Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Nachruf auf Genossen Gregorio „Ka Roger“ Rosal (1947 – 2011)

Posted by rkjv - Oktober 13, 2011

Die Kommunistische Partei der Philippinen (CPP) möchte ihre gesamte Mitgliedschaft, alle revolutionären Kräfte und die Öffentlichkeit allgemein darüber in Kenntnis setzen, dass der Sprecher unserer Partei, Genosse Gregorio „Ka Roger“ Rosal, am 22. Juni des Jahres nach einer Herzattacke im Alter von 64 Jahren in einem Guerrillagebiet verstarb.

Die öffentliche Bekanntgabe wurde verschoben, um zu ermöglichen, dass die zuständigen Gremien der KP der Philippinen (CPP) Genossen Ka Rogers Tochter über den Tod ihres Vaters informieren konnten. Der umfangreiche Einsatz der Streitkräfte verhinderte, dass die Information seine Tochter zum Todeszeitpunkt von Genossen Ka Roger erreichen konnte. Genossen Ka Rogers Geschwister sind auch von seinem Ableben informiert worden.

Die gesamte Mitgliedschaft unserer Partei, die kommunistischen Kämpfer der Neuen Volksarmee (NPA) und die philippinischen Volksmassen trauern um Genossen Ka Roger. Das Zentralkomitee unserer Partei führte ein ehrendes Gedenken an Genossen Ka Roger durch. Dabei wurde gesagt, dass sein Leben im Dienst der Revolution dem Volk als Inspiration dienen wird, um seine revolutionären Kämpfe fortzusetzen.

Am 15. Oktober werden alle Einheiten der NPA einen Trauerappell im Gedenken an Genossen Ka Roger abhalten. Um genau 12 Uhr mittags werden sie zu seinem Gedenken Salut schießen. Alle Parteizellen der KP der Philippinen und die revolutionären Massenorganisationen werden sich zusammenfinden, um Gedenktreffen für Genossen Ka Roger und seine Beiträge zu den historischen revolutionären Kämpfen des philippinischen Volkes zu veranstalten.

Die Parteiführung und die gesamte Parteimitgliedschaft der KP der Philippinen (CPP), alle kommunistischen Kämpfer und Kommandeure der Neuen Volksarmee (NPA) und alle revolutionären Kräfte erweisen Genossen Gregorio „Ka Roger“ Rosal ihr ehrendes Gedenken. Genosse Ka Roger verstarb am 22. Juni 2011 im Alter von 64 Jahren infolge einer Herzattacke an einer Guerrillafront in Luzón.

Genosse Ka Roger ist seit mehr als einem Jahrzehnt Parteisprecher der KP der Philippinen (CPP) gewesen. Zuvor war er Sprecher der Neuen Volksarmee (NPA) in den Provinzen von Süd-Tagalog (Melito Glor – Kommando). Genosse Ka Roger war das Gesicht und die Stimme der revolutionären Bewegung des philippinischen Volkes. Er verkörperte den Kampf des einfachen Volkes, – der bäuerlichen Massen, der Arbeiter, der Armen in den Städten, der Angestellten und der kleinen Freiberufler, die das innige Streben nach Befreiung aus dem herrschenden System haben, welches sie unterdrückt und ausbeutet.

Als Parteisprecher der Kommunistischen Partei der Philippinen war er der Überbringer der guten Nachrichten über die Revolution. Seine Stimme feuerte den Mut der kommunistischen Kämpfer und der kämpfenden Volksmassen gleichermaßen an. Die Unterdrückten und Niedergetretenen sahen ihn in ihrem Durst nach Gerechtigkeit als Leitfigur beim Vorbringen ihrer Anklagen.

Wie die Mehrheit der Filipinos wuchs Genosse Ka Roger unterdrückt und verarmt auf dem Lande auf. Er wurde am 19. April 1947 im Ortsteil Talaibon von Ibaan in Batangas geboren. „Goring“ war der nun verstorbene Dritte von sechs Geschwistern mit den Namen Nicetas, Bernardo, Felecidad, Emilia und Remedios. Der Vater von ihnen, Pablo Rosal, und ihre Mutter, Crispina Crusat, waren Pächter. Sie dienten einem kleinen Grundbesitzer, dessen Felder hauptsächlich mit Zuckerrohr bepflanzt wurden. Sein Vater kochte und rührte den Zuckerrohrsaft zu Muscovado-Zucker, während seine Mutter sich um das Feuer kümmerte. Seine Familie gehörte zu der mittleren Schicht der Pachtbauern und unterstützte die Aufrufe zur revolutionären Veränderung.

Schon in jungen Jahren war Genosse Ka Roger Zeuge der Armut in einem Ausbeuter- und Unterdrückersystem. Bereits als Kind arbeitete Genosse Ka Roger hart, um seiner Familie zu helfen. Von der Grundschule bis zum zweiten Jahr in der Oberschule war er acht Jahre lang als Hausdiener beim Grundbesitzer tätig. Er wurde ein begeisterter Radiohörer und las Comics zum Zeitvertreib. Die Armut zwang ihn etliche Jahre zur Beendigung seines Schulbesuchs. Um seine Schulbildung fortzusetzen, knüpfte er Moskitonetze und andere Produkte, wofür er sich das Material auf Kredit von Kredithaien kaufte. Er reiste weit und breit in die verschiedenen Provinzen. Wohin er kam, überall sah er dasselbe Gesicht voller Armut und Unterdrückung.

1971, im Alter von 24 Jahren, schaffte er es, bei einem der Golden Gate Colleges in der Stadt Batangas zu beginnen. In jener Zeit gärte es unter den Jugendlichen und Studenten in Manila und in den anderen Städten des Landes.

Beim Herumfahren zum Verkauf seiner Waren traf Genosse Ka Roger hin und wieder auf Demonstrationen und lauschte den Sprechern. Er begann, sich den Straßenprotesten anzuschließen. Er studierte intensiv die Geschichte und die gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen. Genosse Ka Roger wurde ein Mitglied der Kabataang Gabay ng Bayan, einer Gruppe von politisch Aktiven in Batangas. Später schloß er sich den Kabataang Makabayan* an.

Durch sein Studium der Gesellschaft und seine Verbundenheit mit den Volksmassen gelang ihm, sein Verständnis für die Wurzeln der vom Volke erlittenen Armut und Unterdrückung zu vertiefen. Allmählich reifte seine Entschlossenheit, Teil der historischen Bewegung zu werden, die das Gesicht der Gesellschaft verändern und ein neues Kapitel im Leben des Volkes aufschlagen würde.

Als das Kriegsrecht 1972 verhängt wurde, beschloß Genosse Ka Roger, sein Engagement für den revolutionären Kampf fortzusetzen. Er wurde Teil einer Gruppe, die damit betraut war, die Arbeiter der Zuckerfabrik in Balayan, Batangas, zu organisieren. Im Juli 1973 wurde er vom Feind festgenommen und in einem Militärstandort in Kuomintang in der Stadt Batangas eingekerkert. Später wurde er in den Militärstandort Vicente Lim in Canlubang, Calamba, Laguna, überstellt. Fest entschlossen, weiterhin für die Revolution zu arbeiten, brach er mit neun weiteren führenden Parteikadern aus der Region im November 1973 aus der Gefangenschaft aus, was als „die große Flucht“ bekannt wurde.

Nach der Flucht der Genossen aus der Gefangenschaft schlugen Genosse Ka Roger und seine anderen Genossen den Weg der bewaffneten Revolution auf dem Lande ein. Genosse Ka Roger wurde Teil der Guerrillafront, die an der Grenze von Laguna und Quezón entlang der Berge der Sierra Madre errichtet worden war. Dies war die sogenannte Larangan ng Kagitingan oder Front des Heldentums.

Unter der Führung von Genossen Ka Lorena Barros wurden die Genossen Ka Roger und andere Genossen 1974 auf die Insel Mindoro gesandt, um dort in der Gesellschaft Untersuchungen anzustellen und die Ausdehnung des revolutionären bewaffneten auf diese große Insel vorzubereiten.

1975-76 wurde Genosse Ka Roger Teil der ersten Organisationsgruppe in der Zone Quezón-Bicol, welche das Voranschreiten des Volkskriegs in der Provinz Camarines Norte leitete. Gelegentlich leitete er das im Gebiet bestehende Guerrillafront-Komitee.

In den folgenden Jahren wurde Genosse Ka Roger Teil der Geschichte der revolutionären Ausdehnung und Entwicklung in ganz Süd-Luzón, insbesondere in der Region Süd-Tagalog. 1980-81 faßte die Gebietsparteileitung für die Region Süd-Luzón den Beschluß, das Gebietsparteikomitee Süd-Tagalog für die Provinzen Laguna, Batangas, Cavite und Rizal einzurichten. Genosse Ka Roger wurde dort zum stellvertretenden Sekretär für Bildung ernannt. Als die Süd-Quezón-Guerrillafront später unter die Struktur des Gebietsparteikomitees Süd-Tagalog kam, spielte Genosse Ka Roger eine Hauptrolle bei der Ausdehnungsarbeit in Süd-Quezón und auf der Halbinsel Bondoc. Nach wenigen Jahren wurde er Parteisekretär der Guerrillafront Laguna-Nordquezón-Ostrizal.

Unter seiner Führung kam der bewaffnete Kampf und kamen die Massenkämpfe in diesen Gebieten voran. Die Gebiete Quezón-Bicol, Süd-Quezón und die Halbinsel Bondoc spielten Schlüsselrollen beim Ausdehnen und Festigen der Revolution in den anderen Teilen der Region Bicol und Süd-Tagalog. Der Massenkampf und die Massenaktionen, die in diesen Gebieten eingeleitet wurden, spielten eine Hauptrolle beim Beleben der landesweiten Protestaktionen zu Beginn der 1980er Jahre. 1985 wurde Genosse Ka Roger als viertes Mitglied des Gebietsparteikomitees Süd-Tagalog eingesetzt. Ein Jahr später war er gewähltes Mitglied des Regionalen Exekutivkomitees und des Regionalsekretariats unserer Partei.

Zu jener Zeit traf Genosse Ka Roger die Genossin Ka Soly (Rosemarie Dumanais), die später seine Ehefrau werden sollte. Genossin Ka Soly war damals eine junge kommunistische Kämpferin. Sie hatten zwei Kinder zusammen, die sie innigst liebten, und welche sie ihren Verwandten und Freunden anvertrauten. Auch wenn ihre Töchter weit entfernt von ihnen aufwuchsen, kümmerten sich die Genossen Ka Roger und Ka Soly um ihr Wohl und ihre Sicherheit.

1989 befahl der Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Süd-Luzon, General Alejandro Galido, faschistischen Agenten die gewaltsame Entführung von Andrea, der ältesten Tochter der Genossen Ka Roger und Ka Soly, aus dem Haus ihrer Großmutter in Ragay, Camarines Sur. Die Streitkräfte wollten damit Genossen Ka Roger zur Kapitulation zwingen. Anstatt sich deren Druck zu beugen, brachte Genosse Ka Roger dieses abscheuliche Verbrechen mutig in die Medien. Das Militär wurde gezwungen, angesichts des öffentlichen Aufschreis Andrea freizulassen.

Genosse Ka Roger war Zeuge der großen Fortschritte der revolutionären Bewegung in Süd-Tagalog. Aber er war auch Zeuge einer der dunkelsten Episoden in ihrer Geschichte. 1988 startete die Region die „Operation Missing Link“. Dies war eine Kampagne innerhalb der Partei und der revolutionären Bewegung vor Ort gegen die tief in die Bewegung eingedrungenen Agenten des Gegners, welche jedoch zu Verletzungen der demokratischen Rechte führte. Auch wenn Genosse Ka Roger keine direkte Rolle bei der Inhaftierung, dem Foltern und Töten einer Anzahl von Opfern hatte, so war er dennoch unter jenen, die kritisiert wurden und sich Disziplinarmaßnahmen stellen mußten, weil er als einer der führenden Parteikader verantwortlich war und es sein Fehler war, keinen Standpunkt gegen die Hysterie eingenommen zu haben. Mit aller Konsequenz übte Genosse Ka Roger Selbstkritik.

Als er später in der Region Laguna eingesetzt wurde, wo die „Operation Missing Link“ hauptsächlich durchgeführt wurde, erinnerte er die kommunistischen Kämpfer stets daran, sich mitfühlend bei den Angehörigen der Opfer zu entschuldigen. Die Wunden verheilten teilweise. Und der revolutionäre Massenkampf an der Guerrillafront kam voran.

Was Genosse Ka Roger auch in seinem persönlichen und politischen Leben widerfuhr, er verzweifelte niemals. Er erfüllte stets seine Aufgaben, so gut er es vermochte. Darüber hinaus leistete er herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Propaganda.

Als ein führender Genosse unserer Partei wußte er sehr wohl von der Bedeutung der propagandistischen Arbeit für die Entwicklung der Kämpfe des Volkes. Genosse Ka Roger war ein Pionier bei der Nutzung des Radios und der anderen Massenmedien für die aktive Propagandatätigkeit.

1986 wurde er erstmals als „Ka Roger“ bekannt, als er die Freilassung von Kriegsgefangenen in Quezon überwachte. 1987 war er als Sprecher der National-Demokratischen Front (NDF) in Süd-Tagalog in den Friedensverhandlungen mit der Regierung der Philippinen tätig. In den darauffolgenden Jahren trat er als Sprecher des Melito Glor – Kommandos der NPA unermüdlich vor die Massenmedien, um dort die Auffassungen unserer Partei und der NPA zu verschiedenen Themen zu erläutern. Er leitete auch die Herausgabe von Kalatas, einer revolutionären Zeitung in Süd-Tagalog, sowie Sendungen von Radyo Pakikibaka, dem revolutionären Radiosender der Region.

1993 wurde Genosse Ka Roger als Parteisprecher der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP) eingesetzt. Zu seinen erstrangigen Aufgaben gehörte es, die Zweite Große Korrekturbewegung auf dem Gebiet der Propaganda voranzubringen. Er ging entschlossen daran, die konterrevolutionären Abtrünnigen, die der Korrekturbewegung widersprachen und die Partei verleumdeten, in politische Kämpfe zu verwickeln.

Genosse Ka Roger wurde 2001 in der Propagandakommission unserer Partei eingesetzt und wirkte dort als stellvertretender Parteisekretär. Er war als Parteisprecher unserer Partei tätig und half zugleich mit, die regelmäßige Ausgabe der Parteizeitung Ang Bayan sowie die Arbeit im Online-Netzwerk der philippinischen Revolutionszentrale und Sine Proletaryo, das Video-Projekt unserer Partei, zu leiten. Mehr als ein Jahrzehnt lang arbeitete Genosse Ka Roger als Parteisprecher und leitete er das Informationsbüro der KP der Philippinen (CPP). Von VHF-Radios bis zu modernen Mobiltelefonen nutzte er alle Methoden der Verbindung zu den Massenmedien, um landesweit Meldungen von den Guerrillafronten zu übermitteln.

Genosse Ka Rogers Stimme und seine einfachen Erklärungen für komplexe Themen wurden täglich mit Spannung von den kommunistischen Kämpfern und vom einfachen Volk im ganzen Land erwartet. Sein einfacher Stil beim Erläutern des Standpunktes unserer Partei war äußerst massenwirksam und half dem Volk, die Probleme tiefgreifender zu begreifen und sein politisches Bewußtsein zu heben. Er entlarvte stets die Lügen, die von den reaktionären Stimmen ausgespien wurden, insbesondere die des faschistischen Sprechers der Streitkräfte der Philippinen, die endlos ein Ausweichmanöver nach dem anderen ausheckten. Daher war er den Reaktionären äußerst verhaßt.

Genosse Ka Roger lud Reporter, Rundfunkjournalisten und Publizisten aus dem Medienbereich in die Guerrillagebiete ein, damit sie selbst die Wirklichkeit der revolutionären Bewegung sehen konnten und begreifen konnten, wie die revolutionäre Bewegung vom philippinischen Volk entwickelt wird. In den revolutionären Gebieten lernte man Genossen Ka Roger als einen einfachen Menschen kennen. Die Menschen hörten ihm so aufmerksam zu, wie er ihnen zuhörte, wenn sie ihm ihre Probleme und Lebensnöte schilderten. Genosse Ka Roger erwarb sich Achtung im Volke, wenn nicht gar Bewunderung. Die Fähigkeit und Geduld, die Schärfe und Intelligenz, die Vaterlandsliebe und der Patriotismus, wie Genosse Ka Roger es demonstrierte, erhöhten weiter das Ansehen unserer Partei und der revolutionären Bewegung.

Als Parteisprecher der KP der Philippinen (CPP) war Genosse Ka Roger unermüdlich damit befaßt, Nachrichten über die philippinische Revolution zu bringen. Er sollte tagelang wandern, Flüsse durchqueren und Seen durchschwimmen, lange Fahrten auf den Straßen machen, um dorthin zu kommen, wo er gerade gebraucht wurde. Er sagte beinahe allen Bitten um Interviews zu jeder Zeit an jedem Tag zu. Darum gewann er viele Freunde im Medienbereich. Genosse Ka Roger sang einst „Lumang Simbahan“ in einem Duett unter freiem Himmel mit der berühmten Sängerin und Rundfunkjournalistin Tiya Dely Magpayo.

Als Parteisprecher unserer Partei leitete Genosse Ka Roger verschiedene öffentliche Veranstaltungen, darunter einen Festakt zum Gründungstag unserer Partei in Laguna 1993, an welchem Tausende Menschen teilnahmen, die sich unter der Fahne der KP der Philippinen (CPP) trafen. Er überwachte die Freilassung etlicher Kriegsgefangener in Süd-Tagalog und Bicol. Trotz umfangreicher Einsätze der Streitkräfte der Philippinen gelang es ihm, Pressekonferenzen an den Guerrillafronten in Laguna, Albay, Quezon, Mountain Province und in den anderen Gebieten durchzuführen.

Aus ihrem extremen Haß heraus fuhr das Militär etliche erfundene Anschuldigungen gegen ihn auf. Er wurde verteufelt und als Verbrecher verunglimpft. Ein Kopfgeld von 5 Millionen Pesos wurde auf seine Ergreifung ausgesetzt. Und Millionen Pesos wurden für militärische Einsätze ausgegeben, um ihn zu töten oder zu ergreifen.

Die Streitkräfte der Philippinen starteten eine ganze Anzahl von militärischen Kampagnen zur Ergreifung von Genossen Ka Roger in Laguna (1998), Nord-Quezon (2000-2001), Süd-Quezon (2002), Albay (2003), Masbate (2004), Mountain Province (2005) und wiederum in Süd-Quezon (2005-2006). Ihre geheimdienstlichen Einsätze waren gnadenlos. Faschistische Agenten überwachten ständig seine Töchter, Geschwister und seine anderen Angehörigen und Freunde. Die Sicherheitseinheit des Informationsbüros der KP der Philippinen (CPP) wurde in eine Reihe von Feuergefechten verwickelt. Aber wegen der Stärke der Unterstützung von den Volksmassen gelang es Genossen Ka Roger, alle gegnerischen Einsätze gegen ihn zu überwinden. Genosse Ka Roger erlag nie dem Verschleiß und den Risiken, die ihn beim Erfüllen seiner Pflichten begleiteten. Er sollte viele späte Abende bis tief in die Nacht hinein schreiben, studieren und Sitzungen leiten. Er sollte in aller Frühe aufstehen und sofort die Arbeit wiederaufnehmen. Diese unermüdliche Arbeit ging dann doch zu Lasten seiner Gesundheit und führte bei ihm zu schweren Krankheiten. 1995 starb er beinahe an Typhusfieber nach einer langen und strapaziösen Reise in ein Guerrillagebiet. Er erlitt einen Rückfall, als er sich entschloß, seine revolutionäre Arbeit sofort wiederaufzunehmen, und zwar trotz der Empfehlung des Arztes, einen Ruhemonat einzulegen.

1997 erlitt er seinen ersten Schlaganfall. Aber er erholte sich rasch und war imstande, wieder in vollem Umfang seine revolutionäre Tätigkeit fortzusetzen.

2000 erlitt er seinen zweiten Schlaganfall. Er mußte einige Monate freigestellt werden. Aber wie nach seinem ersten Schlaganfall, so strebte er auch diesmal danach, wieder zu seiner revolutionären Arbeit auf dem Lande zurückzukehren.

Am 1. Mai 2006 erlitt er einen weiteren Schlaganfall. Dieser schwere Schlaganfall verursachte mehr Schaden an seinem Körper. Trotz seiner körperlichen Behinderungen war er entschlossen, weiterhin im Dienst der revolutionären Bewegung tätig zu bleiben. Er beharrte darauf, seine Behinderungen zu überwinden. Aber die Schwere des von seinem letzten Schlaganfall verursachten Schadens führte zur schrittweisen Verschlechterung seiner Gesamtkondition, bis es schließlich unmöglich für ihn wurde, seine bisherige Arbeit wieder aufzunehmen.

Von 2006 bis 2011 wurde Genosse Ka Roger von einer Gruppe Genossen umsorgt, die seine Sicherheit gewährleisteten und für seine medizinische Betreuung sowie seine Lebensqualität sorgten. Auch wenn er nicht mehr seine bisherigen Verantwortungen wahrnehmen konnte, blieb er in engem Kontakt mit dem Informationsbüro unserer Partei und wurde immer wieder einmal zur Arbeit des Informationsbüros konsultiert. Trotz seiner Handicaps hielt sich Genosse Ka Roger gut informiert über die Fortschritte in der Arbeit unserer Partei, besonders des Informationsbüros. Er nahm weiterhin an kollektiven Aussprachen, an der Bildungsarbeit, an Planung sowie Sitzungen der Kritik und Selbstkritik teil. Er brachte sich glücklich in Diskussionen bei Genossen ein, die nicht müde wurden, sich seine Schilderungen über seine aktivsten Tage, seine Erfahrungen auf dem Lande, seine Töchter, seine Frau und seine Mutter anzuhören. In lichten Momenten sollte er auf Bitten seiner Genossen gerne auf seiner Harmonika für sie spielen.

Seine Töchter konnten ihn bei einigen Gelegenheiten sehen und ein paar Wochen bis hin zu Monaten bei ihm bleiben, um bei seiner Betreuung mitzuhelfen und ihre Bande mit ihm zu vertiefen. Genosse Ka Roger war sehr glücklich, seine Töchter heranwachsen und dem Volk dienen zu sehen. Er war auch zufrieden mit der Tatsache, dass obwohl er und seine Frau in 2003 eine Scheidung durchlebten, sie Freunde und gegenüber ihren Töchtern gute Eltern blieben. Obwohl seine Töchter oft getrennt von ihm waren, schrieben sie ihm oft, um mit ihm in Kontakt zu bleiben. Und sie fragten ihn um seinen Rat bei etlichen Fragen des Lebens.

Selbst in der Zeit seiner Invalidität wachte Genosse Ka Roger frühmorgens auf und hörte sich die Nachrichtenmeldungen an. Manchmal konnte er von unserer Partei herausgegebene Meldungen redaktionell überarbeiten. Er war sehr mitgenommen, als er von den Morden an den Medienleuten insbesondere beim Maguindanao-Massaker im November 2009 hörte. Am Neujahrstag 2011 verfaßte er ganz persönlich seine Botschaft an das philippinische Volk. Er rief unser Volk dazu auf, die revolutionären Kämpfe angesichts des Ausbleibens von einem Wechsel unter Benigno Aquino III. neuem reaktionären Regime zu verstärken.

Genosse Ka Roger verschmähte die Angebote medizinischer Betreuung durch die Streitkräfte der Philippinen. Er war sich dessen bewußt, dass es sich da um Fallen handelte. Er sah die Scheinheiligkeit dahinter, schon weil das Militär nie das Kopfgeld zurückzog und ständig Einsätze für seine Ergreifung durchführte.

Am 19. April 2009 fanden sich die Genossen zum 62. Geburtstag von Ka Roger ein. Unsere Partei nahm dies zur Gelegenheit, seiner Leistungen zu gedenken und an seine Beiträge zur philippinischen Revolution zu erinnern. Die Genossen sangen ‟Awit ng Kainginero“. Genosse Ka Roger komponierte dieses Lied in den 1980er Jahren in Süd-Tagalog als Hymne an die einfachen Bauern. Alle anwesenden Genossen beglückwünschten Ka Roger zu seinem Leben voller Hingabe und Aufopferung im Dienst des Volkes, der Partei und der Revolution.

Bis zu seinem letzten Atemzug widmete Ka Roger jeden Moment seiner Lebenszeit den Hungrigen und den Ausgeraubten und ihrem revolutionären Kampf für soziale Gerechtigkeit und nationale Befreiung. Die gesamte Mitgliedschaft der Kommunistischen Partei der Philippinen, die kommunistischen Kämpfer der Neuen Volksarmee (NPA) und das philippinische Volk sind eins mit seiner Familie und seinen Freunden in der tiefen Trauer wegen seines Todes. Mit erhobenen geballten Fäusten und unseren Gewehren in Salutposition gedenken wir unseres Genossen Ka Roger als eines herausragenden Kommunisten, eines mutigen kommunistischen Kämpfers, eines kämpferischen Verteidigers des Volkes, eines hochgeachteten Genossen und eines guten Freundes.

Ka Roger hinterläßt ein Erbe der Siege und der Erinnerungen, was dauerhaft in den revolutionären Annalen des philippinischen Volkes eingebrannt bleiben wird. Sein Name, welche jetzt mit denen der anderen Helden der philippinischen Revolution steht, wird für immer das philippinische Volk in seinem Kampf für die nationale und soziale Befreiung inspirieren.

*Kabataang Makabayan / Jugendbewegung gegen die Marcos-Diktatur

Quelle/Übersetzung: Jens Thorsten-Bohlke für k-online. Weitere Informationen: http://www.philippinerevolution.net/

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