Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Solidaritätserklärung von ANAKBAYAN und dem Philippinischen Student/innen-Verband an die Bologna-burns-Demonstration

Posted by rkjv - März 28, 2010

Leider war eine Übersetzung dieser Solidartitätsbotschaft (die auf der Demonstration am 11.3.2010 auf Englisch verlesen wurde) erst mit ein wenig Verzögerung möglich.

Wir, die Jugendlichen und Student/innen der Philippinen, Mitglieder der nationaldemokratischen Organisationen ANAKBAYAN (Söhne und Töchter der Nation) und des Philippinischen Student/innen-Verbands unterstützen den internationalen Kampf für Bildung und Sozialleistungen. Wir begrüßen den andauernden Kampf unserer Genoss/innen und die eifrigen Anstrengungen, die Jugend und Student/innen an der Seite der unterdrückten Sektoren der Welt zu vereinigen. Wir versichern euch unsere aufrichtige Unterstützung für den Protesttag am Donnerstag 11. März  und die internationalen Demonstrationen  unter dem Motto: „Vereinigt gegen Kürzungen bei Bildung und Sozialleistungen – nehmen wir die Zukunft in unsere eigenen Hände!“ Darüber hinaus bieten wir euch unsere ehrliche Solidarität im Kampf für eine Bildung, die den Bedürfnissen des Volkes dient und nicht der kleinen herrschenden Elite, nicht dem kapitalistischen System.

Es ist höchste Zeit, dass wir die große Bedeutung der Bildung im Dienst des Volkes betonen, die Zerstörungen des Imperialismus und aller reaktionären Kräfte kritisieren und verurteilen und eine antiimperialistische und fortschrittliche Perspektive im Kampf für eine neue und bessere Welt bieten.

Hier kurz zum Hintergrund des philippinischen Bildungssystems: In den 300 Jahren seit dem 16. Jahrhundert, in denen unser Land von Spanien kolonisiert war, leitete die katholische Kirche alle Bildungseinrichtungen. Sie wurden für die Hochgestellten und für die Ausländer betrieben, nicht für die Indios, nicht für die Bäuer/innen, die die Mehrheit der im Land geborenen Bevölkerung darstellten.

Während der Zeit der us-amerikanischen Besetzung war das Ziel klar, als das erste zentrale Schulsystem eingerichtet wurde, in dem mehr als tausend us-amerikanische Soldaten als Lehrer dienten – die sogenannten Thomasiten. Nach einer Welle heftiger Luftangriffe, die zahlreiche Tote und große Zerstörungen von Eigentum verursachten, wurde die Bildung zu einem Werkzeug zur Befriedung, um die „Loyalität der Einwohner/innen gegenüber der Souveränität der Vereinigten Staaten herzustellen und bei ihnen die Ideen der westlichen Zivilisation einzupflanzen“, wie der US-General Dewey sagte.

Unter der faschistischen US-Marionetten-Diktatur von Ferdinand Marcos in den 1970er und 81980er Jahren wurde das Bildungsgesetz (Education Act) von 1982 umgesetzt. Dieses ist auch als Republik-Gesetz 232 bekannt und beinhaltet Stellen, die eine Kommerzialisierung der Bildung vorsehen. Dieses Gesetz führte zu einer Bildungspolitik und zu Bildungsprogrammen, die sogar bis heute die Bedingungen für das philippinische Volk weiter verschlechtern.

Die Geschichte zeigt, wie der Imperialismus auch in anderen Teilen des kapitalistischen Weltsystems die Bildung benutzt, um weiteren Profit herauszuholen und das leidende Volk auf der ganzen Welt auszubeuten und zu kontrollieren.

Die imperialistischen Mächte haben die Entwicklungsländer dazu getrieben, ihre Wirtschaften zu entnationalisieren, Investitionen und Handel zu Gunsten der ausländischen Monopole zu liberalisieren, staatliches Vermögen und soziale Dienste zu privatisieren und alle früheren Beschränkungen für das ausländische Monopolkapital und der Ausbeutung des arbeitenden Volkes, der Frauen, Kinder, Migrant/innen und der Umwelt zu deregulieren.

Die staatlichen Ausgaben für Bildung und Sozialleistungen werden ständig gekürzt, während die Ausgaben für Schuldenrückzahlung der Länder der Dritten Welt erhöht werden und dem Militär höhere Priorität gegeben wird. Das zeigt den Klassencharakter und die Funktion des Staates, die wachsende Unruhe des Volkes zu unterdrücken, dessen soziale Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Die Verschärfung der Krise des kapitalistischen Weltsystems führt zur Steigerung von Staatsterror und Aggressionskriegen. Die imperialistischen Mächte verbünden sich weiter, um die Last der Krise auf das arbeitende Volk und die Entwicklungsländer abzuladen.

Aber die breiten Volksmassen sind entschlossen, dagegen für nationale und soziale Befreiung zu kämpfen.

So drücken wir unsere internationale Solidarität mit der Bologna-Demonstration dadurch aus, dass wir uns im Kampf gegen den Imperialismus zusammenschließen und die große Mehrheit der philippinischen Bevölkerung, die aus den unterdrückten Sektoren kommt, unter Führung der Arbeiter/innenklasse aufrütteln, organisieren und mobilisieren.

Die Jugend innerhalb der nationaldemokratischen Massenorganisationen mit sozialistischer Perspektive auf den Philippinen führt ständig massive Informations- und Ausbildungskampagnen auf allen Ebenen durch, um das Volk aufzurütteln und ihm zu helfen, die Stärke zu erkennen, die lange versteckt gehalten wurde: ihr Vorteil der großen Zahl, der Kenntnis des Landes, des stärkeren Willens und der proletarischen Führung.

Wir kümmern uns um die Bedürfnisse unserer Mitmenschen, die unter der Vernachlässigung der sozialen Versorgung und unter den Lakaiendiensten für die us-amerikanische imperialistische Macht gelitten haben und organisieren und mobilisieren die Menschen, um einander zu helfen, führen weitreichende Programme zur Förderung freiwilliger Arbeit durch und entlarven gleichzeitig das verrottende kapitalistische System.

Wir führen kreative, militante Protestaktionen durch und zeigen mit allen Mitteln die Menschenrechtsverletzungen, die Militarisierung und den Staatsfaschismus auf, wie sie vom kapitalistischen Weltsystem vorangetrieben werden.

Wir unterstützen die höchste Form des Kampfs gegen den ausgesprochenen Faschismus und die  Menschenrechtsverletzungen, die vom Staat und dem Militär begangen werden.

Jeder Sieg, den wir in unserem Kampf für wirkliche Freiheit und nationale Demokratie erringen, schwächt unseren gemeinsamen Feind!

Völker der Welt, vereinigt euch im Kampf für die Lebensbedingungen und soziale Gerechtigkeit!Nieder mit dem Imperialismus! Lang lebe die internationale Solidarität!

ANAKBAYAN Metro Manila, League of Filipino Students Metro Manila, http://www.lfs.ph

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