandistisch genutzt werden, um unter den StudentInnen an der anderen Uni Angst vor „Gebührenflüchtlingen“ zu schüren. Die StudentInnen werden so durch Hetze und Konkurrenzdruck gegeneinander ausgespielt – ähnlich wie jetzt zwischen österreichischen und deutschen StudentInnen. So oder so, Selektion durch finanzielle Hürden ist immer eines der ersten Mittel, um gegen die Masse der StudentInnen vorzugehen. Nicht anders verhält es sich mit bürokratischen Zugangsbeschränkungen: Disziplinierungsmaßnahmen wie der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP), Voranmeldesystemen und Knock-Out-Prüfungen, welche alle bereits eingeführt wurden. Auch sie betreffen insbesondere StudentInnen der ArbeiterInnenklasse und Volksmassen, weil sie wesentlich damit zusammenhängen, ob die nötige Zeit hierfür aufgewendet werden kann oder nicht; also ob ein Job neben dem Studium notwendig ist oder nicht. Diese Zugangsbeschränkungen (welcher Art auch immer) zurückzuschlagen, ist durchaus im objektiven Interesse der Masse der StudentInnen, unser Feind ist dabei das bürgerliche Universitätssystem, das unsere Ausbildung im Interesse der Kapitalisten gestaltet. Es gilt, seine Angriffe auf uns zurückzuschlagen und unsere Lage offensiv zu verbessern. Zu diesem Zweck streben wir den Aufbau einer revolutionär-demokratischen Front, die alle fortschrittlichen Kräfte unter den StudentInnen gegen ein konkretes Ziel eint, an den Universitäten an. Um in unserem Kampf umfassende und nicht nur punktuelle Siege zu erringen, müssen wir stabile Bündnisse schaffen, beispielsweise mit SchülerInnen, die indirekten Zugangsbeschränkungen schon vor ihrem Eintritt in die Universität unterworfen sind.

Wer die anstehenden Anliegen nicht als etwas Losgelöstes von gesamtgesellschaftlichen Belangen sieht, wird rasch erkennen, dass der politische Kampf an den Universitäten bis zu einem gewissen Grad die Widerspiegelung des Klassenkampfes in der Gesellschaft ist. Davon ausgehend ist für die fortschrittlichen StudentInnen klar, dass sie ihren Kampf mit dem der ArbeiterInnenklasse zusammenführen, mehr noch, ihre führende Rolle im Klassenkampf anerkennen. Diese Stellung des Proletariats ergibt sich aus dessen sozialer Lage. Da die ArbeiterInnen keinerlei Besitz an Produktionsmitteln (welche im Kapitalismus Ausbeutungsmittel sind) haben, und auch in keiner Weise darüber verfügen können, sind sie jene Kraft in der Gesellschaft, die das konsequenteste Interesse an der Abschaffung der Ausbeutung, also der Zerschlagung des Kapitalismus, hat. Die Angst der Burgeoisie vor den Warnstreiks der MetallerInnen zeigte, welch unglaubliche Macht in dieser Klasse liegt. Die selben Aktionen zeigen uns aber auch, dass die ArbeiterInnenklasse vom sozialdemokratischen Apparat der Gewerkschaftsbürokratie ruhig gehalten werden kann und ihre Selbstorganisation auf Basis ihrer Klasseninteressen bitter notwendig ist. Ebenso dürfen wir uns als StudentInnen nicht länger der Bürokratie von Serviceorganisationen und bürgerlichen Parteien unterwerfen. Wir brauchen selbstorganisierte, unabhängige Basiskomitees, die sich aus den fortschrittlichsten Teilen der Masse der StudentInnen zusammensetzen. Solche Komitees können den Kern einer revolutionär-demokratischen Front an der Universität bilden.

  • Weg mit allen direkten und indirekten Zugangsbeschränkungen!
  • Studiengebühren zurückschlagen!
  • Weg mit allen Disziplinierungsmaßnahmen!
  • Gegen eine Ausbildung im Interesse der Kapitalisten! Für eine Ausbildung im Interesse des Volkes!

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