Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Faschismus ist eine Form der Kapitalherrschaft – also stürzt das Kapital!

Posted by rkjv - April 15, 2010

In der Schule lernen wir, dass ein Wahnsinniger mit einer Handvoll Anhänger ganz zufällig die Macht ergriffen hatte und es so zum deutsch-österreichischen Faschismus und all seinen Grausamkeiten kam. Durch eine rein moralische Betrachtung wird der Faschismus im Geschichtsunterricht mystifiziert und auf ein Klüngel Wahnsinniger mit verwerflicher Ideologie reduziert. Müssen wir also nach so vielen Jahren bürgerlicher „Geschichtsaufarbeitung“ die seither vergangen sind, immer noch gegen Faschismus kämpfen?

Ja, denn Faschismus ist nicht etwas das man nur in den Geschichtsbüchern findet. Mit Fremdenhass, Antikommunistische Hetzpropaganda, Antisemitismus, Rassismus,…werden wir jeden Tag in der bürgerlichen Demokratie konfrontiert, diese Erscheinungen sind eben nicht nur am Nazifaschismus festzumachen. Genauso sind Faschisierungstendenzen (also die dem Kapitalismus innewohnende Tendenz zum Abbau demokratischer Rechte) nichts Außergewöhnliches im kapitalistischen System in dem wir leben, wobei wir immer betonen, dass diese an sich nicht zum Faschismus führen. Der Überwachungsstaat wird permanent ausgebaut, es werden Gesetzte beschlossen um präventiv gegen Kräfte vorzugehen, die eine Gefahr für die Kapitalherrschaft darstellen könnten, bzw. derzeit hauptsächlich deswegen, weil die bürgerliche Herrschaft immer wieder in Widerspruch zu den in ihr existierenden (bürgerlich-)demokratischen „Freiheiten“ gerät.

Eingeführt werden Mittel zur Repression (Kameras,…) unter dem Deckmantel „Terrorbekämpfung“ und für die angebliche „Sicherheit der Staatsbürger“. Dadurch verschafft sich der bürgerlich-kapitalistische Staat enormen Handlungsfreiraum. Denkt man nur an § 278a, der jegliche Formen von nicht systemkonformen Organisationen potentiell kriminalisiert und längerfristig vor allem verschärfte Repression gegen organisierten revolutionären Wiederstand bedeutet. Primäre Angriffsziele wären dabei organisierte Kräfte, die, sobald sie größeren Einfluss auf Teile der ArbeiterInnenbewegung gewinnen, verboten werden, da nur entschlossen kämpfende ArbeiterInnen eine echte Bedrohung für den Kapitalismus sind.

Unser Kampf gegen Faschismus ist Teil des Kampfes gegen den bürgerlichen Staat. Denn dieser verteidigt und schützt bzw. steht hinter den Interessen des Kapitals. Die herrschende Klasse kann sich jederzeit vom Faschismus wenn nötig Gebrauch machen um ihre Profitinteressen noch diktatorischer durch zusetzten. Faschistische Regime wurden immer dann herangezogen wenn das Kapital bzw. die Vermehrung von Profit gefährdet war und um gleichzeitig jegliche Klassenkämpfe verschärft niederzuhalten. Dies geschieht durch einen ganz offenen Bruch mit der bürgerlichen Demokratie. Die Grundlegenden Funktionsweisen des Systems werden dadurch nicht verändert, im Ge genteil es bleibt kapitalistisch bzw. imperialistisch. Die Herrschaft des Kapitals hat somit nur ihre Form geändert.  Faschismus ist eben eine Form von Kapitalherrschaft über die ArbeiterInnen und Volksmassen und als solche definiert als „offen terroristische Diktatur des Finanzkapitals selbst“ (Dimitroff).

Faschismus ist damit ein bewusst gewähltes Mittel zur offenen gewaltsamen Diktatur des Kapitals über die ArbeiterInnenklasse und Volksmassen, während die bürgerliche Demokratie als Herrschaftsform einer relativ fest im Sattel sitzenden Herrschaft des Kapitals die Diktatur desselben durch allerlei „Freiheiten“ verschleiert und sich dabei nur durch das bürgerliche Recht Legitimität verschafft.

Wir sehen die faschistische Gefahr in Österreich nicht nur vom nationalen Lager der Bourgeoisie ausgehend, sondern meinen, dass es auch in ÖVP, SPÖ-Spitze und Grünen ein faschistisches Potential gibt das es zu erkennen und zu bekämpfen gilt. Das ist nur folgerichtig, bedenkt man, dass Faschismus eben nur eine Form der Herrschaft eben dieser Kräfte – des Kapitals – ist. Nicht zuletzt deshalb ist der antifaschistische Kampf für uns ein wichtiger Teil des Kampfes gegen den Kapitalismus. Würden wir ihn nicht als solchen Teilkampf gegen Kapital und bürgerliche Demokratie an sich führen, sondern als ganz unabhängigen, „eigenen Aufgabenbereich“ definieren, wäre AntiFa nichts anderes als Verteidigung einer „reineren“ bzw. „ethischeren“ Form bürgerlicher Demokratie, was in Verwirrungen wie „Demokratie heißt, gegen Rechts auf die Straße zu gehen“ u.a. seinen Ausdruck findet.

Wer von Faschismus spricht, darf von der bürgerlichen Demokratie nicht schweigen. Jugendliche organisiert euch! Für den Kommunismus!

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: