Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

KV-Verhandlungen der Metaller: 100% mehr Hohn. Der Kampf geht weiter! Lehrlinge, organisiert euch!

Posted by rkjv - November 10, 2010

In den Tagen vor der Endrunde der KV- Verhandlungen wurden in über 400 Betrieben Versammlungen abgehalten. Mit dem Beschluss, im gegebenen Fall, Maßnahmen zu setzen. Streik!

Bevor die Gewerkschaftsführung in die letzte Runde der KV- Verhandlungen ging, waren zahlreiche ArbeiterInnen bereit, in den Streik zu treten, würden die Verhandlungen zu nichts führen.  Nun ist der neue Kollektivvertrag beschlossen und die Gewerkschaftsführung meint, dank eben jenem Druck aus den Betrieben, sei „ein sehr gutes Ergebnis erzielt worden.“ Dabei wurden lediglich für Mindestlöhne eine Erhöhung von 2,5% , für Ist-Löhne ein plus von 2,3%  und ein paar minimale Extrazahlungen erzielt. Die Lehrlingsentschädigung wird um 2,3% erhöht, was weiterhin nicht ausreicht, um selbstständig davon leben zu können. Das bedeutet eine Taschengelderhöhung und keine Annäherung an einen angemessenen Lohn (der 50% des Facharbeiterlohns betragen müsste um davon leben zu können). Wenn man nun auch noch die Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) abzieht, die derzeit 1,984%[1] ausmacht, so bleibt real (also, was unsere tatsächliche Kaufkraft betrifft) eine Erhöhung von etwa 0,3% bzw. 0,5% übrig. Wie ein schlechter Witz erscheint auch die neu verhandelte einmalige Zahlung von 150€ bei bestandener Lehrabschlussprüfung. Vor allem wenn man bedenkt, dass im Zuge des Belastungspakets, die Familienbeihilfe für Jugendliche nun sofort nach Beendigung der Ausbildung weg fällt. Was soll da also das Geschwätz von einem sehr gutem Ergebnis?! Ja, für die Kapitalisten ist es tatsächlich ein sehr gutes Ergebnis, doch kaum im Interesse der ArbeiterInnen. Die Gewerkschaftsführung will uns hier mit einem sozialpartnerschaftlichen Zuckerl abspeisen (ziemlich billig!). Es soll Arbeitskämpfe verhindern, denn, der Ärger unter ArbeiterInnen ist groß und es gibt Bereitschaft zum Streik. Da die ÖGB-Vorstände jedoch die Interessen der Bosse, der Kapitalisten vertreten, „leiten“ sie jeglichen Zorn und Kampfbereitschaft in ein frustriertes „was willst da machen, is halt so“.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass keine Arbeitszeitverkürzung erzielt wurde. Es hieß zwar, dies sei eine wesentliche Forderung der Gewerkschaft, doch wurden sozialpartnerschaftliche Kompromisse geschlossen – bzw. gar nichts verhandelt. Unsere Lage als ArbeiterInnen bleibt weiterhin schlecht, zugunsten der Kapitalisten. Momentan ist die Arbeitszeit im Kollektivvertrag  auf 38,5 Wochenstunden festgelegt. Die Regel sind jedoch 42 bis 46 Stunden pro Woche. Vor allem Lehrlingen kann der Chef ohne weiteres Überstunden aufdrücken, denn für die gibt es keinen Kündigungsschutz und wer nicht spurt, na der fliegt eben raus! Nie genug, rufen die Kapitalisten nun nach  Arbeitszeitflexibilisierung, was unterm Strich noch mehr Arbeitszeit, massive Belastungen durch schlecht geregelte Arbeitszeiten und Lohnkürzungen bedeutet, da ja zum selben Lohn weit mehr gearbeitet wird. Es stehen sich hier die Interessen der ArbeiterInnen –Arbeitszeitverkürzung und die der Kapitalisten – Arbeitszeitflexibilisierung, gegenüber! Kapitalisten und Gewerkschaftsführung fanden jedoch, wie schon erwähnt, eine Lösung (einen sozialpartnerschaftlichen Kompromiss): die Arbeitszeit wird ganz einfach erst gar nicht verhandelt!! Jedoch, so die Gewerkschaftsführung, werde dieses Thema selbstverständlich weiter verfolgt… Die ÖGB-Fürsten reden uns schon lange und immer wieder etwas von Arbeitszeitverkürzung vor, doch mehr als ein Hinhalten und Abhalten von Kämpfen wollen sie damit nicht bewirken. Klar ist: um Verbesserungen zu erreichen, müssen wir uns selbst organisieren und kämpfen.

Wir befinden uns in einem ständigen Ringen mit den Kapitalisten, wirtschaftliche Verbesserungen für uns, bedeutet Verlust für deren Profit. Wenn wir darauf vertrauen, dass unsere Interessen als ArbeiterInnenklasse schon vertreten werden und unsere Forderungen bestimmt irgendwer durchboxen wird, so entspricht dies wohl kaum einer realistischen Einschätzung. Um in diesem Ringen Verbesserungen zu erkämpfen, müssen wir Forderungen erheben, Überlegungen anstellen wie wir vorgehen, welches Kampfmittel dienlich ist,… dazu können ArbeiterInnenkomitees in Betrieben und Wohngebieten ein wichtiger Schritt sein. Es gilt uns zusammenzuschließen! So kann es uns gelingen breite Kämpfe zu entfachen, für unsere Interessen und gegen das Kapital. Wir wollen das Ringen gewinnen – Sturz dem Kapital!

 

Für den Aufbau von ArbeiterInnenkomitees! Lehrlinge, organisiert euch!

Nieder mit der Sozialpartnerschaft und Kapitalismus!


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