Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Solidarität mit dem kämpferischen Betriebsrat Zabit Cumcu!

Posted by rkjv - Januar 4, 2011

Zabit Cumcu ist ein kämpferischer Betriebsrat bei MAN Diesel&Turbo in Oberhausen (Deutschland). Neben seinem unermüdlichen Engagement für die fortschrittlichen Anliegen und Belange der Belegschaft, steht Zabit auch für den Kampf um die Durchsetzung der Interessen der Lehrlinge und jungen ArbeiterInnen. 1993 stand er als Jugendvertreter an der Seite der kämpfenden jungen ArbeiterInnen und besetzte mit ihnen zusammen über eine Woche lang die Lehrwerkstatt des Betriebs mit dem Ziel, die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden zu erreichen. 2006 war er einer der wenigen Betriebsräte bei MAN Diesel&Turbo, die sich aktiv gegen die sogenannte „Absichtserklärung“ stellten, die zur Folge gehabt hätte, dass junge ArbeiterInnen nach der Ausbildung, sofern sie im Leistungslohn beschäftigt sind, um bis zu 600€ weniger Lohn erhalten. Das sind nur zwei herausgegriffene Beispiele aus einer ganzen Latte von Aktionen, die sein eindrucksvolles Engagement für die KollegInnen belegen. Eine Woche vor Weihnachten bekam Zabit Cumcu durch die Geschäftsleitung die Nachricht, dass er fristlos entlassen werden sollte.

Aktionen der ArbeiterInnen und daraus zu ziehende Lehren.

Er habe, so lautet die Begründung des Managements, einen türkischen Jugendvertreter „bedroht“, was Grund für diesen Schritt der Geschäftsleitung sei. Dass dieser Vorwurf ganz und gar unhaltbar ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sich umgehend vier Zeugen fanden, die bestätigen können, dass Zabit in der Situation in welcher sich das ihm Vorgeworfene angeblich ereignete, weder jemanden „beleidigte“ und schon gar nicht „bedrohte“. Doch es fanden sich nicht nur KollegInnen die einwandfrei bestätigten, dass die Vorwürfe gegen Zabit Cumcu unhaltbar sind, nein, unmittelbar nachdem bekannt wurde was die Geschäftsleitung plant, bildete sich spontan ein Solidaritätskreis, getragen von Zig ArbeiterInnen die praktische Solidarität mit Zabit üben wollen – sie wissen, dass die Angriffe der Kapitalisten gegen ihren Freund, Arbeitskollegen und kämpferischen Betriebsrat nichts mit der angeblichen „Bedrohung“ zu tun haben, sondern daher kommen, dass sich das Kapital durch die kämpferische, klassenbewusste Arbeit Zabits selbst bedroht sieht. Der Angriff auf Zabit Cumcu ist somit ein Angriff auf alle klassenbewussten KollegInnen, an Zabit soll ein Exempel statuiert werden! Das ließen die ArbeiterInnen in diesem Werk von MAN Diesel&Turbo nicht auf sich sitzen, weshalb sie auch zu hunderten, über den Solidaritätskreis hinausgehend, vor dem Betriebsratsbüro demonstrierten. Sie sind fest entschlossen die Angriffe des Kapitals zurückzuschlagen, denn „Der Zabit ist ein von uns gewählter Betriebsrat, den lassen wir nicht im Stich, das ist selbstverständlich!“, „Wenn sie den rauswerfen, ist jeder kritische und kämpferische Arbeiter das mögliche, nächste Ziel.“ In ihrer Entschlossenheit und mit ihren gut organisierten Aktionen, sind die KollegInnen dieses Werks auch für uns in Österreich ein wichtiges Lehrstück, denn ihre Situation zeigt uns klar auf, dass kämpferische Aktionen auch in Zeiten geringer Klassenkämpfe (so wie in Österreich oder eben Deutschland) möglich sind und wie sie organisiert werden können. Weiter sehen wir an diesem Beispiel, welche Kraft in den ArbeiterInnen auch nur eines einzelnen Werkes liegt, wenn sie gemeinsam gegen Spaltung und Hetze kämpfen, sich auf der Grundlage gemeinsamer ArbeiterInneninteressen zusammenschließen.

Spaltung durch Bosse und Gewerkschaftsführung.

Vergeblich waren bisher alle Versuche der Kapitalisten, die Belegschaft in „In- und Ausländer“ zu spalten, obwohl sie es mit vielen Tricks probierten. Die ArbeiterInnen haben verstanden, dass die Grenzen nicht zwischen der unterschiedlichen Herkunft, sondern zwischen oben und unten, zwischen Lohnarbeit und Kapital, verlaufen. Das macht ein wichtiges Stück ihrer Stärke aus. Nachdem die Spaltungsversuche der Kapitalisten durch die ArbeiterInnen zurückgewiesen wurden, sprang jedoch das wichtigste Helferlein des Kapitals in solchen Situationen ein: die Gewerkschaftsführung der IG-Metall (IGM). Eine IGM-Betriebsgruppe aus einem anderen Betrieb (Thyssen-Nirosta) wurde auf den „Fall Zabit Cumcu“ aufmerksam und solidarisierte sich. Sie nahm Kontakt auf, stellte das Flugblatt es Solidaritätskreises auf ihre Homepage, etc. Kurz darauf intervenierte die Ortsführung der IGM und veranlasste, dass umgehend das Flugblatt von der Homepage genommen werden müsse! Die IGM-Führung versucht somit, die Ausbreitung der Solidarität mit Zabit Cumcu zu verhindern. Sie will nicht, dass ArbeiterInnen aus anderen Betrieben davon mitbekommen, denn würde das Beispiel der Selbstorganisation der ArbeiterInnen bei MAN Diesel&Turbo in Solidaritätskomitees, usw. Schule machen, so sähe sie ihre „Stellvertreterposition“ untergraben, was sie selbstverständlich verhindern möchte. Deshalb untergräbt sie die betriebsübergreifende Solidarität und stellt sich damit auf Seiten der Geschäftsführer.

Solidarität ist international!

Der Kollege Zabit Cumcu braucht in dieser für ihn sehr harten Zeit unsere unbedingte Solidarität! Dass ein kämpferischer, klassenbewusster Betriebsrat (der sich noch dazu besonders um die jungen ArbeiterInnen und Lehrlinge annimmt) unter vorgeschobenen Gründen rausgeworfen wird, ist auch in Österreich keine Seltenheit. Die KollegInnen bei MAN Diesel&Turbo zeigen uns wichtige Ansatzpunkte, wie der Kampf gegen solche Angriffe organisiert, aufgenommen und politisch geführt werden kann. Die Erfahrungen die die ArbeiterInnen bei der Verteidigung eines von ihnen gewählten Betriebsrates gerade machen, müssen wir studieren und auf ihre Anwendbarkeit für ähnliche Situationen in Betrieben in Österreich prüfen. Die Solidarität mit Zabit Cumcu ist nicht nur gleichzeitig die Solidarität mit all den kämpfenden ArbeiterInnen bei MAN Diesel&Turbo, sie ist auch Ausdruck der internationalen Klassensolidarität der ArbeiterInnen!

Schreibt Solidaritätsbotschaften entweder individuell oder durch ArbeiterInnengruppen in eurem Betrieb, Berufsschule, usw. an: solikreis@googlemail.com

 

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