Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Die (klein)bürgerliche Familie ist der wahre Hort des Terrors! Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Posted by rkjv - November 24, 2010

„Ich weiß nicht, ob meine Geschichte wirklich passt für diese Thema, denn so richtig verprügelt hat mich ja mein Exmann nicht.“  Marlene wurde von ihrem damaligen Mann an den Haaren durch die Wohnung gezerrt und bekam öfters den einen oder anderen Schlag ab. Warum aber denkt Marlene, es wurde ihr keine Gewalt angetan? Marlene ist eine junge Arbeiterin, 25 Jahre alt und alleinerziehende Mutter, nachstehender Artikel entstand nach einem Gespräch mit ihr.

Vor etwa 3 Jahren gelang ihr der Ausbruch aus einer klassischen patriarchalen Familie.  Damals setzte sie einen entscheidenden Schritt, um ihren eigenen Vorstellungen über Familie und vor allem den bürgerlichen Anforderungen an eine Arbeiterin, den Kampf anzusagen. Und zu kämpfen hatte und hat sie. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, wird ihr doch täglich aufs neue gesagt und deutlich gezeigt, was sie ist und wie sie zu sein hat. Die Arbeiterin bedeutet in der kapitalistischen Gesellschaft eine billige Arbeitskraft. Sie erfährt durch die Gesellschaft, dass sie als Arbeiterin nichts wert ist und jederzeit ersetzt werden kann. Sie bekommt einen scheiß Lohn und wenn sie sich nicht anständig unterwirft, dann fliegt sie raus. So wird der Arbeiterin auch gesagt, sie müsse sich ihrem Mann unterwerfen und wenn es sein muss, einfach alles ertragen.

„Ich habe insgesamt 7 Jahre mit diesem Mann zusammengelebt! Und ich frage mich jetzt erst: Scheiße, warum?! Ich versteh es wirklich nicht, wie ich das so lange aushielt. Klar, dann kommen immer wieder diese Ausreden, wie irgendwas Schönes war ja auch dabei, wir waren ja mal verliebt und hatten immer wieder schöne Stunden. Doch wenn ich es jetzt betrachte, dann stimmt das einfach nicht!“ Na klar stimmt das nicht. Wenn das Zusammenleben aus Gewalt und Unterdrückung besteht, ist es doch eine Lüge, sich das schön zu reden. Dennoch wird das so gemacht. Dieser ideologische Schwachsinn dient voll und ganz dem Kapital. Denn zum einen wird die billige Arbeitskraft Frau gebraucht um in der jeweiligen Branche die Löhne zu drücken. Zum anderen übernimmt die Arbeiterin in der Familie die Hauptaufgaben der Reproduktion. Hier erholt sich die Arbeitskraft um am nächsten Tag wieder arbeiten zu können und hier wachsen neue Arbeitskräfte heran. Sie dient den Kapitalisten, schafft einen ständigen Nachschub an ArbeiterInnen. Die Kapitalisten wiederum schaffen durch den Niedriglohn der Arbeiterinnen, rechtlichen Bestimmungen, wie Ehe und den bürgerlichen Idealen einer Familie, die Grundlage zur Unterdrückung der Arbeiterin. Gewalt an Frauen, speziell die Gewalt an Arbeiterinnen wird vom bürgerlichen Staat getragen. Eine Arbeiterin bekommt durch ihre schlechte Lage in der Gesellschaft deutlich gezeigt, das sie nichts Wert ist. Sie ist an die Lohnarbeit, wie auch an ihren Mann gekettet. So bedeutet ein Kampf gegen familiäre Gewalt, einen Kampf gegen gesellschaftliche Gewalt. So ist es eben auch nicht verwunderlich, dass Marlene, selbst nach der Scheidung zu kämpfen hat. Sie ist nun alleinerziehende Mutter und Arbeiterin. Sie ist von ihrem Lohn und weiterhin, durch Alimente, von ihrem Exmann abhängig. Sie bekommt zwar auf der einen Seite propagiert, dass alleinerziehende Mütter wirklich großartig sind, da sie sehr viel zu leisten haben. Gleichzeitig sieht sie jedoch durch ihre finanzielle Lage, durch die Wertigkeit im Job, dass sie als alleinerziehende Mutter der ArbeiterInnenklasse eine minderwertige Position in der Gesellschaft einnimmt. Aus dieser tatsächlichen Stellung in der Gesellschaft und nicht aus einer ideellen Wunschvorstellung, entspringt schließlich das Bewusstsein. „Das gesellschaftliche Sein der Menschen bestimmt ihr Denken“ (Mao Zedong) Aus dieser minderwertigen Stellung, welche die gesellschaftliche Praxis der Frau ausmacht, entspringt es nun auch, dass es Frauen oft so schwer fällt, Gewalt beim Namen zu nennen, aus massiv patriarchalen Verhältnissen auszubrechen und vor allem gegen die gesellschaftliche Gewalt an Frauen zu kämpfen! Hieraus entspringt es, dass Marlene lange Zeit Gewalt über sich ergehen lies, die Schuld oft bei ihr selbst sucht und sich schwer eingestehen kann, dass sie tatsächlich misshandelt wurde.

Kämpfe innerhalb des kapitalistischen Systems können Verbesserungen für die Arbeiterinnen, sowie Kampferfahrungen und somit bessere Bedingungen für den Kampf allgemein bedeuten. Jedoch wirkliche Frauenbefreiung, eine Befreiung auch im Bewusstsein der Frau, kann nur passieren wenn das gesellschaftliche Sein der Frau neu bestimmt wird. So kann ein Kampf gegen Gewalt an Frauen nur als Kampf gegen den Kapitalismus geführt werden. Das Sein kann erst im Sozialismus neu bestimmt werden, um in weiterer Entwicklung im Kommunismus, einer klassenlosen Gesellschaft, einen komplett neuen Charakter von Freiheit anzunehmen. Sprengen wir unsere Ketten! Kämpfen wir gemeinsam für den Kommunismus!

Gemeinsam und gut organisiert können wir bewusst kämpfen – und ein bewusster Kampf ist notwendig, um unser Denken und Handeln selbst zu bestimmen!

Das fängt bei jeder einzelnen von uns an, doch erst gemeinsam stehen wir der täglichen Niederhaltung mit gewaltiger Kraft gegenüber.

Lassen wir uns nicht länger von der Gesellschaft bestimmen! Kämpfen wir für unsere Interessen – für eine freie Gesellschaft – für den Kommunismus! Frauen, was haben wir anderes zu verlieren als unsere Ketten?!

 

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