Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Nochmal zur Situation bei der Austria Tabak

Posted by rkjv - Oktober 8, 2011

Im folgenden dokumentieren wir ein Flugblatt des Komitees kämpferischer ArbeiterInnen bezüglich der Schließung des Austria Tabak Werkes in Hainburg und der Zweigstelle Ottakring:

Die Zeit des Zauderns ist vorbei! Regierung und Sozialpartner haben wieder einmal bewiesen, dass sie nur einen Herren haben und sie leisten gute Dienste, denn bis heute regt sich kein Widerstand; und wenn doch, dann nur so schwacher, dass er nicht nach außen dringt. Sie haben es fertig gebracht, dass ihr euch eurem „Schicksal“ ergebt, sie haben euch demoralisiert und gespalten. Kurz um: sie machen jetzt mit euch was sie schon in tausend- und millionenfacher Ausführung mit ArbeiterInnen auf der ganzen Welt gemacht haben.

Man nehme nur das Beispiel der KollegInnen in Linz! Das Linzer Werk, wir haben es noch schmerzlich in Erinnerung, wurde 2007 geschlossen, auf einen Schlag verloren über 300 Arbeiterinnen ihren Job. Es waren die selben Schoßhunde des Kapitals wie heute, die damals den sogenannten „Sozialplan“ erarbeitet haben und eure Kollegen in den sicheren Untergang getrieben haben. Von den 140 ArbeiterInnen die damals eine Arbeitsstiftung besuchten, konnten original 63 unmittelbar in einen anderen Job einsteigen, aber was ist mit den anderen 77? Von den mehr als 160, die nicht berücksichtigt wurden, noch gar nicht zu sprechen. Hat man die vergessen oder was war mit denen?

Es liegt nicht im Interesse irgendeines Chefs, dass die ArbeiterInnen in seinem Betrieb gegen Entlassungen und Werkschließungen kämpfen. Also beauftragen sie ihre Agenten, Gewerkschaftsbonzen und Sozialpartner mit der Erstellung eines „Sozialplans“, der einzig und allein darauf abzielt den Betrieb bis zur endgültigen Schließung des Werks, und der damit einhergehenden Kündigungswelle, aufrecht zu erhalten. Es soll alles so reibungslos wie möglich über die Bühne gehen, nur kein berechtigter Widerstand, gegen die Zerstörung von ganzen Existenzen, darf aufkommen. Der Konzernleitung wird die Möglichkeit gegeben, in Seelenruhe alles Schritt für Schritt zu demontieren und weg zu schaffen, in eine Fabrik, in der sie billiger produzieren kann, um den Profit noch weiter zu steigern. Der infamen Lüge, der Gewinn sei eingebrochen, kann, bei einem Rekordgewinn von 2,6Mrd €(!!!) im Geschäftsjahr 2009/10, doch kein Glaube geschenkt werden. Alles worum es JTI also geht ist die Steigerung des Profits und für den gehen sie sogar über Leichen, oder in diesem Falle schließen sie einfach ein ganzes Werk und verlagern die Produktion in ein abhängiges, unterdrücktes Land, wo für sie noch bessere Bedingungen der Ausbeutung herrschen.

Von der Gewerkschaftsbürokratie kann man sich also nicht allzu viel erwarten, besteht ihre Aufgabe doch nur darin, die ArbeiterInnen so lange ruhig zu halten, bis jeglicher Kampfwille neutralisiert ist. Dabei liegt die Antwort auf eine solch verbrecherische Zerstörung von Lebensgrundlagen, gar nicht so fern, wie sich viele vielleicht denken. In einer Situation, in der die Schließung eines Werks und die Entlassung von hunderten ArbeiterInnen kurz vor der Tür stehen, haben wir nichts mehr zu verlieren als unsere Fesseln. Die Solidarität ist eine Waffe in den Händen der ArbeiterInnen, gemeinsam sind wir stark, alleine sind wir nichts. Genau diese Waffe ist es, die es nun heißt richtig einzusetzen, als Klasse, als KollegInnen. Der entschlossene Kampf, den wir selbst und selbstbestimmt führen, ist das einzige Mittel, um die Lage zu unseren Gunsten zu drehen. Wir müssen den Konzern dazu zwingen, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben und nicht abgebaut werden, dass unsere Interessen durchgesetzt werden und nicht seine.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. Doch was könnten wir denn schon verlieren? Das Werk soll schon geschlossen werden, die Kündigungen stehen kurz bevor! Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, es kann also nur noch vorwärts gehen. Kämpfen wir dafür, dass wir morgen noch einen Arbeitsplatz haben, oder nicht – das ist die entscheidende Frage, die wir uns heute stellen müssen. Ohne Plan, ohne dass wir uns organisieren stehen wir den Kapitalisten einzeln und ohnmächtig gegenüber. Wir müssen beginnen uns eigene Strukturen zu schaffen, um tatsächlich für unsere Interessen als ArbeiterInnen kämpfen zu können! Kommt zum Stammtisch – überlegen wir gemeinsam was wir tun können, wie wir stark werden! Es geht darum erstmal alle die, die bereit sind zu kämpfen zu vereinen um gemeinsam einen konkreten Plan zu entwickeln.

Wir sagen Ja! Wir kämpfen mit euch!

Keine Schließung der Tabakfabrik Hainburg!

Anstatt „Sozialplänen“: Rücknahme aller angemeldeten Kündigungen in Hainburg und Ottakring!

Für ein sofortiges, gesetzlich verankertes Streikrecht in ganz Österreich!

Bauen wir Fabriks- und Ortskomitees auf, nehmen wir es selbst in die Hand!

Kontakt, auch für andere Bereiche und mögliche gemeinsame Kampfaktionen:

kampf.arbeiterinnen@gmx.at

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