Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

In der Saline Ebensee ist es unruhig – aus gutem Grund!

Posted by rkjv - Oktober 13, 2010

Die Geschäftsleitung verfolgt nämlich eine offensive Unternehmensstrategie; beinharte Profitmacherei auf Kosten der ArbeiterInnen. Mit dem Kurs der Unternehmer gegen die ArbeiterInnen gehen systematische Verstöße gegen Arbeitszeitbestimmungen und Pausenregelungen, willkürlich angesetzte Überstunden und Kündigungen einher. Ein neues Schichtmodell verlangt vielen KollegInnen immer mehr ab und manche können – laut Informationen des Betriebsrates – nur noch mit Schlaftabletten ausreichend Ruhezeit finden. Die Pläne der Unternehmer haben nicht nur schlechte Auswirkungen auf unser Geldbörsel, sie ruinieren auch die Gesundheit zu Gunsten des Profits!


Ein aktiver Betriebsrat, wie das Team um Kollege Klausner, steht der Strategie der Unternehmer im Weg. Die Geschäftsleitung versucht den Betriebsrat als „kleine radikale Minderheit“ ohne Unterstützung in der Belegschaft darzustellen. So sehr wir auch mit den KollegInnen aus dem Betriebsrat gegen die Angriffe der Unternehmer solidarisch sein müssen, so fehl am Platz ist es aber auch, wenn hier weiter auf Sozialpartnerschaft gesetzt wird. Die Sozialpartnerschaft ist ein Fluch für die ArbeiterInnen, denn sie bedeutet über weite Strecken Zusammenarbeit mit den Unternehmern. Wenn darauf einlassen, fallen wir uns selbst in den Rücken, dann werden wir vorgeführt wie Schlachtvieh. Gerade beim derzeitigen Konflikt in der Saline sehen wir ja, dass die Unternehmer ohnehin schon glauben, dass sie mit uns alles machen können. Am Verhandlungstisch werden wir ihnen dabei nicht konsequent entgegentreten können, sondern nur, wenn wir uns als ArbeiterInnen zusammentun und für unsere eigenen Interessen (z.B. gegen das neue Schichtmodell; gegen Kündigungen,…) kämpfen.

Es ist auch sicher kein Zufall, dass seit Kurzem eine Unterschriftenliste im Werk kursiert, die die Abwahl des Betriebsrates fordert. Initiiert wurde sie offensichtlich von höheren Angestellten, wenn nicht sogar direkt im Auftrag der Geschäftsleitung. Die Betriebsversammlung hat aber eindeutig gezeigt, dass die ArbeiterInnen mit über-wiegender Mehrheit hinter den Forderungen des Betriebsrates stehen. Einzig eine kleine Gruppe von höheren Angestellten stellte sich offen gegen den eigenen Betriebsrat und steht auf der Seite des Vorstandes. Auch wenn durch die Betriebsversammlung eine gute Öffentlichkeit für die Sache der ArbeiterInnen geschaffen werden konnte, muss uns doch allen klar sein, dass das nicht ausreichend ist. Wenn es neben den normalen Schikanen sogar schon so weit ist, dass Lehrlinge sich den Staplerschein im Rahmen ihrer Ausbildung selbst finanzieren sollen (wobei dabei dann eine Gruppe von KollegInnen zusammengelegt hat!), dann können sich die ArbeiterInnen nicht mehr nur mit Betriebsversammlungen usw. zufriedengeben. Unter solchen Umständen, muss über weitergehende Aktionen nachgedacht werden!

Wenn wir uns darauf einlassen, die Pläne der Unternehmensführung zwar hinzunehmen doch einige kleine Verbesserungen daran fordern, dann wird sich nichts ändern! Vielleicht haben wir es dann kurzfristig ein bisschen besser, doch es ist nur eine Frage der Zeit wann der nächste Angriff durch die Unternehmer kommt… in einem halben Jahr, oder doch erst in einem? Die KollegInnen in der Saline werden weiterhin drauf-zahlen, wenn den Unternehmern nicht endlich entgegengetreten wird, wenn wir keine Forderungen erheben und Aktionen setzen, die den Chefs zeigen wer die Werte schafft, wer es ist, der den Profit den sie sich einstecken überhaupt möglich macht: wir, wir ArbeiterInnen – ob in der Saline oder anderen Betrieben! Der Kapitalismus als Klassenherrschaft lebt davon, dass die Massen arbeiten bis zum umfallen und produzieren, die anderen oben sitzen, die Profite einstecken und auf Kosten der ArbeiterInnen leben! Oder wie finanzieren sich Androsch und seine Leute und Parteikollegen in Unternehmensvorständen und Regierung sonst?!

KollegInnen! Schließen wir uns zusammen, bilden wir ArbeiterInnenkomitees die die Grundlage für weiterführende Arbeitskämpfe sein können. Zeigen wir uns solidarisch mit dem Kollegen Klausner und seinem Team, doch schaffen wir mit den ArbeiterIn-nenkomitees auch die Grundlagen dafür, dass wir unseren Kampf ohne die sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen, sondern als ArbeiterInnen gegen Unternehmer führen!

  • Weg mit dem neuen Schichtmodell!
  • Übernahme aller Ausbildungskosten der Lehrlinge durch die Unternehmer!
  • Ein Angriff auf einen, ist ein Angriff auf alle – Solidarität mit Kollegen Klausner und anderen Angegriffenen!
  • Sofortiger Kündigungsstopp und umgehende Wiedereinstellung der bereits gekündigten KollegInnen!
  • Nieder mit der Sozialpartnerschaft!

 

Der Text wird derzeit als Flugblatt verbreitet. Wenn er euch gefällt, könnt ihr bei uns gratis bis zu 200 Stück bestellen (unter rkjv@gmx.net oder: RKJV, Postfach 472, 4021 Linz), andererseits könnt ihr euch das Flugblatt als PDF zum selber ausdrucken auch unter der Rubrik Publikationen > Flugblätter herunterladen!


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