Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Ob Lehrling oder Schüler/in: Das Belastungspaket trifft die Jugendlichen mit voller Härte.

Posted by rkjv - November 3, 2010

Entgegen allem Schönreden in Medien und Politik, ist die kapitalistische Krise nicht vorbei oder gar „überwunden“, sondern nach wie vor aktuelle Tatsache. Dabei ist von den damit verbundenen Verschlechterungen für die Massen der größte Teil der Jugend besonders betroffen. Die Offensive des Kapitals findet ihren letzten Höhepunkt im jüngst beschlossenen Belastungspaket (zynisch Sparpaket genannt). Lehrlinge und junge ArbeiterInnen sind davon ebenso betroffen wie SchülerInnen und StudentInnen aus ArbeiterInnenfamilien.

Lehrlinge und junge ArbeiterInnenbefinden sich derzeit besonders unter Druck, weil sie nicht nur vom Belastungspaket getroffen werden, sondern sich gleichzeitig auch noch der Offensive der Bosse in den Kollektivvertragsverhandlungen gegenübersehen. Vor einigen Jahren schon wurde der Kündigungsschutz für Lehrlinge so weit ausgehöhlt, dass er in Wirklichkeit abgeschafft wurde…

…Dass die Jugendarbeitslosigkeit derzeit Rekordniveau erreicht (Laut Internationaler Arbeitsorganisation [ILO] weltweit der stärkste Anstieg seit 90 Jahren; eine Entwicklung die sich freilich auch in Österreich niederschlägt) hängt eben auch damit zusammen, dass sich die Kapitalisten den Lehrlingen nun weitaus leichter entledigen können. Die Gewerkschaftsführung stellt sich aus gutem Grund nicht gegen diese Entwicklung. Sie organisiert die Lehrlinge und jungen ArbeiterInnen aus Eigeninteresse nicht, denn sie ist Teil der Herrschenden und verfolgt somit die Interessen des Kapitals. Dass deshalb gerade jugendliche ArbeiterInnen in den KV-Verhandlungen unter die Räder kommen, darf da nicht verwundern. Nach wie vor sollen sie mit einem Taschengeld, „Lehrlingsentschädigung“ genannt, abgespeist werden und damit als Billigarbeitskraft herhalten. Dass während der KV-Verhandlungen in Österreich jedes Jahr hunderte Kollektivverträge neu ausverhandelt werden, schwächt die dadurch auf hunderte Verhandlungsrunden verteilte Kraft der ArbeiterInnen und schadet so vor allem den unteren Schichten der ArbeiterInnenklasse: Lehrlingen, werktätigen Frauen und MigrantInnen, HilfsarbeiterInnen,… Wenn wir für uns als Lehrlinge und junge ArbeiterInnen bedeutende Verbesserungen erkämpfen wollen, müssen wir also einerseits die Verhandlung der Kollektivverträge nach Branchen (und nicht so zersplittert wie jetzt) einfordern; weiters müssen wir den Kampf darauf ausrichten, dass es anstatt eines miesen Taschengeldes einen an den Facharbeiterlohn der jeweiligen Branche gekoppelten Lehrlingslohn gibt (z.B. 50% des jeweiligen Facharbeiterlohns). Das wäre ein Minimum an wirtschaftlichen Forderungen, denn durch das Belastungspaket droht jungen ArbeiterInnen (im Alter zwischen 18 und 21 Jahren) eine besondere Verschlechterung: für sie entfällt, sobald sie Arbeitslos werden, die Familienbeihilfe, was einem Verlust von beinahe 2000€ (Quelle: Der Standard, 29.10.2010) pro Jahr entspricht!

SchülerInnen. Bisher wenig angesprochen und/oder beachtet, trifft das Belastungspaket auch die Schülerinnen und Schüler – vor allem jene aus der ArbeiterInnenklasse. 400 Millionen Euro sollen bei ihnen eingespart und weggekürzt werden. Dass damit massive Verschlechterungen einhergehen, liegt auf der Hand! Bildungsreformen wie Projekte zur Verminderung des Sitzenbleibens (Einführung „modularer Oberstufen“) werden nicht mehr weitergeführt, Gelder die zur Tagesbetreuung zur Verfügung stehen, werden auf Schul- und Unibudget aufgeteilt und Bauprojekte in der Höhe von 130 Millionen € werden eingefroren (was weiterhin Wanderklassen, baufällige Schulen, Schimmel, etc. bedeutet). Von neuen Unterrichtsmaterialien kann weiterhin natürlich nur geträumt werden. Diese Kürzungen betreffen, wie schon erwähnt, vor allem die SchülerInnen aus ArbeiterInnenfamilien, denn die ihnen zugänglichen Schulen sind davon besonders betroffen. Nicht eingespart, wird in Eliteeinrichtungen und jenen Schulen, die schon bisher hauptsächlich von Kindern aus reichen Elternhäusern besucht wurden. Zweisprachige Schulprojekte, die vor allem für Jugendliche aus MigrantInnenfamilien wichtig sind, fallen dem Belastungspaket ebenso zum Opfer, was zu weiterer Gettoisierung und Isolierung führt.

Sieht man sich die Tatsachen an, erkennen wir klar, dass sich das Belastungspaket vor allem gegen die Jugend wendet. Doch was tun? Erstens muss jedem Versuch der Spaltung entgegengetreten werden, denn Spaltung schwächt uns. Den Versuchen der Herrschenden die Reihen der Jugend auseinanderzudividieren, müssen wir unseren gemeinsamen Kampf entgegensetzen. Ob im Betrieb oder in der Schule, die fortschrittliche, revolutionäre Jugend muss sich sammeln, Gruppen aufbauen und im Kampf gegen das Belastungspaket aktiv werden. Dieser Kampf kann nur dann konsequent geführt werden, wenn wir in ihn mit der Grundhaltung des Kampfes gegen den Kapitalismus hineingehen. Der Kapitalismus führt dazu, dass die Volksmassen, insbesondere die ArbeiterInnenklasse und ihre Jugend, immer weiter ausgebeutet und niedergehalten werden. Darin findet eben auch das Belastungspaket seine Ursache – nicht in irgendwelchen angeblich besonders schlechten Parteien. Diese handeln nämlich alle im Sinne des Kapitals, ganz gleich welche Farbe sie haben. Gerade weil sie alle eine kapitalistische Politik betreiben, kann sich die Masse Jugend nur dann befreien, wenn sie sich in ihrem Kampf gegen das Belastungspaket auch von diesen Parteien und diesem System befreit!




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