Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Kein Schwanken und Zögern! Die revolutionäre Linie im Organisationsaufbau weiterentwickeln!

Posted by rkjv - Januar 7, 2011

„Denn jetzt gibt es kein Schwanken und Zögern mehr, sondern nur noch ein klares Entweder – Oder. Entweder der bürgerliche Kapitalismus fährt fort zu leben und die Erde und die gesamte menschliche Gesellschaft zu beglücken mit seiner Ausbeutung und Lohnsklaverei und der Verewigung der Kriegsgefahr, oder aber das Proletariat besinnt sich auf seine weltgeschichtliche Aufgabe und auf sein Klasseninteresse, das es dazu aufruft, alle Klassenherrschaft für immer aufzuheben“

[Karl Liebknecht; Was will der Spartakusbund?]

Auf einem Großteil des Erdballs, befinden sich die Herrschenden in der Offensive gegen die ArbeiterInnenklasse und die Volksmassen. In den imperialistischen Zentren werden unter dem Schlagwort der „Sanierung von Wirtschaft, Staatshaushalt, etc.“ große Belastungspakete geschnürt….

1. Lohnarbeit und Kapital – Proletariat und Bourgeoisie.

…Die beschlossenen Ausplünderungsfeldzüge gegen die Massen, verschärfen die bestehenden Widersprüche zwischen Herrschern und Beherrschten, vor allem aber zwischen LohnarbeiterInnen und Kapitalisten, weiter. Dass EU-Kommissionspräsident Barroso für den Fall des Scheiterns der Belastungspakete den Aufwind faschistischer Kräfte offen in den Raum stellte, zeigt auf, wie ernst es dem Kapital mit seiner derzeitigen Vorgehensweise ist. Nicht umsonst wird derzeit parallel zu den diversen Belastungen auch die Faschisierung vorangetrieben, was für die Kapitalisten notwendig ist, um die Ausbeutung auch tatsächlich weiter ausbauen zu können und dem Widerstand entsprechend zu begegnen. Die Pläne der Herrschenden, bleiben aber vielerorts nicht unwidersprochen – von groß angelegten (und teilweise auch selbstorganisierten) Streiks hunderttausender und millionen ArbeiterInnen, über politische Demonstrationen und Jugendrebellionen gegen die bürgerliche Staats-macht. All das sind erste Boten des entschlossenen, bestenfalls revolutionären, Widerstands der proletarischen Massen. Das moderne Proletariat als Klasse, ist unmittelbar aus dem Kapitalismus geboren. Es kennzeichnet sich dadurch, dass es keinerlei Privatbesitz an Produktionsmitteln hat. Einzig seine Arbeitskraft verbleibt ihm, was es objektiv in schärfsten Widerspruch zu jenen Verhältnissen führt, die von Kapital geschaffen sind um den vom Proletariat erzeugten Mehrwert anzueignen, bzw. diese Ausbeutung abzusichern und voranzutreiben – also zu unterdrücken. Die Situation des Proletariats macht es zum unmittelbaren Gegenpol der Bourgeoisie, wes-halb es die einzig konsequent revolutionäre Klasse ist. Die Bourgeoisie aber, hat tausenderlei Mittel und Wege gefunden, die ArbeiterInnenklasse teilweise ruhig zu stellen, teilweise objektiv auf ihre Seite zu ziehen, etc. Wollen die revolutionären KommunistInnen in den Klassenkämpfen einen radikalen, kämpferischen Pol schaffen, ist es ihre erste Aufgabe, sich auf die untersten Schichten der ArbeiterInnenklasse (proletarische Jugend, werktätige Frauen und Migranten,…) zu beziehen und zu aller erst zu versuchen, diese zu mobilisieren und zu gewinnen. Nur so kann die proletarische Führung in den verschiedenen Kämpfen gewährleistet werden. Für die derzeitigen und anstehenden Klassenkämpfe, ist es dabei von vorrangiger Bedeutung, unmittelbar an die Erfahrungen vergangener Kämpfe anzuknüpfen, auch wenn sie noch so vereinzelt sind, und diese Bewegungen nach besten Möglichkeiten von Tageskämpfen in längerfristige politische Kämpfe gegen das System über-zuführen. Nur wenn wir in die Klassenkämpfe vom am weitesten fortgeschrittenen Standpunkt des Proletariats aus intervenieren, werden wir es längerfristig verstehen, den kämpferischsten Teil der Klasse hinter uns zu vereinigen und eine revolutionäre Führung der Bewegung zu verwirklichen.

2. Imperialismus und unterdrückte Völker.

Neben Ausplünderungsoffensiven und Faschisierung nach innen, verschärft sich auch die Aggression der Imperialisten nach außen. Soll aus der ArbeiterInnenklasse und den Massen inner-halb der imperialistischen Länder nun ein gutes Stück mehr Profit herausgepresst werden, gilt dies für die unterdrückten Massen in den Neokolonien erst recht. Die Massenkämpfe in den halbfeudalen Ländern gegen die imperialistischen Ausbeuter und ihre jeweils einheimischen Lakaien, finden ihren reifsten Ausdruck in den vielerorts geführten Volkskriegen (Indien, Peru, Türkei, Philippinen, Ecuador, Bangladesch,…), in der damit einhergehenden Errichtung roter Basisgebiete und als ersten Schritt des Aufbaus proletarisch-kommunistisch geführter neudemokratischer Ordnungen. In all diesen Volkskriegen spielen Jugendliche und Frauen eine herausragende Rolle, ohne sie wären diese gewaltigen Befreiungsbewegungen, geschweige denn die befreiten Gebiete, nicht zu erkämpfen oder aufrecht zu erhalten. Sämtliche dieser weit entwickelten Klassenkämpfe, den Volkskriegen, zeichnen sich durch einen positiven Bezug auf den Maoismus aus, und entwickeln bzw. vertiefen diesen gemäß den jeweils konkreten Umständen. Näher an den imperialistischen Zentren, zeigte die sogenannte „Griechenlandkrise“ vor aller Augen, wie schnell es, sobald es für die Imperialisten notwendig erscheint, gehen kann, dass auch ein ganzes abhängiges kapitalistisches Land in eine offene Kolonie verwandelt und die dortigen Volksmassen unter den Stiefel der imperialistischen Jagd nach Extraprofiten getreten werden. Der Kampf der griechischen Massen gegen Belastungen, Kürzungen, kurz: imperialistische Interventionen, sowie die Volkskriege in den halbfeudalen Ländern, richten sich unmittelbar gegen die imperialistischen Herrscher jener Länder, in denen wir leben und kämpfen, weshalb jeder konsequente Kampf gegen die kapitalistische Klassenherrschaft innerhalb der imperialistischen Zentren, untrennbar mit den Bewegungen gegen den Imperialismus in den von diesem unterdrückten Ländern verbunden sein muss.

3. Zwischenimperialistische Widersprüche.

Die Schlachten um den jeweils größten Einfluss in den Neokolonien, sind die Schlachten um die dort herausgepressten gigantischen Mengen an Extraprofit. Damit ist die Frage der Neokolonien eine Überlebensfrage für die Imperialisten. Der Gewinn an Einfluss des Einen, ist der Verlust von Einfluss des Anderen. Mit dem verschärften Kampf um Macht in den Neokolonien, nimmt auch die Konkurrenz zwischen den Imperialisten schärfere Züge an. So traten z.B. während der „Griechenlandkrise“ zwischen dem französisch geführtem Block in der EU und jenem Teil, der sich unter deutscher „Führung“ befindet, Wider-sprüche in verschärfter Form auf – kein Wunder, ging es doch eben darum, wer denn nun in Zukunft die aus den griechischen Massen herausgepressten Extraprofite einstreifen soll. Dasselbe ist es in Mittel- und Osteuropa bzw. am Balkan, wo der österreichische Imperialismus vor allem mit Russland und teilweise den USA (obwohl deren Rolle dort zusehends schwächer wird) als Konkurrenten zu tun hat, wobei er hier die EU als von ihm wesentlich mitgestaltetes imperialistisches Projekt nutzen kann, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Kroatien, Bulgarien, Slowenien, etc. betrachtet er als seinen „Hinterhof“, dort holt er den Großteil seiner Profite heraus. Die Leugnung eines eigenständigen österreichischen Imperialismus (meist verbunden mit der Illusion, dass sich das österreichische Kapital eher am Rockzipfel des deutschen befinde, als dass es eine starke eigenständige Rolle spiele), verwischt dessen überaus wichtige Rolle und somit den Charakter des österreichischen bürgerlichen Staates. Eine Position, die die wichtige Rolle des österreichischen Imperialismus nicht erkennt, führt zwangsläufig zu übelstem Chauvinismus, denn sie kann sich weder mit den Kämpfen in den jeweiligen Neokolonien tiefgehend verbinden, noch wird sie es verstehen, die österreichische Bourgeoisie bis zu deren Sturz zu bekämpfen – die Unterschätzung des österreichischen Imperialismus, führt dazu, dass die jeweiligen Kampfaufgaben der KommunistInnen ihm gegenüber nicht richtig bestimmt werden können, und diesen somit stärken. Wie gefährlich solcher Liebesdienst am „eigenen“ Imperialismus ist, zeigt sich dadurch, dass damit auch dessen Rolle in der zwischenimperialistischen Konkurrenz nur falsch eingeschätzt werden kann. Gerade diese Frage ist aber von entscheidender Bedeutung, sind zwischenimperialistische Widersprüche u.a. doch auch der Geburtsort der imperialistischen Kriege. Mit der Verschärfung dieser Widersprüche, wie wir sie derzeit erleben, wächst also auch die allgemeine Kriegsgefahr zwischen den imperialistischen Mächten.

Der internationale Charakter des revolutionären Kampfes. Die Bedeutung einer revolutionären kommunistischen Internationale und der drei elementaren Widersprüche.

Diese drei Widersprüche (Lohnarbeit und Kapital bzw. Proletariat und Bourgeoisie; Imperialismus und unterdrückte Völker und Nationen; Zwischenimperialistische Widersprüche) bilden die Grundlage für Entwicklungen in der Welt. Ihr Charakter ist antagonistisch, das heißt unüberbrückbar, weshalb sie nur durch die Zerschlagung der bürgerlichen politischen Macht aufgehoben werden können. Der Charakter dieser Widersprüche ist zwingend ein internationaler, denn „es ist endlich zu akzeptieren, dass der Imperialismus ein Weltsystem ist“ (Che Guevara, Trikontinentale), was bedeutet, dass jede Sphäre menschlicher Existenz, egal wo auf dem Globus, entweder auf der einen, oder der anderen Seite der genannten Widerspruchspaare steht. Deshalb ist der Klassenkampf für revolutionäre KommunistInnen auf der einen Seite immer eine Frage des Internationalismus, des gemeinsamen Kampfes der Klasse und ihrer jeweiligen Verbündeten in internationalem Maßstab. Auf der anderen Seite, findet dieser Kampf, sowie selbstverständlich auch die proletarische Revolution selbst, zuerst in „nationalem Rahmen“ (Marx/Engels, Manifest) statt, d.h. in dem jeweiligen Land, in dem man lebt und kämpft. Denn auch wenn sie nur in engster Verbindung mit den Klassenkämpfen an anderen Schauplätzen vor sich gehen können, richten sich die Kämpfe des Proletariats und der unterdrückten Völker zuerst gegen diejenigen Kräfte, von denen sie ausgebeutet werden. In einem kapitalistisch/imperialistischem Land, ist dies die „eigene“ Bourgeoisie, in einem vom Imperialismus unterdrückten Land, ist der Hauptfeind der unterdrückende Imperialismus und seine Kollaborateure. Revolutionäre KommunistInnen lehnen bürgerlichen Nationalismus ab und verstehen den Kampf im „eigenen“ Land als nichts weiter, denn als Kampf an einem bestimmten Frontabschnitt des Prozesses der Weltrevolution. Vor diesem Hintergrund ist die internationale Zusammenarbeit und die Frage des Aufbaus einer revolutionären Kommunistischen Internationale (bzw. für uns als Jugendorganisation einer revolutionären Kommunistischen Jugendinternationale) eine Frage, die in ihrer Bedeutung kaum unterschätzt werden kann. Als Voraussetzung um Organisationen schaffen zu können, die dem Anspruch einer Internationale auch tatsächlich gerecht werden, müssen sich die kommunistischen Kräfte sich aber zuerst in den Klassenkämpfen deren unmittelbarer Teil sie sind, eine gefestigte politisch-organisatorische Stellung erarbeiten und erkämpfen, denn immerhin stellen die einzelnen Organisationen die „Grundeinheiten“ einer jeden wirklichen Internationale dar.

Um auf dem Weg des Aufbaus einer revolutionären Organisation weiterzukommen, ist es erforderlich die sich stellenden Aufgaben genau zu bestimmen und abzuklären. Revolutionäre KommunistInnen folgen in ihrer politischen Arbeit nicht schönen Idealen und netten Ideen, sie gehen nicht von dem aus, was sie im „eigenen Kopf“ herumtragen, sondern leiten ihre Aufgaben, Inhalte und Methoden aus objektiven Umständen ab. Deshalb sind die Auswertung und das Studium der elementaren, oben genannten, drei Widersprüche von vorrangiger Bedeutung. Sie stellen den Minimalmaßstab dar, anhand dessen die KommunistInnen ihr Programm entwickeln und immer wieder neu überprüfen müssen. Die politische Ausrichtung ergibt sich nicht nur aus der Analyse dieser Widersprüche, sondern sie gibt uns auch das Mittel zu deren Lösung in die Hand. Deshalb muss die politische Linie bei allem die Führung inne haben, der „Primat der Politik“ für die kommunistische Organisation unbedingt gewährleistet sein. Nur daraus lässt sich der Avantgardeanspruch des organisierten revolutionären Kommunismus auch wissenschaftlich erklären.

Als revolutionär-kommunistische Jugendorganisation, kämpfen wir nicht nur um den weiteren Aufbau unseres Verbandes, sondern leisten auch wichtige Beiträge für den Parteiaufbau. In der täglichen Praxis des Klassenkampfes, wird man dabei mit vielerlei Problemen konfrontiert, die es zu erkennen, zu theoretisieren und auf diesem Wege praktisch zu lösen gilt. Nachstehend wollen wir versuchen, einige dieser Fragestellungen und Probleme zu benennen und manche unserer diesbezüglichen Erfahrungen somit allgemein nutzbar machen.

Über einige Erfahrungen und Schwierigkeiten im Aufbau einer revolutionär-kommunistischen Jugendorganisation.

Auszugehen ist hierbei zu allererst von zwei Faktoren, die, auch wenn unsere Organisation im vergangenen Jahr sehr wichtige quantitative und qualitative Fortschritte machte, den Organisationsaufbau negativ beeinflussen: Einerseits ist das der Umstand, dass in den imperialistischen Ländern Klassenkämpfe (bis auf sehr vereinzelte Beispiele) nur auf äußerst niedrigem politischen Niveau stattfinden, in Österreich de facto über längeren Zeitraum noch dazu auch quantitativ kaum vorhanden sind. Dieser Umstand wirkt sich selbstverständlich auf alle Bereiche der politischen Arbeit aus, verschärft aber für unsere konkrete Situation vor allem einen Widerspruch, mit dem man hauptsächlich in der Jugendarbeit konfrontiert ist: Jugendliche erweisen sich zwar oft als der aktivste, militanteste Teil einer Bewegung, doch steht dem wiederum gegenüber, dass sie, wegen der fehlenden Klassenkämpfe, meist nur über wenig Erfahrungen in der Praxis des Klassenkampfes verfügen und dementsprechend in theoretischen Belangen, der Systematisierung gemachter Erfahrungen und daraus abgeleiteter Einsicht in Notwendigkeiten, wenig gefestigt sind. Dieser subjektiven Schwäche müssen wir damit begegnen, dass wir uns umso mehr darauf konzentrieren, die objektive Lage der proletarischen Jugend im Imperialismus zu verstehen und entsprechende politische Schlussfolgerungen zu ziehen. Dazu gehört es eben, wie im Klassenkampf selbst, an den gemachten Erfahrungen anzuknüpfen…

a) Schwäche aufgrund der Zersplitterung der revolutionären Jugendbewegung.

Der Imperialismus erzeugt nach seinem Inneren eine Vielzahl von Widersprüchen, denen Jugendliche allgemein, besonders aber die proletarische Jugend unterworfen ist. Diese Tatsache führt dazu, dass immer wieder regionale Gruppen von Jugendlichen aufkommen, die an sich selbst revolutionäre, kommunistische Ansprüche stellen und danach handeln wollen. Aufgrund der Lage des Klassenkampfes in Österreich, ist es für solche Gruppen jedoch oftmals nicht erkennbar, warum die hauptsächlichen Bestrebungen nicht auf eine möglichst umfassende praktische Entfaltung der eigenen Ideen, sondern zuerst auf das weitestmögliche Vorantreiben der revolutionären Einigung der verschiedenen kommunistischen Zirkel gerichtet werden müssen. Das führt in der Praxis oft dazu, dass schnell politische Einzelthemen (wie z.B. Nur-AntiFa, Nur-Feminismus, Nur-Antiimp,…) überhand nehmen und der allgemeine politische Anspruch verloren geht. In der Praxis der Bewegung, ist die bloße Dahinwerkelei der verschiedenen Zirkel mit revolutionärem und kommunistischem Anspruch das unmittelbare Resultat. Das Fehlen von Klassenkämpfen lässt die Notwendigkeit des Aufbaus einer bundesweiten Organisation (eben um in diese Kämpfe organisatorisch besser und politisch tiefgehender eingreifen zu können) in weite Ferne rücken und gerade nicht als eine der wichtigsten anstehende Aufgaben erscheinen. Diese Umstände wirken natürlich auch in schon bestehende, über mehrere Bundesländer aufgebaute Organisationen hinein. Hier äußert sich dieser Widerspruch in Tendenzen zum Dezentralismus und der Beliebigkeit in den angepackten Aufgaben der Ortsgruppen, anstatt Kurs auf die Einhaltung und bestmögliche Erfüllung gemeinsam festgelegter Aufgaben zu nehmen.

b) Die Auseinandersetzung zwischen den Zirkeln vorantreiben! Zur Wichtigkeit des planmäßigen Arbeitens und der konsequenten Orientierung auf die proletarische Jugend.

Die fehlende umfassende praktische Erfahrung der einzelnen Zirkel, spiegelt sich schnell im theoretischen Niveau derselben wider. Das führt dazu, dass zwischen ihnen kaum inhaltliche Auseinandersetzungen stattfinden, bzw. theoretische Kritik schnell als „Angriff“ oder „Gemeinheit“ aufgefasst, nicht aber ihrem Inhalt nach, gemäß der jeweiligen Möglichkeiten auf Richtigkeit und Stichhaltigkeit überprüft wird. Diese Haltung steht dem überaus wichtigen Austausch von Ansichten und Erfahrungen im Weg und muss entschieden bekämpft werden. Die richtige politische Linie ergibt sich nur aus dem Kampf zweier oder mehrerer Linien, die ja nicht anderes sind, als die Widerspiegelung unterschiedlicher Klasseninteressen (in der Gesellschaft) innerhalb der kommunistischen Bewegung. Kritik und Selbstkritik sind grundlegende Voraussetzungen um eine korrekte Methode des Linienkampfes entwickeln und die richtige Linie ausarbeiten zu können. Auf dieser Basis ist es zwingendes Gebot, dass die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Zirkeln, Einzelpersonen und Organisationen vorangetrieben und auf ein höheres Niveau gehoben wird. Andernfalls entsteht eine Situation, wie sie derzeit vorzufinden ist. Dass nämlich vereinzelte Zirkel und/oder kommunistisch gesinnte Einzelpersonen zwar über einen gewissen Zeitraum politisch arbeiten, was zweifellos gut ist, dann aber schnell wieder „versumpfen“, womit der kommunistischen Bewegung zwar kein Vorteil gebracht, wohl aber Schaden zugefügt ist. Nur durch die offene Auseinandersetzung kann voneinander gelernt und von den Erfahrungen der jeweils anderen profitiert werden – nur so kann auch die notwendige politische Stabilität erreicht werden, um längerfristig revolutionäre Arbeit zu leisten. Stabilität ergibt sich aber nicht nur durch den inhaltlichen Austausch, sondern für eine Organisation vor allem auch über die Planmäßigkeit ihrer Arbeit und die darin festgelegte eingeschlagene Orientierung auf die proletarische Jugend. Die Schwäche der Klassenkämpfe führt jedoch zu einer Situation, in der theoretische Positionen in der Praxis oft nicht unmittelbar überprüfbar sind, was innerhalb der kommunistischen Jugendorganisation, zusätzlich zu den eingangs genannten Problemen, schnell zur Abweichung vom planmäßigen Arbeiten und zu reinem Praktizismus führen kann.

c) Vorzug persönlicher Wichtigkeiten vor politischen.

Neben der Situation der Klassenkämpfe und theoretischen Mängeln ist es der unmittelbare Einfluss bürgerlicher Ideologie, der dazu führt, dass immer wieder GenossInnen die persönlichen Wichtigkeiten über die politischen Aufgaben stellen. Das ist bis zu einem gewissen Grad insofern verständlich, weil die politische Arbeit unter genannten Bedingungen aufreibend ist und nur selten unmittelbar Früchte trägt. Darüber hinaus hält der Imperialismus vor allem für Jugendliche (neben Schul- und Jobangelegenheiten) eine Unzahl an Möglichkeiten bereit, die statt politischer Arbeit und Auseinandersetzung aufgegriffen werden können. In einer Situation der subjektiven Schwäche der revolutionären Bewegung, muss aber klar sein, dass die politische Stabilität des/der Einzelnen, die Verlässlichkeit und Langatmigkeit eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, um im Aufbau einer revolutionären kommunistischen Organisation voranzukommen. Dieses Problem muss klargemacht und durch Kritik und Selbstkritik, durch die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der Einzelnen zur Organisation (bzw. umgekehrt) und der theoretischen Festigung der GenossInnen soweit als möglich beseitigt werden.

d) MigrantInnen und revolutionäre Orientierung.

Ein besonders militanter und theoretisch oft über ein gewisses Maß an Vorkenntnissen verfügender Teil der proletarischen Jugend, findet sich in demokratischen MigrantInnenorganisationen. Innerhalb dieser Organisationen orientieren die führenden Linien jedoch mehr auf die Revolution in den jeweiligen „Herkunftsländern“ als auf den Klassenkampf in dem Land, in dem sie leben. Das führt zu Widersprüchen innerhalb dieser Organisationen, denn größte Teile der in ihnen organisierten Jugendlichen sind von Geburt an Teil des Proletariats in Österreich und kennen das Land ihrer Eltern bestenfalls noch aus dem Urlaub, weshalb für viele von ihnen nicht klar ist, warum sie sich mit ihrer revolutionären Perspektive auf dieses orientieren sollen. Es ist von fundamentaler Wichtigkeit, diese Teile der Jugend in jene Organisationen einzubinden, die den Klassenkampf in Österreich führen und für diese konkreten Umstände ihre revolutionäre Perspektive entwickeln. Hier muss der Platz dieser Jugendlichen sein, was jedoch nicht alleinige Aufgabe ihrer derzeitigen Organisationen ist, sondern auch von jenen Organisationen vorbereitet werden muss, die diese Jugendlichen für den Kampf im „eigenen“ Land organisieren wollen.

e) Gemeinsam die Praxis entfalten – Gemeinsame theoretische Grundlagen schaffen!

Das Fehlen jeder umfassenden, weite Teile der Bevölkerung mitreißender, überregionale Klassenkämpfe, der Umstand, dass sich diese, wenn überhaupt, nur kurzfristig auf einzelne Regionen konzentrieren, führt uns zu der Tatsache, dass sich der Entfaltung umfassender gemeinsamer Praxis verschiedener Gruppen/Zirkel und Einzelpersonen schon alleine Probleme geographischer Natur gegenüberstellen (was die Notwendigkeit des weiteren Aufbaus bundesweiter Strukturen zusätzlich hervorhebt). Selbst in eine Organisation eingebundene Ortsgruppen, müssen teilweise lange Zeit und ohne Ortsgruppen von GenossInnen in unmittelbarer Nähe zu haben, alleine in ihrer Region arbeiten. Bei der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Kräften, verschärft sich dieses Problem natürlich dementsprechend. Befinden sich verschiedene Gruppen zumindest in gegenseitiger geographischer Nähe, sind viele Ansätze für eine gemeinsame Praxis leichter umzusetzen. Wo nur möglich eine gemeinsame Praxis zu entfalten, stellt sich hingegen in beiden Fällen als die entscheidende Aufgabe dar, wobei hier eine Bündnispolitik im Vordergrund stehen muss, die langfristig orientiert ist und gegebenenfalls auf Möglichkeiten überregionaler Einbeziehung aufgebaut ist. Solche Bündnisse liefern die praktischen Erfahrungen, aus denen theoretische Schlüsse gezogen und damit Voraussetzungen für eine wirkliche Vereinigung verschiedener Organisationen, Zirkel und Einzelpersonen geschaffen werden. Nur durch die Praxis können jene Erfahrungen gemacht werden, die gegenüber einander jene Klarheit bedingen, die, nach Liebknecht, Voraussetzung der Einheit ist: Erst Klarheit, dann Einheit! (K. Liebknecht)

Trotz alledem!

Die genannten Probleme die sich im Organisationsaufbau stellen, können nicht objektivistisch nur darauf reduziert werden, in welcher Situation sich die Klassenkämpfe und die proletarischen Bewegung in den imperialistischen Zentren befinden. Sie hingegen voluntaristisch nur darauf herunterzubrechen, dass ungeachtet der objektiven Umstände alles möglich sei, wenn wir nur wirklich wollen, wäre ebenso absurd. Wir müssen gegenüber den Problemen die sich aus der objektiven Umständen ergeben, die richtigen Schlussfolgerungen ziehen und ihnen gegenüber eine revolutionäre Linie entwickeln. Das wird uns nur gelingen, wenn wir von den praktischen Erfahrungen und theoretischen Auswertungen anderer GenossInnen lernen, was den internationalen Austausch zu einer wichtigen Grundlage für unsere Organisation macht – auch wenn wir uns gleichzeitig darüber klar sind, dass wir derzeit keine feste Sektion einer Internationale sein können. Auch die Herausbildung einer neuen (Jugend)Internationale ist ein dialektischer Prozess, der nicht dadurch zustande kommt weil man es sich wünscht, sondern weil die Klassenkämpfe auf entsprechendem Niveau stattfinden, was natürlich nicht ausschließt, dass auch heute schon adäquate Keimformen geschaffen werden können. Dass diese ersten Schritte auf revolutionärer Basis stehen und keine Kompromisse mit Reformismus und Revisionismus eingehen, ist Voraussetzung dafür, dass internationale Zusammenschlüsse (ob Jugend- oder Parteiaufbauorganisation) und Konferenzen dazu dienen können, die Klassenkämpfe an den jeweiligen Frontabschnitten weiterzubringen, und Impulse für den weiteren Aufbau revolutionär-kommunistischer Organisationen zu geben. Als revolutionär-kommunistische Jugendorganisation in Österreich, geben wir unser Bestes, um in die Klassenkämpfe in Österreich bestmöglich eingreifen zu können und unseren Verband unmittelbar aus dieser Praxis aufzubauen. Wir fordern Euch auf, mit uns gemeinsam zu kämpfen, an der Einheit der proletarisch-revolutionären Kräfte zu arbeiten und mit uns zusammen die Grundlagen für den weiteren Aufbau einer starken kommunistischen Jugendorganisation zu legen!

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