Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Rückblick auf die StudentInnenbewegung in Kroatien.

Posted by rkjv - Februar 18, 2011

"Gegen die Diktatur des Kapitlas!"

Wie von uns in verschiedenen Publikationen kritisiert, nahmen die vergangenen StudentInnenbewegungen in Österreich verhältnismäßig wenig Notiz von ähnlichen Bewegungen in Osteuropa und am Balkan. Gerade gegenüber Bewegungen in dieser Region, ist in Österreich jedoch größte Aufmerksamkeit angebracht, ist es doch gerade das österreichische Kapital, die Herrschenden hierzulande, die die dortigen Volksmassen unterdrücken, in Not und Elend halten, nur um aus diesen Ländern unglaubliche Summer an zusätzlichen Profiten herauszupressen. Die österreichischen Kapitalisten, halten sich dort Marionettenregimes, die ihnen ihre vorzüglichen Ausbeutungsbedingungen garantieren und absichern sollen. Deshalb sind die dortigen konsequenten sozialen Kämpfe auch gegen das österreichische Kapital gerichtet, womit wir mit ihnen einen gemeinsamen feind haben. Vor diesem Hintergrund erschien es uns als äußerst wichtig, zwei kurze damalige Artikel der kroatischen Crvena Akcija (Rote Aktion), einer jungen, seit zwei Jahren bestehenden Organisation von Revolutionären, zu übersetzen, sie für LeserInnen im deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen und somit einen Beitrag zum weiteren Aufbau antiimperialistischer Solidarität und der Verbindung der Kämpfe zu leisten. Wir hoffen weiters, damit einen kurzen Rücksblick auf die StudentInnenbewegung in Kroatien geben zu können.

 

1. Eine neue Welle von Universitätsbesetzungen

Ponedjeljak, 23 November 2009 10:15

23.11.09. Sechs Monate nach dem Ende der Universitäts- Besetzungen in Kroatien haben StudentInnen erneut begonnen radikale Methoden anzuwenden. Diesen Morgen besetzten StudentInnen die Universität in Pula und zu Mittag hielten StudentInnen der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in Zagreb eine Generalversammlung ab und beschlossen die Fakultät zu besetzen, mit demselben Modell, welches sie im Frühling anwandten. Sie übernehmen die Kontrolle über die Fakultät und stoppten alle Lehrveranstaltungen. StudentInnen in Rijeka versuchten ebenfalls eine Generalversammlung abzuhalten um zu entscheiden, ob die Fakultät besetzt wird, aber die Verwaltung sperrte das Gebäude und stellte einen privaten Sicherheitsdienst an, um die StudentInnen am Eingang zu identifizieren.

Das stärkte jedoch nur den Willen der StudentInnen, womit es zustande gebracht wurde, kraftvoll die Fakultät zu betreten und zu besetzen. Wir erwarten Besetzungen anderer Fakultäten in den kommenden Tagen. All das passiert in einem Moment der Eskalation internationaler StudentInnen Revolten, wo über 70 Institutionen in Europa besetzt sind. Die Antwort der Regierung lief auf leere Phrasen hinaus sie will dieses Feld für ein Modell rüsten, welches unter der Parole „Gerechtigkeit für harte Arbeit“ eine neu Form dafür bietet, das Recht auf Bildung anzugreifen. Damit versucht die Regierung die rebellierenden StudentInnen als unvernünftige Drückeberger, welche besondere Privilegien an gesellschaftlichen Ausgaben fordern, darzustellen, nur weil sie sich weigern sich täuschen von den Betrügereien der Regierung zu lassen. Zu fordern, dass jene, welche das Recht haben zu studieren nicht zusätzlich zu zahlen brauchen um dieses Recht in Anspruch zu nehmen, bedeutet nicht Privilegien zu fordern. Das ist schlicht ein Kampf zur Erhaltung minimaler sozialer Rechte, bedroht vom Kapitalismus. Der Kampf geht weiter; lasst ihn uns weiter ausdehnen…

2. Das Ende der zweiten Welle der Universitäts- Besetzungen

[05.12.09] Auf den gestrigen Generalversammlungen beschlossen StudentInnen der Universität in Pula und der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften in Zagreb, die Besetzung zu beenden. Nur die StudentInnen in Rijeka werden die Besetzungen noch bis Sonntag halten. Mit diesem Ereignis hat die zweite Welle der StudentInnen Besetzungen in Kroatien geendet. Dadurch bewiesen StudentInnen, dass die Besetzungen kein einzelnes Ereignis waren, ein Spektakel, welches „zu einer Legende wird“ und gelegentlich erwähnt wird. Die Kontrolle der StudentInnen über Fakultäten ist eine neue Waffe im Klassenkampf, mit aussichtsreicher Zukunft. In zwei Wochen kontrollierten StudentInnen sechs Institutionen in vier Städten: die Universität in Pula, die Fakultät der Geistes- und Sozialwissenschaften und die Fakultät der Politikwissenschaften in Zagreb, die Fakultät der Geistes- und Sozialwissenschaften in Rijeka, die Kunstakademie in Rijeka, die Fakultät der Geistes- und Sozialwissenschaften in Split.

Gleichzeitig wurden solidarische Aktionen und andere studentische Aktivitäten in anderen universitären Städten, wie Zadar und Osijek, abgehalten, wo StudentInnen Foren und Demonstrationen organisierten; sie reorganisierten auch Generalversammlungen, wenn es notwendig war. Das gleichzeitige Anheben/Halten und Unterbrechen der Besetzung zeigte eine großartige Koordination, Organisation und Disziplin der StudentInnen im Kampf. Die StudentInnen machten auch viele Schritte in der Vereinigung mit anderen unterdrückten Gruppen. In Zagreb organisierten StudentInnen Foren für ArbeiterInnen der Schiffswerft „3rd May“ und der chemischen Industrie in Kutina, In Split organisierten sie Foren für ArbeiterInnen der Metallindustrie in Split, der Baustoffindustrie in Vranjice und der Textilindustrie in Sinj. In der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften in Zagreb organisierten StudentInnen eine proletarische Generalversammlung, auf welcher Proletarier das erste Mal offen und gleichgestellt darüber debattierten, wie sie für ihre Rechte kämpfen können. Die Generalversammlung der Fakultät der Politikwissenschaften in Zagreb organisierte zwei Demonstrationen vor dem Ministerium für Erziehung und Sport, wovon die zweite mit Interventionen der Polizei, welche das Ministerium verteidigte, endete. Neue Besetzungen erinnerten die Bevölkerung wieder an die Forderungen der StudentInnen, welche sich nicht geändert hatten, außer, dass sie endlich vom Ministerium ein klares Modell für die Finanzierung der Bildung erzwangen. Dieses Modell verspricht gewiss nicht freie Bildung, aber das Gestalten dieses Modells zeigt, dass die Regierung tatsächlich mit Studierendendemonstrationen rechnet und versucht sie zu stoppen. Wie auch immer, Kämpfe gegen die Kommerzialisierung der Bildung können nicht unterbunden werden mit dürftigen Veränderungen der bürokratischen Formulierungen, da es eine weltweite Bewegung ist, welche auch außer in Kroatien stärker wächst, besonders in Deutschland, Österreich, USA, Serbien… Sich dem Beenden der Besetzungen widersetzend, setzen die StudentInnen, jetzt stärker als zuvor, mit zweckmäßigen Generalversammlungen und dem Potential, dass Besetzungen in jedem Moment passieren können, ihren Kampf fort.

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