Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Die neue Arbeitergeneration in China: Selbstbewusst und kämpferisch.

Posted by rkjv - Juni 23, 2010

Eine Welle von Arbeiterstreiks, Protesten und Demonstrationen überflutet China. Medien zufolge kam es in den vergangenen Wochen in mindestens sieben Provinzen zu Streiks. Im Schnitt wurden in der Zeit offiziell von der Regierung pro Tag 644 Streiks gezählt. Ein erstes Aufsehen erregte die Auseinandersetzung bei der Firma Foxconn. Die Arbeiter waren zu unwürdigen Arbeitsbedingungen gezwungen. Mehrere hatten sich das Leben genommen. Ganz China nahm Anteil an den Kolleginnen und Kollegen. Über Internetforen und Handy wurde die Medienzensur der chinesischen Regierung durchbrochen. Nachdem Großkunden wie Apple, Dell und Nokia nervös geworden waren, entschied sich die Firmenleitung, die Löhne ab Oktober um fast 70 Prozent auf 2 000 Yuan (umgerechnet 244 Euro) anzuheben. Beim Honda-Zulieferer in Foshan erzwangen die 1 900 Arbeiter eine Lohnerhöhung von 24 Prozent. Ihr Streik brachte die chinesische Produktion des Autoherstellers zum Stillstand. Eine Streikwelle bei Toyota, Hyundai u.a. Werke erfasste ganze Industriegürtel um die großen Städte. Die Kämpfe konzentrieren sich auf internationale Übermonopole*, vor allem mit Sitz in Japan und Südkorea.

Es sind vor allem junge Arbeiter, die diese selbständigen Kämpfe mutig gegen den Willen der regierungshörigen Gewerkschaftsbürokratie organisieren und auch vor dem Einsatz der Polizei nicht zurückschrecken.Sie sind nicht bereit, die Krisenlasten auf ihren Rücken auszutragen. Die Drohungen der chinesischen Industriellen, die Produktion nach Vietnam oder Bangladesh zu verlagern, wo die Löhne noch niedriger sind, verlieren an Wirkung. Die Erfahrung zeigt ihnen, dass Stillhalten die Lage nur noch verschlimmert hat. Der Lohnanteil an den Gesamtkosten der Industrieproduktion liegt bei 5 Prozent. Der chinesische  Gewerkschaftsbund gab zu, dass fast ein Viertel der Arbeiter in den letzten fünf Jahren überhaupt keine Lohnerhöhung erhalten haben. Ein Arbeiter bei „Honda Lock“ musste mit 126 Euro im Monat auskommen, der Mindestlohn bei Foxconn betrug 92 Euro (laut „Süddeutsche Zeitung“ von heute). Seit Ausbruch der Weltwirtschafts- und Finanzkrise Ende 2008 kehren immer mehr Wanderarbeiter den industriellen Ballungsgebieten den Rücken. Das Leben ist dort noch unerträglicher geworden, als auf dem von Armut gezeichneten Land. Die Arbeiter nutzen die Veränderung des Kräfteverhältnis aus, durch ihren Kampf höhere Löhne und Arbeitsbedingungen abzutrotzen. Nachdem die Behörden mit Schlägertrupps gegen Streikaktivisten vorgegangen sind, bekommen die Kämpfe auch zunehmend politische Aspekte.

Es ist eine neue junge Arbeitergeneration herangewachsen, die sich durch großes Selbstbewusstsein auszeichnet. Eine Generation, die praktische Lehren aus der Restauration des Kapitalismus des ehemals sozialistischen Chinas zu ziehen beginnt. Diese Arbeiterkämpfe sind ein bedeutendes Signal nicht nur für China. Sie sind eine große Ermutigung für die Arbeiterklasse weltweit. Noch steht die Arbeiterklasse in China am Anfang, die Ursache ihrer Lage in der Restauration des Kapitalismus in China zu erkennen. Die „Rote Fahne“ berichtet über eine Demonstration in Lyolang, in der ein Redner unter anderem ausführte: „Wir wissen, dass die Revisionisten die Macht ergriffen haben… Wir werden die Fahne der Mao-Zedong-Ideen wieder hochhalten über diesem Land. Wir werden kämpfen, um den echten Sozialismus wieder aufzubauen.“

Als Mao Zedong vor seinem Tod 1976 vor einer Restauration des Kapitalismus gewarnt hatte,was leider bittere Wahrheit wurde, setzte er auch großes Vertrauen in Chinas Volksmassen. Sie werden sich niemals mit dem Revisionismus abfinden und die Herrschaft einer neuen bürokratischen Kapitalistenklasse wird nicht von langer Dauer sein.

Dankend übernommen von: www.rf-news.de

* Anmerkung: Wir verwenden den Begriff „Übermonopole“ nicht und stimmen dabei mit der ökonomischen Einschätzung der Redaktion von RF-News nicht überein. RKJV.

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