Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Ibrahim Kaypakkaya und die Einheit der revolutionären KommunistInnen in Österreich.

Posted by rkjv - Mai 17, 2010

Ibrahim Kaypakkaya 1949 - 1973

Wie jedes Jahr Ende Mai, veranstalteten die Konföderation der ArbeiterInnen und Jugendlichen aus der Türkei (ATIK) und die Neue Demokratischen Jugend (YDG) ein Polit- und Kulturfestival im Zeichen des Gedenkens an Ibrahim Kaypakkaya und all jene, die im Kampf für die Freiheit, für den Sozialismus in der Türkei, ihr Leben ließen. Auch dieses Jahr war es mit etwas über 1000 Gästen hervorragend besucht. Wie inzwischen schon seit vielen Jahren, gaben uns unsere FreundInnen von ATIK und YDG auch dieses Jahr die Möglichkeit, dieser Veranstaltung, den Diskussionen und Kulturvorstellungen mit einem Infotisch und einer Rede beizuwohnen. Unsere an diese Veranstaltung gerichtete Rede wollen wir nachstehend dokumentieren. Manchen unserer LeserInnen mag die für dieses Fest zentrale Figur Kaypakkayas erst wenig Begriff sein, weshalb wir über ihn zuvor noch einige Worte verlieren möchten.

Ibrahim Kaypakkaya (Ibo) wurde 1949 in ärmlichsten Verhältnissen im Südosten der Türkei (Provinz Çorum) geboren. Trotz aller Schwierigkeiten die das Leben als Sohn einer armen Bauernfamilie für ihn bereithielt, schaffte er es neben viel harter Arbeit die Schule abzuschließen und eine Ausbildung zum Lehrer zu absolvieren…

 

Nachdem er diese fertig gemacht hatte, begann er noch das Studium der Physik. Aufgrund seiner Herkunft erfuhr er die brutale Ausplünderung und Unterdrückung der türkischen und kurdischen Volksmassen am eigenen Leib, was ihn selbstverständlich prägte. Schon früh schloss er sich deshalb der „Revolutionären Arbeiter- und Bauernpartei der Türkei“ (TIIKP) an. Innerhalb dieser vertrat Ibo mit einigen anderen GenossInnen im Gegensatz zur Mehrheit der TIIKP eine proletarisch-revolutionäre Linie, eine an den Ideen Mao Zedongs orientierte Politik. Nachdem sie im Kampf zweier Linien innerhalb der TIIKP unterlagen, gründete Ibo im Alter von 23 Jahren mit einer Handvoll GenossInnen 1972 die Türkische Kommunistische Partei / Marxistisch-Leninistisch (TKP/ML) und kurz darauf deren bewaffneten Arm, die Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee der Türkei (TIKKO). Bei einer bewaffneten Aktion wurde er 1973 vom türkischen Staat gefangengenommen. Wochenlang wurde er massiver Folter unterzogen, bis er schlussendlich am 18. Mai desselben Jahres von den Schergen des türkischen Staates ermordet wurde. Ibo wurde bloß 24 Jahre alt, er gab sein Leben für die Sache der Revolution. Seine persönliche Lebensgeschichte sowie sein großer politischer Kampf sind in dem Buch „Blutiger Mai“, das bis heute in der Türkei verboten ist, festgehalten.

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Liebe Genossinnen und Genossen, es ist eine große Freude und Ehre für unseren Verband, dass ihr uns auch in diesem Jahr wieder eingeladen habt, um mit euch gemeinsam dem Leben und Werk des Kommunisten, Revolutionärs und Gründers der Türkischen Kommunistischen Partei / Marxistisch-Leninistisch (TKP/ML), Ibrahim Kaypakkaya zu gedenken.

Ibrahim Kaypakkaya war noch jung, als er vom türkischen Staat zuerst grausam gefoltert und schlussendlich ermordet wurde. Doch trotz dem er noch so jung war, hatte er schon viele große Dinge geleistet. Seine Taten äußerten sich nicht nur in einer konsequenten revolutionären Praxis die ihres gleichen sucht. Darüber hinaus ist es auch das in deutscher Sprache leider noch viel zu wenig zugängliche theoretische Werk Ibrahim Kaypakkayas, was noch heute ein wichtiges Vermächtnis an die revolutionäre kommunistische Weltbewegung darstellt.

Ohne die enge Verbindung von Theorie und Praxis, welche der junge Kaypakkaya und seine GenossInnen als selbstverständlich betrachteten, würde die kommunistische Bewegung in der Türkei sich wohl nicht so machtvoll entwickelt haben wie sie es eben tat. Das Fundament dafür, war der Marxismus-Leninismius-Maoismus und seine Anwendung durch jenne GenossInnen, die damals, in den frühen 70er Jahren, die revolutionäre Partei der türkischen ArbeiterInnenklasse neu gründeten, die TKP/ML.  Dieser Schritt wäre damals unmöglich gewesen, wenn nicht ein Kernstück der Theorie und Praxis Kaypakkayas die scharfe Abgrenzung von Reformismus und Revisionismus gewesen wäre. Dieser Schritt wäre auch unmöglich gewesen,  hätten die GründerInnen der TKP/ML nicht mit aller Kraft gegen diese Strömungen angekämpft und dagegen die revolutionären Grundsätze des Kommunismus verteidigt, entwickelt und nach genauer Analyse auf türkische Verhältnisse angewandt.

Ibrahim Kaypakkaya ist ein Vorbild für alle rebellierenden Jugendlichen weltweit. So wie Richard Zach, ein von den Nazis hingerichteter junger kommunistischer Arbeiter, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Faschismus einst schrieb: „Die Gefallenen sind nicht tot. Ihr Bild ist unauslöschbar in unsere Träume und Hoffnungen eingebrannt, im Kampf um die Befreiung vereint!“, so leben auch die Gedanken und das Werk Kaypakkayas und seiner GenossInnen in den Kämpfen der ArbeiterInnenklasse, der Völker und vor allem der Jugend fort. Überall wo die Fahne der Rebellion wieder aufgerichtet wird, können wir dem Kampf größere Schlagkraft verleihen, wenn wir die Erfahrungen, die Werke unserer VorkämpferInnen als Lehrstücke in diese Kämpfe integrieren. Das Werk Ibrahim Kaypakkayas muss mit seiner ganzen revolutionären Kraft vor allem von der Jugend aufgenommen und verstanden werden.

Dazu gehört der Bruch mit den bürgerlichen Ideologien innerhalb der AbreiterInnenbewegung und ein aufrechter, proletarisch-revolutionärer Internationalismus, ohne den Kaypakkayas Werk wohl undenkbar wäre. Dazu gehört die Erkenntnis, dass es immer, egal wo man ist, die erste Pflicht des Revolutionärs sein muss, Revolution zu machen – das heißt danach zu fragen, wie er oder sie der Revolution in der jeweiligen Situation am besten dienen kann. Diese Fragestellung werden wir für österreichische Verhältnisse nur dann richtig beantworten und lösen können, wenn wir ernsthaft an der Einheit der hier lebenden revolutionären KommunistInnen arbeiten.

Halten wir das Werk Ibrahim Kaypakkayas und all seiner MitkämpferInnen aufrecht und machen es zum Bestandteil unseres Verständnisses der proletarischen Revolution!

Voran in der Einheit der revolutionären KommunistInnnen in Österreich!

Tod dem Imperialismus und all seinen Lakaien! Hoch die internationale Solidarität!

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