Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Die Post soll zerschlagen werden! Kampf um jeden Arbeitsplatz – Gemeinsam Widerstand aufbauen!

Posted by rkjv - April 1, 2010

(Vorabveröffentlichung aus Roter Morgen Nr.26) Im Zuge der derzeit vor sich gehenden, gegen die ArbeiterInnen und Volksmassen gerichteten scharfen Einschnitte, kommt es auch bei der Post zu immer schlechteren Arbeitsbedingungen, werden auch dort die einzelnen KollegInnen einer immer schärferen Arbeitshetze und immer größerem Druck den Arbeitsplatz überhaupt behalten zu können ausgesetzt.

Insgesamt gibt es derzeit in Österreich noch ca. 24.000 PostlerInnen, wovon die Hälfte im Zustelldienst tätig ist. Es wird jedoch kaum so sein, dass das so bleibt, denn die Post-Chefs vereinbarten – wie manchen bekannt sein dürfte – zusammen mit dem Innenministerium vor einiger Zeit eine Regelung die es erlaubt, dass Bedienstete der Post zur Polizei überwechseln. Viele wurden da mit fetten Abfindungen und Prämien gelockt, an viele KollegInnen wurde mit dem Angebot zur Polizei zu wechseln mit dem Argument, dass „man es hier eh nicht mehr lange machen wird können“, herangetreten. Dann lief die Frist für den Wechsel von Post zu Polizei ab. Nun ist es allem Anschein nach so, dass die Polizei einen polizeieigenen Zustelldienst für behördliche Poststücke einrichten soll. Was sich auf´s Erste nicht beeindruckend anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als schlimme Sache für die rund 12.000 BriefträgerInnen, denn zusätzlich zu den privaten Paketdiensten bekommen sie nun auch noch Konkurrenz von „Polizeibriefträgern“, ihren ehemaligen KollegInnen, was sicherlich viele Arbeitsplätze bei der Post kosten wird. So etwas kommt also raus, wenn sich Minister und Chefs an einen Tisch setzen – erhöhte Arbeitshetze, verschärfte Konkurrenz und Arbeitslosigkeit!

Doch damit nicht genug. Auch ohne Polizeibriefträgerei haben sich die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren rapide verschlechtert, nicht zuletzt seit den letzten Kollektivvertragsverhandlungen, wo ausverhandelt wurde, dass der neue KV nur noch über eine 20-Stundenwoche läuft! Selbstverständlich ist die Durchschnittsarbeitszeit weit höher und nicht im Bereich der Teilzeit, doch was kümmert´s die Bosse in den Chefetagen und die Gewerkschaftsführer die da zusammen saßen und es so festlegten? Sie müssen sich ja nicht mit 650€ im Monat begnügen und dann ein viertel Jahr auf die Auszahlung der Mehrstunden (also im Bereich von 21 bis 38,5 Stunden) warten! So ist das nämlich auch, mit den neuen Regeln im Postbetrieb: Mehrstundenauszahlungen werden von den Chefs ein viertel Jahr lang, Überstundenauszahlungen ein halbes Jahr lang zurückbehalten und erst nach diesen Fristen ausbezahlt. Warum sie das machen ist leicht erklärt. Während der Zeit wo sie einen Gutteil unseres Lohns für sich behalten, können sie ihn nämlich für ihre eigenen Zwecke einsetzen, also z.B. für die Umstrukturierung des Postbetriebs, für Spekulationen, für Werbung,… und wir sollen derweil mit ein paar hundert Euro zufrieden sein und das Maul halten – trotz z.B. steigender Ges- und Lebensmittelpreise, trotzdem wir Mieten zahlen müssen usw.! Da passt es auch gut, dass für die Chefs der zweiten Reihe, also jene die gewisse Bezirke und/oder Landesteile verwalten (Regionalvorstände), eine Prämie ausgesetzt wurde für „besonders innovative“ Einsparungen im Personalbereich. Je mehr Leute sie rauswerfen, desto mehr Kohle bekommen sie also. Wie wenn das alles noch nicht reichen würde, werden auch Krankenstände nun massiv sanktioniert, man möchte fast sagen bestraft. Denn neben dem, dass einem/einer PostlerIn der Verlust des Rayons (also des Tätigkeitsgebiet) angedroht werden kann, ist es weiter so, dass die im Krankenstand anfallende Arbeit nicht mehr auf mehrere KollegInnen verteilt wird, sondern einfach liegen bleibt. Das heißt, dass man nach einem Krankenstand einen Berg von Briefen, Packerln, usw. vorfindet die alle ausgetragen werden müssen weil sie ja überfällig sind (weil sie blieben ja in der Krankenstandsdauer liegen). Das führt dazu, dass sich viele nur mehr dann Krankenstand nehmen, wenn es ihnen schon wirklich dreckig geht. Wir sehen, der Kapitalismus drückt nicht nur unsere Löhne, ihm ist auch die Gesundheit der ArbeiterInnen ganz und gar egal! Als zusätzliche Verschärfung oben drauf, kommt noch dazu, dass man wegen eines Krankenstandes nun auch willkürlich strafversetzt werden kann, was in der Folge einen neuen Rayon bedeutet den man noch nicht kennt und sich ganz neu anlernen muss. Wenn deswegen dann die Arbeit ein bisschen langsamer geht, dann setzt es die nächsten Sanktionen und schon bist du draußen und am AMS. Wohin das ganze gehen soll, liegt klar auf der Hand: die endgültige Zerschlagung der Post soll vorbereitet, tausende KollegInnen auf die Straße gesetzt werden! Das wird den Kapitalisten dadurch erleichtert, dass – wie oben schon erwähnt – die KollegInnen die beamtet sind oftmals in die Polizei geschickt wurden und jene die noch verblieben sind, durch die verschiedensten Schikanen so lange getreten werden sollen, bis sie teilweise von selber gehen.

Dass die Gewerkschaftsspitze nix macht, verwundert nicht, immerhin hat sie einen guten Teil der geschilderten Bedingungen mit ausverhandelt! Wenn die Post dann endgültig zerschlagen werden soll, dann wird sie wohl ein paar Alibiaktionen machen und vielleicht, wenn´s ganz hoch kommt, einen Sozialplan für einige KollegInnen bereitstellen. Dass wir uns auf die Gewerkschafts-spitzen nicht verlassen können, wissen wir jedoch ohnehin schon länger. Daher aber zu sagen, dass die ganze Gewerkschaft ein Scheiß ist, wäre der größte Gefallen den wir dem Postvorstand und den Kapitalisten überhaupt tun könnten. Immerhin gibt es in der Gewerkschaft auch viele KollegInnen die unter ähnlichen Arbeits- und Lebensbedingungen wie wir existieren müssen, auch auf sie wächst der Druck beinahe stündlich, und auch in ihren Betrieben setzt es immer mehr Arbeitshetze, Antreiberei und Konkurrenz untereinander. Mit den KollegInnen die  verstanden haben dass eine Verbindung an der Basis notwendig ist, mit denen die verstanden haben dass wir längerfristig nur dann mit der ganzen Ausbeuterei Schluss machen können wenn wir die Grundlage all dieser Schweinereien zerschlagen – mit denen sollten wir uns in Basiskomitees zusammenschließen. Aber auf auch die, die zwar aus Frust schon aus der Gewerkschaft ausgetreten sind (und das ist ja manchmal doch sehr verständlich, weshalb das nicht wenige sind) aber dennoch diese Einsichten teilen, darf nicht vergessen werden. Wenn wir Basiskomitees aufbauen, mit dem Ziel nicht nur in den gewerkschaftlichen Belangen kämpferisch intervenieren zu können sondern auch direkt mit diesen Komitees die herrschenden Zustände an sich bekämpfen wollen, dann muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir uns in dieser Arbeit nicht nur auf den Gewerkschaftsapparat beschränken dürfen. Die Bündelung Tausender KollegInnen in genau dieser Gewerkschaft, macht es aber für den Aufbau solcher Basiskomitees unumgänglich auch in ihr tätig zu sein. Wir wollen den Kampf gegen die miesen Zustände am Arbeitsplatz, mit dem Kampf gegen den Kapitalismus, der uns Jugendlichen jegliche positive Zukunftsaussichten raubt, verbinden, wobei folgende, von Karl Marx aufgestellte, Einschätzung unseren Ausgangspunkt zusammenfasst: „Die Gewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstands gegen die Gewalttaten des Kapitals. … Sie verfehlen ihren Zweck gänzlich, sobald sie sich darauf beschränken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu führen, statt gleichzeitig zu versuchen, es zu ändern, statt ihre organisierten Kräfte zu gebrauchen als Hebel zur schließlichen Befreiung der Arbeiterklasse, d.h. zur endgültigen Abschaffung des Lohnsystems“.

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