Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Die antifaschistisch/antiimperialistischen Kämpfe und die Aufgaben der revolutionären Jugend

Posted by rkjv - Januar 31, 2011

Ende Jänner hielt die Neue Demokratische Jugend (NDJ/YDG) ihren 9. Bundeskongress in Innsbruck ab. Rund 30 Delegierte waren dabei vertreten und uns wurde einmal mehr die Möglichkeit gegeben, unsere Postionen zur Hauptlosung der Konferenz („Erweitern wir den antifaschistischen und antiimperialistischen Kampf gegen die kapitalistisch-imperialistischen Angriffe in allen Bereichen! Stärken wir die YDG!“) darzulegen. Da es sich um wichtige Themen, eben den antifaschistischen und antiimperialistischen Kampf, für die revolutionäre Jugendbewegung handelt, wollen wir unseren Redebeitrag selbstverständlich auch unseren LeserInnen zugänglich machen.

An die neunte Bundestagung der Neuen Demokratischen Jugend (NDJ/YDG)

Liebe Genossinen und Genossen, als erstes wollen wir Euch unseren Dank dafür aussprechen, dass ihr uns heute einmal mehr die Möglichkeit gebt, uns mit einem Redebeitrag an Euch zu wenden. Die Losung Eurer Konferenz lautet „Erweitern wir den antifaschistischen und antiimperialistischen Kampf gegen die kapitalistisch-imperialistischen Angriffe in allen Bereichen! Stärken wir die YDG!“. Dass diese Losung speziell die Notwendigkeit des verstärkten Kampfes gegen die Angriffe des Kapitals auf ArbeiterInnenklasse und Volksmassen zum Inhalt hat, ist vollkommen richtig. Das kapitalistische System versucht derzeit, mit unterschiedlichen Methoden seine Machtpositionen nicht nur zu verteidigen, sondern auch auszubauen – die Kapitalisten befinden sich in voller Offensive.

Der antiimperialistische Kampf.

Seit Eurem letzten Kongress im Jänner 2010, haben sich die Widersprüche auf internationaler Ebene zusehends verschärft. Als besonders auffällige Beispiele, können hier die verstärkten Vorstöße, die aggressive weitere Unterwerfung der Neokolonien unter die Gewalt des Imperialismus gelten: Genannt seien hier die sogenannte „Griechenlandkrise“, der Machtwechsel in der Ukraine, oder jüngst die Auseinandersetzungen der imperialistischen Mächte um die Vorherrschaft an der Cote d‘Ivoire („Elfenbeinküste“).

Dass die Attacken der österreichischen Imperialisten hierzulande, im Vergleich zu den Angriffen auf die politischen und sozialen Rechte der ArbeiterInnenklasse und Volksmassen in anderen Ländern, bisher vergleichsweise gering ausfielen, hängt schlussendlich damit zusammen, dass der österreichische Imperialismus aus seinen Neokolonien, vor allem am Balkan und in Osteuropa, solche gigantischen Mengen an Extraprofiten herauspresst, dass er bis dato weitergehende als die getroffenen Maßnahmen nicht notwendig hatte – das ist aber keineswegs damit zu verwechseln, dass der Hauptteil der Angriffe (Erhöhung indirekter Steuern, Kürzungen, Belastungspakete,…) nun vorüber sei. Denn Teile der Bourgeoisie trommeln sehr wohl für weitergehende, die Massen noch stärker schröpfende Maßnahmen – und sobald es für die Herrschenden notwendig erscheint, wird auch nicht gezögert werden solche Schritte zu setzen. Wenn wir erkennen, wie eng verknüpft die angeblichen „Krisenmaßnahmen“ mit der imperialistischen Ausplünderung der unterdrückten Völker sind, so muss für uns klar sein, dass wir sowohl den tagespolitischen Kampf gegen konkrete Verschlechterungen, als auch den strategischen Kampf gegen die imperialistische Herrschaft des Kapitals selbst, nur in unbedingter Verbundenheit mit den Kämpfen der Massen in den Neokolonien führen müssen. Nur so ist es möglich, eine revolutionäre Perspektive innerhalb der Klassenkämpfe zu entwickeln und nur so wird es möglich sein, die Herrschaft des Kapitals zu zerschlagen! Würde man die Notwendigkeit dieser Verbundenheit bestreiten, so wäre das der unmittelbare Sprung in den Chauvinismus. Gerade eben in Hinblick auf dieses wichtige Verhältnis zwischen den Kämpfen in den imperialistischen Zentren einerseits und den Volkskämpfen in den abhängigen, unterdrückten Ländern andererseits, schrieb Lenin: „Ohne den vollständigen und engen Zusammenschluss der in Europa und Amerika gegen das Kapital kämpfenden Arbeiter mit den von diesem Kapital – unterdrückten Hunderten und aber Hunderten Millionen von Kolonialsklaven wäre die revolutionäre Bewegung der fortgeschrittenen Länder in Wahrheit ein glatter Betrug.“

Neben sich entwickelnden Kämpfen in den Neokolonien des österreichischen Imperialismus, sehen wir aber an vielen Orten entschlossene Kämpfe gegen die weltweite Offensive des Imperialismus aufflammen, Kämpfe die uns wichtige Lehrstücke und Beispiele kommunistisch geführter revolutionärer Massenkämpfe sind. Die großen Fortschritte die die Volkskriege in Indien unter Führung der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch),  in Peru unter Führung der KP Perus oder der auf den Philippinen, angeleitet durch die KP der Philippinen, machen (und das sind nur einzelne Beispiele), sind unübersehbar und können als  Bastionen der weltweiten Front des Proletariats und der unterdrücken Völker gegen den Imperialismus bezeichnet werden.

Der antifaschistische Kampf.

Mit der an Schärfe gewinnenden Schlacht der Imperialisten um die Vorherrschaft in den Neokolonien, verschärft sich auch der Widerspruch zwischen ihnen – die Gegnerschaft zum jeweiligen Konkurrenten um die Ausplünderung der Volksmassen, zwingt die Imperialisten zu immer kühneren Vorgehensweisen, zu einer immer aggressiveren Politik. Diese Widersprüche auf die Spitze getrieben, bedeuten Krieg. Imperialistischen Krieg um Einflusssphären! Diesen Weg können die Herrschenden aber nur beschreiten, indem sie die ArbeiterInnenklasse innerhalb der imperialistischen Länder über das übliche Maß hinaus ruhig stellen, indem sie Mittel und Wege finden, fortschrittliche und revolutionäre Bewegungen innerhalb ihrer „eigenen“ Länder schon im Keim zu ersticken. Neben offen faschistischen Regimen die in abhängigen Ländern durch die Imperialisten errichtet werden (Kolonialfaschismus), verschärft sich damit auch die Faschisierung nach innen hin. Der bürgerlich-demokratische Staat, kommt seinen Bestrebungen nach immer mehr in Widerspruch zu den eigenen bürgerlich-demokratischen Grundlagen. Er unterhöhlt sie und verstärkt die Repression immer weiter. Auch wenn der offene Übergang zum Faschismus dann freilich noch immer ein tatsächlicher Bruch, also ein eigener Schritt ist, ist die Faschisierung im Imperialismus, der Reaktion auf der ganzen Linie bedeutet, gesetzmäßig – für das Kapital also eine zwingende Notwendigkeit. Dass diese Tendenz besteht, wird uns vor allem in den letzten Jahren deutlich vor Augen geführt; Prozesse auf Basis des Paragraphen 278a+b+c, Hetze gegen MigrantInnen, Arbeitslose, usw., Kriminalisierung fortschrittlicher AktivistInnen, Verbot von Demonstrationen,… die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ergänzt wird die von staatlicher Seite betriebene Faschisierung durch die Stärkung offen faschistischer Banden die in immer weitgehenderem Ausmaß von staatlicher Seite her geduldet und toleriert werden, was dazu führt, dass ihre Aktivitäten, einschließlich militanter Aktionen, immer weiter zunehmen.  Vor diesem Hintergrund, ist der Kampf gegen Faschisierung und Faschismus unweigerlich mit dem Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr, also gegen den Imperialismus verbunden. Das schließt mit ein, dass es auch in unserem antifaschistischen Engagement keine gemeinsame Front mit Institutionen des imperialistischen Staates geben kann, denn genau die kapitalistische, bürgerliche Gesellschaft ist es, der nicht nur die Faschisierung, sondern der Faschismus selbst entspringt. Der konsequente antifaschistische Kampf, muss sich also schlussendlich gegen den Imperialismus, gegen das System der Lohnarbeit selbst richten – nur so kann er auch längerfristig erfolgreich sein. Das schließt nicht aus, dass als taktischer Zwischenschritt auch Bündnisse mit fortschrittlichen kleinbürgerlichen Kräften geschlossen werden können; sind aber die Revolutionäre in solchen Bündnissen nicht führend, werden sie zum Anhängsel des bürgerlich-liberalen Verbalantifaschismus und somit, wenn auch unbewusst, zu KämpferInnen für die Herrschende Ordnung. Das kann nur vermieden werden, wenn sich die proletarisch-revolutionären Kräfte zusammenschließen und innerhalb der antifaschistischen Bewegung einen starken Block bilden, der dazu in der Lage ist die Führung zu übernehmen und den antifaschistischen und demokratischen Kampf schlussendlich gegen das Kapital zu richten, ihn in einen revolutionären Kampf überzuleiten.

Die Aufgaben der Jugendverbände.

Die gegenwärtige Situation ist, wie oben dargelegt, durch die Verschärfung grundlegender Widersprüche gekennzeichnet. In der Geschichte sehen wir, dass die Klassenkämpfe in solchen Situationen oftmals einen Aufschwung nehmen und/oder an Intensität gewinnen. Vor allem an der antiimperialistischen und antifaschistischen Front, müssen wir uns die dringende Frage stellen, wie sich revolutionäre, kommunistische Jugendverbände  in dieser Situation verhalten und was der Weg sein soll, den sie einschlagen. Gerade in einer Situation, wo die revolutionären Organisationen aufgrund der bisher schwachen Klassenkampfsituation in Österreich nicht über den Einfluss verfügen der wünschenswert wäre, stellt sich diese Frage umso dringlicher. Ob in Klassenkämpfe auf entsprechendem Niveau eingegriffen werden kann, ob es die KommunistInnen verstehen, die Führung der Kämpfe zu übernehmen, ist eine Frage des Kampfes der Linien – nur dadurch werden wir die richtigen Methoden zur Anwendung der revolutionären Massenlinie herausarbeiten und unsere Perspektive damit wiederum in die Klassenkämpfe hineintragen können. In diesem Prozess, kann es mit dem Revisionismus keine Einheit geben, denn er stellt den wichtigsten Feind der revolutionären Kräfte innerhalb der ArbeiterInnen- und Volksbewegungen dar; die Einheit mit dem Revisionismus ist in diesem Zusammenhang der Todesstoß für die Herausbildung der revolutionären Linie und kann somit keine Rechtfertigung erfahren. Vielmehr müssen sich die auf den Revolutionären Kommunismus und den Maoismus gestützten Kräfte, dringend die Frage nach der Einheit ihrer Organisationen stellen. Diese zu schmieden, steht heute für uns auf der Tagesordnung und duldet keinerlei Aufschub, denn es ist eine entscheidende Frage auf dem Weg zur Führung der Klassenkämpfe, auf dem Weg zur proletarischen Revolution. Der Zersplitterung der revolutionären Kräfte, muss mit einer aktiven Auseinandersetzung um die Linien begegnet werden – nur so, werden wir auch die antifaschistischen und antiimperialistischen Kämpfe vorantreiben können.

Wie wichtig die Lösung gerade dieser Frage innerhalb der Jugend ist, beweisen uns nicht nur die Volkskriege im Trikont, sondern auch die unterschiedlichen Proteste und Demonstrationen – wie z.B. die StudentInnen- und SchülerInnenrevolten in Ankara, oder die Aufstände im Maghreb, wo überall Jugendliche, junge Männer und Frauen, eine aktive Rolle spielen. Auch hier zeigt uns die Geschichte wichtige Beispiele, denn war es nicht gerade der junge, Mitte 20jährige Ibrahim Kaypakkaya, der mit Gründung der TKP/ML in den 70er Jahren einen entscheidenden Schritt zur Einheit der proletarisch-revolutionären Kräfte in der Türkei setzte? Für uns heißt das, dass wir heute in Österreich von Ibrahim lernen müssen und seinen Weg der Vereinigung der Revolutionäre unter dem Banner des Kommunismus, auf Grundlage des Linienkampfes und der entscheidenden Lehren der internationalen ArbeiterInnenbewegung, weitergehen wollen.

Vorwärts mit den revolutionären Volkskriegen weltweit!
Voran mit NDJ und RKJV!
Voran in der Einheit der proletarisch-revolutionären, kommunistischen Kräfte in Österreich!

 

RKJV, Jänner 2011

[Unsere Rede auf der letztjährigen Konferenz der YDG/NDJ findet ihr hier]

 

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