Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Rassismus dient immer nur den Herrschenden und spaltet die Massen!

Posted by rkjv - Juli 27, 2010

Rassismus ist nicht einfach so da – er erfüllt einen bestimmten Zweck. Doch niemals den der Unterdrückten nur den der Ausbeuter! Wozu gibt es Rassismus eigentlich? Wem dient er? Sprache, Hautfarbe, Herkunft, Aussehen, Glaube, Kultur, Ethik, Religion,… seien Gründe für eine Kategorisierung oder Einteilung der Menschen in „Rassen“. Mit reaktionären, also rückwärtsgewandten Kräften sind wir jeden Tag konfrontiert – in der Arbeit, im Fernsehen auf der Straße, wenn wir die Zeitung aufschlagen, in der Werbung, auf Wahlplakaten, in der Schule, bei familiären Angelegenheiten,… Der Rassismus oder Fremdenhass zieht sich heute wie ein roter Fanden durch sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und einem Großteil der Geschichte überhaupt.

Das Verrückte an dieser Sache ist, dass sich durch die gesamte bürgerliche Hetzpropaganda einschließlich der „Was muss ich erfüllen um ein angepasster Ausländer zu sein“ – genannt Integrationspolitik, der Rassismus „versteckter“ den je ans Tageslicht kommt. So kann lauthals Fremdenhass verkündet werden „Das hat nichts mit Rassismus zu tun, nein, weil mein bester Freund ist auch ein Ausländer, aber der hat sich ‚angepasst‘!“: (das fällt dann unter „nur die eigene Meinung sagen“). Was soll das überhaupt heißen soll,„angepasst“ oder „integriert“ zu sein, lässt sich bloß damit umreißen, dass MigrantInnen ihre Sprache, ihre Kultur bzw. alles was mit der Herkunft dieser Leute in Verbindung steht, begraben werden soll um erst überhaupt einmal geduldet zu werden. Akzeptiert werden nur jene, die die Sprache perfekt beherrschen und einem Integrationsbild entsprechen, welches von den Interessen des Kapitals diktiert wird (wo es sich also darum dreht, wie MigrantInnen am profitabelsten verwertbar sind). Vor diesem Hintergrund kann dann jedes Individuum selbst entscheiden, welcheR MigrantIn ihm gerade in den Kragen passt und welcher nicht. Da wird nach „integrierten guten Ausländern“ und den „bösen Kriminellen“ sortiert.

Ein Mensch ohne Visum in Österreich ist illegal, d.h. es werden ihm oder ihr grundlegende demokratische Rechte vorenthalten. Dann kommt oft zehnjähriges oder längeres Warten auf eine Staatsbürgerschaft. In der Zwischenzeit werden tausende andere AsylwerberInnen abgeschoben, wobei es in der Schubhaft immer wieder zu Misshandlungen oder auch zum Tod von den Betroffenen kommt. Schwer zu vergegenwärtigen sind die enormen Zahlen an Menschen auf der Flucht, die das kapitalistische System tagein tagaus produziert und dann vor den Toren der Festung EU zurück in die Armut oder in den Tod schickt. MigrantInnen stehen bei erfolgter Ankunft mit leeren Taschen da, haben oft keine Papiere mehr und sind somit ein guter Fang für miserable Arbeitsbedingungen in der „Schattenwirtschaft“, aber auch für das gerade in Österreich florierende Geschäft des Menschenhandels. Das zeigt vor allem die Tatsache, dass rund 90% der Frauen die ins Prostitutionsgeschäft gedrängt werden Migrantinnen sind. Warum ist das alles so? Eine der wenigen Erwerbsarbeiten die ein Leben ohne Asylbescheid in Österreich sichert, ist Prostitution. Flüchtlinge und MigrantInnen sind ein riesiges Arbeitslosenheer, dessen Fähigkeit zu arbeiten die kapitalistische Wirtschaft und ihr Staat natürlich voll ausnutzt. Sie sind billige Arbeitskräfte für die Firmen und Betriebe, kurz gesagt, für die Kapitalisten. Diese ersparen sich einiges an Lohnkosen wenn sie AsylwerberInnen anstatt österreichischen ArbeiterInnen einstellen, denn diese müssen sie nicht nach dem gültigen Kollektivvertrag bezahlen. Das alles bedeutet für die Kapitalisten mehr Profit und ist die Grundlage all dieser Zustände. Darüber hinaus sind MigrantInnen oft gezwungen zur Schwarzarbeit, wo  Zustände herrschen, die oft erst bei tragischen Unfällen an die Öffentlichkeit gelangen. Für diese KollegInnen ist nichts mehr mit Arbeitsrechten!

Obwohl es klar scheint, dass Rassismus nur den Herrschenden, nicht aber den Massen dient, kommt Rassismus wieder an. Gerade in Zeiten verstärkter Angriffe durch die Ausbeuter, die Kapitalisten, welche sich durch Lohnkürzungen, Sozialabbau,  erhöhte Arbeitslosigkeit,… auszeichnen,  wird MigrantInnenhetzte und Fremdenhass im bürgerlichen Medienapparat und Staat massiv vorangetrieben.

Derzeit stehen die Massen kurz vor den nächsten Angriffen durch das Kapital, nämlich in den Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst, welche die oben genannten Phänomene in einer noch stärkeren Form als bis jetzt auf uns zukommen lassen. Genau von diesen Problemen soll mittels rassistischer Hetze abgelenkt werden und der Frust der ArbeiterInnen in die falsche, völlig entgegengesetzte Richtung gelenkt werden. Auf „die Ausländer“ soll losgegangen werden, damit die Herrschenden freie Hand haben um Verschlechterungen durchzusetzen. Es ist nicht der oder die türkische, jugoslawische oder afghanische ArbeiterIn, der/die hierzulande die Arbeitsplätze gefährden. Rassismus ist zu vergleichen mit einem Keil zwischen den ArbeiterInnen und verhindert so  das gemeinsame Vorankommen in sämtlichen wirtschaftlichen und politischen Kämpfen. Solange wir es nicht verstehen, dass wir ArbeiterInnen uns zusammenzuschließen und gegen die auf uns zukommenden Verschlechterungen unserer Lage kämpfen müssen, überlassen wir denen das Feld, die Interesse an der Verschlechterung unserer Lage haben: die Herrschenden in Wirtschaft und Parlament!

Was ist jedoch mit den „linken, antirassistischen und humanen“ Kräften? Wir konnten feststellen, dass es beispielsweise bei den Ereignissen rund um Arigona natürlich auch Kräfte gab die sich für das individuelle Bleiberecht einsetzten, wie zum Beispiel die Grünen. Das kann sich eine Partei schon leicht leisten, bei einem scheinbar aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang gerissenen „Einzelfall“, die „humanen, menschenfreundlichen“ Glocken spielen zu lassen. Was in den bürgerlichen Medien dadurch passiert ist, ist wieder Mal die Vernebelung des gesamten Charakters des kapitalistischen Systems und seiner rassistischen Politik. Der „Fall Arigona“ wurde als tragischer Einzelfall präsentiert und dementsprechend bewertet. So etwas ist rassistischer Antirassismus. Der staatlich organisierte und systematisch durchgeführte Abschiebungsterror wird jedoch genau auch diesen Kräften mitgetragen und beschlossen, denn auch sie sehen den Profit der kapitalisten, das so genannte Wohl des Staates (der ja immer nocht der Staat des Kapitals ist) als grundlegende Kriterien der „Migrationspolitik“. MigrantInnen und Flüchtlinge werden von allen bürgerlichen Parteien in der gesamten EU als Gefahr dargestellt, sofern sie im Produktionsprozess nicht bestmöglich verwertbar sind – versteht sich.

Rassismus und seine Wurzeln, z.B. in sämtlichen Religionen, sind immer vorgeschobene Gründe, wobei die Anwendung rassistischer Hasspropaganda als Taktik der Herrschenden dient. Kolonialismus, Sklaverei, das Apartheidregime sowie der Nationalsozialismus werden mit Rassismus gerechtfertigt. Rassismus entsteht nicht aus den Volksmassen, wie man unschwer erkennen kann wenn man sich mit der Geschichte dieser reaktionären Idee auseinandersetzt. Kein Mensch wird als RassistIn geboren. Solche Ideen muss eine herrschende Klasse immer entwickeln und in die Massen hineintragen, um die ArbeiterInnen und Volksmassen für ihre Zwecke in gefügig zu machen. Die Herrschenden verstehen es wunderprächtig von den wesentlichen Interessen der ArbeiterInnen abzulenken, darin besteht ihr größtes Interesse. Ob vor tausenden von Jahren oder heute wird Rassismus bewusst eingesetzt um Spalterei und Hetze unter den Leuten  zu verbreiten um einen gemeinsamen Kampf der Unterdrückten und Ausgebeuteten zu erschweren. Die Herrschenden brauchen verhetzte ArbeiterInnen, schüren Hass und Feindseligkeit und lassen die Konkurrenz zwischen den ArbeiterInnen aufflammen.  Gerade das muss man im Auge behalten. 

Wir setzen trotz alledem unseren eigenen Kopf ein um uns die heutige Klassengesellschaft und ihre Wurzeln genau anzuschauen und darin Partei zu ergreifen. Wir, als junge revolutionäre KommunistInnen, stellen uns gegen jegliche reaktionären Maßnahmen, die sich gegen die Interessen der ArbeiterInnen  stellen und sehen Rassismus als ein Symptom des Kapitalismus, das diesem sehr großen Nutzen bringt. Wir haben es im kapitalistischen  System mit grundlegenden Widersprüchen zu tun die nur durch eine Revolution der ArbeiterInnen gelöst werden können, wobei die Jugend in dieser Frage eine ganz wichtige Rolle spielt. Die Massen der ArbeiterInnen und Jugendlichen haben objektiv am wenigsten Interesse an der Aufrechterhaltung des Systems, deshalb liegt bei ihnen die Macht es zu stürzen. Die Jugend ist im Kapitalismus ein wesentlicher Teil der ArbeiterInnenklasse an sich, befindet sich jedoch in nochmals verschärfter Unterdrückung und Ausbeutung durch das Kapital. Aus diesem Grund rufen wir alle Jugendlichen dazu auf, rassistischen Kräften entgegenzutreten, wo sie nur auftauchen, ob im Betrieb, in der Schule, auf der Straße oder anderswo. Die demonstrierenden Jugendlichen in Österreich richten sich gegen Rassismus und gegen Nazi-Terror und das zu Recht. Man darf sich jedoch nicht den Illusionen ausliefern, dass es einen Kapitalismus ohne Rassismus überhaupt geben kann. Um den Rassismus zu überwinden braucht es eine proletarische Revolution, da der Rassismus seine Wurzeln eben in jener Klassengesellschaft findet, die durch so einen Aufstand zerschlagen wird. Deshalb führen wir den Kampf gegen Rassismus als Kampf gegen den Kapitalismus. Der Revolutionär-Kommunistischen Jugendverband (RKJV) versucht die klassenbewusstesten und fortschrittlichsten Jungendlichen zu gewinnen und mit ihnen gemeinsam zu kämpfen.  Organisiert euch und stärkt den revolutionären Kommunismus!

Kampf den herrschenden Zuständen!

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