Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Anschlag auf ein Asylheim in Graz. Tretet den faschistischen Banden entgegen!

Posted by rkjv - September 17, 2010

In der Nacht auf 11.September fand in Graz ein Sprengstoffanschlag auf ein Asylzentrum statt. Dieser Anschlag stellt den vorläufigen Höhepunkt der Erstarkung militanter rechtsradikaler und faschistischer Strömungen dar. Er ist die Frucht jahrelanger Hetze, wobei sich vor allem in diesem Fall die FPÖ besonders hervortat und wenige Tage vor dem Anschlag noch Hetz-Flugblätter gegen eben jenes Asylzentrum verbreitete. Einfach zu sagen „Die rechten Hetzer der FPÖ sind schuld, sie bereiten den Boden für solche Taten“ ist dabei aber zu einfach. Vielmehr betreibt die FPÖ oftmals einfach die offenste Form jener Hetze die vom Kapital an sich ausgeht. Immerhin, die meisten der über die Jahrzehnte immer wieder beschlossenen Verschärfungen des „Asyl- und Fremdenrechts“ fanden unter SP-Führung statt und wurden in der Öffentlichkeit freilich auch dementsprechend ideologisch argumentiert – wenn auch nicht auf jener Ebene der sich Strache & Co gerne bedienen. Die Hetze, die Propaganda welche den Boden für Taten wie den Sprengstoffanschlag von Graz bereitet, geht eben nicht von „einer speziellen“ Partei des bürgerlichen Machtapparates aus, sondern vom System des Kapitalismus selbst, und damit vor allem  auch (in unterschiedlicher Form) von allen seinen Verwaltern, den bürgerlichen Parteien. Selbstverständlich, denn Staatstreue ist dabei oberstes Gebot – Treue zu einem Staat, den sich das Kapital schon längst vollständig untergeordnet hat und der als solcher nichts weiter darstellt, als einen organisierten Gewaltapparat gegen die Volksmassen, allen voran die ArbeiterInnenklasse. Diese, objektiv in unüberbrückbarem Widerspruch zum System des Kapitals, muss durch die verschiedensten propagandistischen Schmähs gespalten und gegeneinander aufgehetzt werden, denn würden sie gemeinsam als Klasse stehen, dann stünden sie ja nicht nur objektiv in Widerspruch zum System sondern könnten auch subjektiv aufbegehren, Schritte in die Richtung einer gemeinsamen Kampffront gehen und sich ihrer gemeinsamen Interessen als ArbeiterInnen zu großen Teilen bewusst werden. Dass das Kapital in einer Situation der Krise die Spaltung und Auseinanderdividierung verstärkt betreiben muss um die Leute ruhig zu halten, versteht sich von selbst.

Der faschistische Mob, wie die Grazer Bombenbastler, sind willkommene Kampfhunde für die Zwecke der Herrschenden. Wie auch dieser Anschlag zeigt, richten sie ihre Gewaltakte gegen die untersten Schichten der Gesellschaft und, wenn sie sich stark genug fühlen, auch gegen Organisationen der bewussten ArbeiterInnenklasse[1]. Mit der Auswahl ihrer Ziele zeigen die Faschisten recht deutlich auf welcher Seite sie stehen: Immer gegen die Volksmassen und die bewusste ArbeiterInnenbewegung; Immer auf Seiten des Kapitals, der Unternehmer, der Mächtigen. Das ist freilich nicht nur ihre Standortbestimmung, sondern muss auch die proletarische Linke dazu bringen darüber nachzudenken, wie heute am besten gegen faschistische Banden gekämpft werden kann. Denn so klar es ist, dass der Faschismus als politische Strömung erst tatsächlich geschlagen werden kann wenn der Kapitalismus geschlagen ist, so sehr muss auch nach Wegen des antifaschistischen Kampfes heute gesucht werden.

Da faschistische Banden generell auf der anderen Seite der Barrikade stehen, sich immer im Lager des Kapitals befinden, können wir auf die Institutionen des Kapitals im antifaschistischen Kampf nicht hoffen – so viel ist klar. Was aber tun? Wichtige Schritte können die Bildung antifaschistischer Komitees im Stadtteil, in der Nachbarschaft sowie die Gründung solcher Komitees am Arbeitsplatz,… sein. Ob Lehrlinge, SchülerInnen, Arbeitslose oder StudentInnen – schließen wir uns gemeinsam zu solchen Komitees zusammen und treten wir den Faschisten entschlossen entgegen, gehen wir Streit nicht aus dem Weg sondern organisieren wir uns bewusst für die Zerschlagung der faschistischen Banden! Im Bewusstsein darüber, dass sich konsequenter Antifaschismus immer auch gegen die kapitalistische Grundlage des Faschismus richtet, muss der antifaschistische Kampf eine „antikapitalistische“ Grundhaltung sowie Stoßrichtung voraussetzen und Praxis werden lassen. Wäre das nicht der Fall, so würde die antifaschistische Aktion zu einem Helfershelfer der bürgerlichen Demokratie, also der gegenwärtigen Organisationsform des kapitalistischen Staates, denn dann würde sie zwar gegen die momentan als „besonders schlimmen Auswüchse“ des Systems empfundenen Kräfte rebellieren, aber in grundlegender „Harmonie“ mit der herrschenden Klasse und deren System bestehen, was aber die Grundlagen des Faschismus wiederum unangetastet lassen würde.

Für antifaschistische Selbstorganisation – Die militante AntiFa aufbauen!

Kampf dem faschistischen Terror!

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[1] So nehmen vor allem in Deutschland faschistische Übergriffe und Anschläge derzeit massiv zu. Sie richten sich dort schon unmittelbar gegen Strukturen und Organisationen der fortschrittlichen Teile der ArbeiterInnenklasse. In den letzten Monaten wurden beispielsweise mehrfach Morddrohungen von Faschisten gegenüber FunktionärInnen der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) bekannt sowie faschistische Anschläge gegen deren Regionalbüros, etc.

 

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