Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

1. Mai 2011: Erklärung zur Einheit der revolutionären ArbeiterInnenjugend-Organisationen

Posted by rkjv - April 30, 2011

Der 1. Mai als internationaler Kampftag der Arbeiterinnenklasse und Werktätigen, ist eng verbunden mit dem Gedenken an die großen Kämpfe des Proletariats, an die Entwicklungen dieser Kämpfe sowie an die unzähligen Genossinnen und Genossen, die in diesen Kämpfen ihr Leben für die Befreiung von Kapitalismus und Imperialismus gaben und in den Volkskriegen in Indien, Peru, der Türkei/Nordkurdistan,… aber auch in den demokratischen Massenaufständen Nordafrikas, nach wie vor tagtäglich geben. Angesichts der Schwäche der kommunistischen Bewegung in den imperialistischen Zentren, gibt jedoch, wenn auch nicht alleine so doch gerade auch der 1. Mai dazu Anlass, über die Perspektiven der revolutionären Kräfte breiter zu debattieren, gemeinsame Grundlagen zu legen und anstehende Aufgaben vor diesem Hintergrund zu benennen. Als Ergebnis nun schon einiger Monate der intensiveren Zusammenarbeit, stellen unsere Organisationen [Demokratische Jugendbewegung in Europa (ADGH) und Revolutionär-Kommunistischer Jugendverband (RKJV)] die folgende Erklärung vor.

1. Die Situation innerhalb der kämpferischen Jugendbewegung in Österreich zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es viele antirevisionistische kommunistische Kräfte gibt, diese aber auf mehrere Organisationen aufgesplittert sind. Dieser Zustand macht es zwar möglich immer wieder gemeinsam bei Aktionen zu intervenieren und auch im Bündnis eine gemeinsame Politik zu entfalten, führt aber in der Konsequenz dazu, dass dennoch die Kräfte nicht so stark gebündelt werden, wie das angesichts der Klassenkampfsituation notwendig wäre. Trotz einer guten Zusammenarbeit, bleibt die Teilung der revolutionären Kräfte ein wichtiges Hindernis in unserem allgemeinen Vorankommen im Klassenkampf, insbesondere aber in der Weiterentwicklung einer konsequent revolutionären Linie in der Jugendfrage.

2. Wie können wir die zukünftige Zusammenarbeit anpacken, um unsere Praxis auf ein höheres Niveau zu heben und die revolutionäre Einheit zu vertiefen? Die bisherigen Erfahrungen in der praktischen Zusammenarbeit der kommunistischen Jugendorganisationen müssen wissenschaftlich ausgewertet und damit systematisiert werden. Widersprüche und Erfolge der bisherigen Praxis, müssen als bewusste Grundlage für die weitere Arbeit herangezogen werden. Die gemeinsame Praxis darf sich nicht nur auf einzelne Aktionen (Demonstrationen, etc.) beschränken, sondern muss zu einer eigenen Kraft werden, die über bloße Interventionen hinaus vermehrt auch selbst die Initiative ergreift und leitet. Schritte in diese Richtung müssen mit Bedacht angegangen werden, denn sie erfordern viele Ressourcen und langfristige Planung. Sie sind nicht als voluntaristischer Akt zu vollziehen, sondern müssen immer die realen Stärken und Schwächen der an dieser Art der Zusammenarbeit beteiligten Organisationen in Rechnung stellen. Revolutionäre Einheit entsteht nicht einfach dadurch dass wir sie wollen, sondern aus den Erfordernissen des Kampfes, aus unseren Erfahrungen, aus der bewussten Analyse und einem gemeinsamen Plan/Konzept.

3. Eine engere gemeinsame Zusammenarbeit muss an erster Stelle, primär, auf der gemeinsamen Praxis aufbauen. Verabsäumen wir es aber diese Praxis auszuwerten und systematisch Schlüsse zu ziehen, also zu theoretisieren, wird es eine blinde Praxis bleiben die keine vorwärtstreibende Rolle spielen kann sondern bestehenden Bewegungen opportunistisch nachhechelt. Größte Gefahr für die ArbeiterInnenewegung insgesamt und nicht nur für unsere Organisationen ist dabei (nicht zuletzt wegen in Österreich kaum entwickelter Klassenkämpfe) der rechte Opportunismus, der nicht selten mit dem bloßen Praktizismus Hand in Hand geht. Gefahren wie diesen ist nicht nur durch eine entschlossene, kämpferische, revolutionäre Praxis zu begegnen, sondern damit einhergehend auch dadurch, dass wir durch Debatten über die Linie, durch eigene Erfahrungen, durch das Studium der bisherigen praktischen und theoretischen Errungenschaften der Internationalen Kommunistischen Bewegung, usw. die Theorieentwicklung bewusst vorantreiben.

4. Wir gehen vom Revolutionären Kommunismus, dem Marxismus-Leninismus-Maoismus (kurz: Maoismus) als bisher höchste Entwicklungsstufe kommunistischer Theorie und Praxis aus. Nur wenn wir uns auf ihn stützen, von ihm ausgehend an einer Weiterentwicklung gemäß den konkreten Bedingungen arbeiten, werden wir Schritte nach vorne machen können. Der Maoismus stellt somit den gemeinsamen Ausgangspunkt unserer Organisationen dar. Ohne dieses Fundament, werden möglicherweise kurzfristige Erfolge erzielt werden können, doch ist es unmöglich langfristig revolutionäre Antworten auf die brennenden Fragen, vor allem innerhalb der Jugendbewegung, geben zu können. Gerade den von den grundlegenden Widersprüchen des imperialistischen Weltsystems ausgehenden Entwicklungen und Veränderungen wird einerseits ohne den Revolutionären Kommunismus nicht richtig begegnet werden können, andererseits würden wir uns ebenso unserer ideologischen Waffen berauben, wenn wir dogmatisch nur bei dieser Grundlage stehenblieben.

5. Unsere Linie, unsere revolutionäre Theorie und Praxis, bezieht sich klar auf die ArbeiterInnenklasse als einzig konsequent revolutionäre Klasse und die Verbindung ihrer Kämpfe mit den Massenkämpfen und Volkskriegen in den neokolonial abhängigen Ländern – den derzeit fortgeschrittensten Klassenkämpfen. Eine revolutionäre Perspektive ist ohne die engste Verbindung dieser Kämpfe und Bewegungen nicht denkbar. Von besonderer Bedeutung ist dabei für uns, dass wir die revolutionäre Einheit innerhalb der Reihen der ArbeiterInnenjugend und deren migrantischen Teilen schaffen, denn sie sind einer der am stärksten ausgebeuteten und unterdrückten Teile der ArbeiterInnenklasse.

6. Unsere zunehmende Zusammenarbeit ist ein Aufruf an die MigrantInnen der ArbeiterInnenklasse, dass sie sich revolutionär organisieren und damit die Möglichkeit schaffen, sich am Klassenkampf in dem Land in dem sie leben und arbeiten konsequent zu beteiligen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die Klasseneinheit, gerade von den untersten Schichten der ArbeiterInnenklasse ausgehend, zu schmieden. Wir richten uns dabei ausdrücklich vor allem an jene klassenbewussten MigrantInnen, die schon heute in demokratischen Organisationen tätig sind. Weiters darf zunehmende revolutionäre Einheit nicht auf unsere, die revolutionär-kommunistische bzw. maoistische Strömung in der ArbeiterInnenbewegung beschränkt bleiben. Auch andere Kräfte (z.B. Marxisten[1], Trotzkisten, usw…) müssen sich unseres Erachtens nach, ohne in Vereinigungstümelei zu verfallen, für sich auf ihren Grundlagen zusammenfinden und an der Geschlossenheit und Einheit ihrer jeweiligen Strömungen arbeiten.

7. Die ersten Aufgaben die sich unserer Front stellen, sind die weitere Vertiefung und der weitere Ausbau unserer Zusammenarbeit in Theorie und Praxis. Keine Gelegenheit dafür darf ausgelassen werden. Die längerfristige Perspektive, wenn dafür auch noch viele Schwierigkeiten zu überwinden sein werden und viele Fragen gelöst werden müssen, kann nur die Vereinigung in einer gemeinsamen Kampforganisation der revolutionären ArbeiterInnenjugend sein.

Junge ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt euch!

ArbeiterInnen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!

Voran in der Einheit der revolutionär-kommunistischen, maoistischen Kräfte in Österreich!

Demokratische Jugendbewegung in Europa (ADGH) // Revolutionär-Kommunistischer Jugendverband (RKJV)

1. Mai 2011

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[1] Erklärung: Der Begriff „Marxisten“ bzw. „marxistisch“ kann in zweierlei Weise verwendet werden. Erstens als gleichbedeutend (synonym) zu „Kommunismus“ bzw. „kommunistisch“, also durchwegs positiv. Zweitens aber auch für jene Kräfte, welche zwar die Werke und Errungenschaften von Marx und Engels, nicht aber die darauf folgenden Weiterentwicklungen (Leninismus, Maoismus) anerkennen; ebendiese Kräfte sind hier gemeint.

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