Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Lehrlingskämpfe bei Bosch: Die Macht der geeinten ArbeiterInnen.

Posted by rkjv - Februar 21, 2011

Mit dem Kampf der ArbeiterInnen der Firma Bosch (Automobilzulieferer, Deutschland) für die unbefristete Übernahme der Lehrlinge nach ihrer Ausbildung, hat das Proletariat in Deutschland bewiesen wozu die ArbeiterInnen der Welt fähig sind, wenn sie sich solidarisieren! Eben diese Solidarität, der gemeinsame Kampf, hat erreicht, dass die unbefristete Übernahme aller Lehrlinge im Werk Feuerbach, mit 11000 Beschäftigten, durchgesetzt wurde. Der Erfolg beruht einzig und allein auf der Kraft, die eine gemeinsame ArbeiterInnenbewegung hervorbringt.

Im Jahr 2007 haben rund 2500 ArbeiterInnen für die Übernahme der Lehrlinge gestreikt. Ein darauf angesetzter konzernweiter Aktionstag wurde im letzten Moment von den Betriebsräten abgesetzt. Und warum? Weil die Betriebsleitung den Betriebsräten versicherte, dass die unbefristete Übernahme aller Lehrlinge beim Bosch die Regel sei. In Folge sollte sich aber herausstellen, dass dieses Versprechen nur leeres Gerede war. Selbst die Teile der ArbeiterInnenklasse die die Bourgeois-Propaganda am wenigsten kritisch beobachteten erkannten  nun, dass eben diese Ausbeutung nicht weniger werden wird. Die Folge war massiver Widerstand unter der Belegschaft. Dieser äußerte sich in Protestaktionen wie Überstundenverweigerung bei Bosch-Feuerbach (BRD) oder der erfolgreichen Werksbesetzung bei Bosch in Argentinien gegen die geplante Schließung des Werks.

Die sogenannte „volle Übernahme als Grundregel“ wurde Stück für Stück reduziert. In Feuerbach sollten 2011 nur noch 30 von 104 Lehrlingen sowie in Reutlingen keiner übernommen werden. Diese Entwicklung sorgte dafür, dass die die auch von den Betriebsräten betriebene „Dialog-Kultur“, die nur darauf abzielt zu beschwichtigen, bei den Beschäftigten auf immer mehr Ablehnung stieß. Weiters dazu beigetragen haben die Tatsachen, dass mehr und mehr Leiharbeiter als moderne Sklaven  eingestellt wurden und quasi im Austausch, mit „Trennungsgesprächen“ KollegInnen zur Kündigung genötigt wurden. Sogenannte „Trennungsgespräche“ sind eine heute übliche aber deswegen nicht minder schäbige Art der Kapitalisten, sich eines/r ArbeiterIn zu entledigen. In diesen Gesprächen wird dem/der ArbeiterIn klar gemacht, dass es besser wäre wenn die betroffene Person aus freien Stücken die Firma verlässt. Besser ist dies freilich nur für den Ausbeuter, denn dieser kann in der Öffentlichkeit viel „praktischer“ das Gesicht waren, wenn die Kündigung in „beiderseitigem Einvernehmen“, oder auch einseitig (weil sich der/die Kollegin natürlich so fühlt als hätte er/sie Schuld daran, dass das Verhältnis nicht mehr stimmt) erfolgt. So ist z.B. ein/e allein Erziehende/r nicht gekündigt worden, sondern er/sie hat „freiwillig“ die Firma verlassen. Würde so jemand gekündigt wäre die Empörung unter den ArbeiterInnen ungleich größer.

Am 13.11.2010 nahmen viele KollegInnen und Lehrlinge an einer DGB-Kundgebung teil. (Im Anschluss daran formten die Lehrlinge der Firma Bosch ein riesiges 100% Menschenzeichen im Hof der Firma; Eine Anspielung auf die Forderung danach, dass 100% der Lehrlinge übernommen werden sollen.) Zur Solidarisierung beigetragen, hat auch ein Erpressungsversuch der Konzernleitung – nämlich dass für jeden übernommenen Lehrling ein/e  älter/e KollegInnen gehen muss. Die daraus resultierende Empörung führte zu einem noch engeren Zusammenschluss unter den ArbeiterInnen. Ebenso haben die Lehrlinge und auch die älteren ArbeiterInnen erkannt, dass sie gemeinsame Interessen haben, denn die Lehrlinge sind in wenigen Jahren selbst ausgelernt und haben auf Grund dessen neben ihren speziellen Interessen als Auszubildende auch jene der Gesellen. Die Demo vom 13.11. an der 45.000 Menschen teilnahmen und die danach anhaltende Auseinandersetzung unter den KollegInnen bei Bosch, sowie die offensichtliche Angst der Chefs vor Profitverlust wenn daraus noch mehr entstünde, ließen die Leitung des Betriebs einlenken. Den Forderungen der ArbeiterInnen nach der unbefristeten Übernahme der Lehrlinge und gegen den Abbau von Arbeitsplätzen wurde nachgegeben.  Allerdings mit dem Beigeschmack einer Frist, denn zugesichert wurde dies nur bis 2014.

Dieser Erfolg, welcher bewiesen hat wozu eine geschlossene ArbeiterInnenklasse fähig ist, ist zwar ein schöner, doch darf die Freude über diesen Erfolg nicht darüber hinweg täuschen, dass die Interessen der ArbeiterInnenklasse letztendlich nur durch die Proletarische Revolution und die darauf folgende Diktatur des Proletariats wirklich umgesetzt werden können. Sowohl für unsere täglichen Kämpfe in den Betrieben als auch für das Ziel der ArbeiterInnenmacht, müssen wir uns organisieren und unsere Kräfte bündeln. Die Aktionen der ArbeiterInnen bei Bosch, sind dazu auch für unseren Kampf in Österreich ein wichtiges Lehrstück von dem wir viel lernen können.

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