Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Mieten steigen. Betriebskosten steigen. Lebensmittelpreise steigen. Arbeitslosigkeit und Schulden sowieso. Bei alledem: Was schert uns 1911?

Posted by rkjv - September 19, 2011

[AKtuelles Flugblatt des RKJV] Mieten und Betriebskosten steigen immer weiter, Lebensmittelpreise ebenso und zu alledem kommt derzeit auch noch verstecktes Schulgeld dazu – zwar nicht als offizielles Schulgeld, aber für Selbstbehalte bei Freifahrt, Büchern und anderen Dingen. Mieten und Lebensmittelpreisentwicklung merkt wohl jedeR, bei Familien mit Kindern verschärft sich die Situation aber noch zusätzlich. Immer öfter werden unsere Nachbarn, KollegInnen, Freunde, Eltern, usw. arbeitslos – und die die Arbeit haben, müssen immer mehr schuften. Die Löhne dagegen nehmen eher die andere Entwicklung und meist ist davon nach kurzem schon nicht mehr viel übrig…

All das kennen wir, es erscheint uns nicht besonders „außergewöhnlich“, sondern ist Alltag. Doch gerade diese Dinge sind es, die uns ankotzen und zermürben, denn um dennoch alles irgendwie auf die Reihe zu kriegen, ist man schnell mal wie der Hamster im Laufrad – egal ob in Schule oder Lehre, egal ob alt oder jung. Auf was es ankommt, ist unsere Klasse:…

 

gehört man zu denen, die die Macht haben und von der Arbeit der ArbeiterInnen leben? Dann hat man gut ausgestattete und „gemütliche“ Schulen, jederzeit einen ruhigen Job in der Firma eines Verwandten, bzw. gehört einem selbst eine Fabrik oder ein Betrieb wo die ArbeiterInnen für einen schuften. Gehören wir aber zur ArbeiterInnenklasse, sind für uns meist die miesesten Schulen mit den perversesten Disziplinierungsmaßnahmen reserviert; dann dienen wir dem Chef in der Lehre als Arbeitskraft „für eh alles“, und rackern uns unser Lebtag lang für einen kümmerlichen Lohn der zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig ist, ab. Denn den Rest der von uns in der Arbeit geschaffenen Werte steckt sich der Chef ein.

Wir können nun für verschiedene Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und andere Reformen kämpfen. Das ist nicht nur gerechtfertigt, sondern auch nötig um weiterzukommen, Kampferfahrung zu sammeln und die Bedingungen unter denen wir uns organisieren und kämpfen, zu verbessern. Doch die Klassenunterschiede werden damit nicht beseitigt. Es bleiben, trotz aller von uns erkämpften Verbesserungen, jene an der Macht, die die Mieten hinaufdrücken, mit Lebensmitteln spekulieren, von unserer Arbeit insgesamt leben und für die jeder Cent der uns genommen wird einen Cent mehr an Profit bedeutet. Dass wir ihre Macht brechen, geht nicht mit einzelnen Verbesserungen oder auf Teilbereiche beschränkte Kämpfe (Umwelt, Antifa, Antirassismus,…) – auch wenn das absolut notwendig sein kann. Es geht nur, wenn wir als Ziel der Gesamtheit unserer Kämpfe die Zerschlagung der derzeitigen Ausbeuterordnung, den Sturz des Kapitalismus ins Auge fassen, uns auch in kleinen Kämpfen danach ausrichten und handeln, wenn unsere Perspektive die unumschränkte Macht der ArbeiterInnenklasse ist – der Sozialismus! Erst wenn die ArbeiterInnen und Werktätigen in der Gesellschaft die Macht übernommen haben, können sie diese auch wirklich in ihrem Interesse gestalten, und die schlechten Lebensbedingungen der Massen überwinden. Erst dann gibt es z.B. Schulen die wirklich im Dienst der werktätigen Massen stehen, erst dann können wir über die Fabriken und Betriebe, über die Arbeit selbst, bestimmen! Im Kampf um dieses große Ziel, muss sich die ArbeiterInnenklasse ihre eigenen Organisationen schaffen: sowohl eine neue Kommunistische Partei die wirklich den Massen dient, als auch Organe der proletarischen Massen (z.B.: Räte,…). Anders wird es ihr zuerst nicht gelingen die Macht zu erobern, sowie es ihr danach nicht gelingen wird wirklich ihre Klassenmacht zu verteidigen und auszubauen, die „breiteste Demokratie für die Werktätigen“ (Lenin) zu gewährleisten.

Am 17.9.1911 standen in Ottakring die ArbeiterInnen auf um teilweise gegen ähnliche Probleme wie wir sie im ersten Absatz beschrieben haben (im Rahmen ihrer Zeit), zu kämpfen. Zuerst stellten sie sich noch unter sozialdemokratische Führung, doch schnell wurde ihnen klar, dass sie diese nur verraten und verkaufen würde. Sie nahmen ihre Demonstration selbst in die Hand und führten sie weiter zur tatkräftigen, militanten Auseinandersetzung mit der damaligen Staatsmacht, die, geschützt durch die Sozialdemokratie, auf die wütenden ArbeiterInnen schießen ließ und bei der Niederschlagung des Aufstands tatkräftiges Engagement zeigte. Wie klar die revoltierenden ArbeiterInnen die Perspektive des Sozialismus als unumschränkter ArbeiterInnenmacht fassten, können wir derzeit nicht beurteilen und darum geht es uns jetzt in erster Linie auch nicht. Wir wollen die damaligen Kämpfe in Erinnerung rufen, weil sie als Aktion der ArbeiterInnenklasse berechtigt waren und in der Praxis einen der unversöhnlichen Widersprüche aufzeigten die in diesem System bestehen und so lange bestehen werden, wie es nicht über den Haufen geworfen ist: Der Widerspruch zwischen ArbeiterInnen und Kapitalisten. In diesem Sinne betrachten wir auch die KämpferInnen vom 17. September 1911 als unsere VorkämpferInnen, stellen uns bewusst auch in ihre Tradition und ihre Seite im Klassenkampf. Wir arbeiten heute am Zusammenschluss und der Organisierung der revolutionären Jugend, sowie wir auch den Aufbau einer revolutionären Kommunistischen Partei anstreben. Der Kampf vom 17.9.1911 ist uns dabei Vorbild und Lehrstück zugleich und es ist uns wichtig, ihn so gut wie möglich wieder in das kollektive Gedächtnis unserer Klasse zurückzutragen.

Kampf den steigenden Mieten, Betriebskosten, Lebensmittelpreisen,…!
Bildet Stadtteilgruppen und ArbeiterInnenkomitees in den Betrieben!
Klasse gegen Klasse! Für den Kommunismus!

Organisieren wir uns & lernen wir aus den Kämpfen des 17.9.1911!

 

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