Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Unterstützt den Kampf der TEKEL-ArbeiterInnen in der Türkei!

Posted by rkjv - März 2, 2010

Seit über 70 Tagen streiken in der Türkei nun mehr als 10.000 beschäftigte des TEKEL-Konzerns. TEKEL ist in der Tabakverarbeitung und stellte bis 2008, als es mit dem Verkauf an den British-American-Tobaco (BAT) privatisiert wurde, das staatliche Tabakmonopol dar. Nun sollen wegen verschiedener Umstrukturierungen tausende ArbeiterInnen ihren Job verlieren, für viele weitere ist es ungewiss, ob sie ihren Arbeitsplatz im Konzern behalten können. Das brachte die ArbeiterInnen auf die Barrikaden, und weil die offiziellen Gewerkschaften bloß abwiegelten, traten sie selbstständig in den Streik. Wie weit der Ärger über Regierung und Chefs geht, und wie tief die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sitzt, zeigt die überwältigende Streikbeteiligung, arbeiten doch bei TEKEL rund 12.000 Leute – nur ein geringer Teil ist es, der nicht am Streik teilnimmt. Gewaltig ist die Solidarität mit den TEKEL-ArbeiterInnen durch Werk-tätige und ArbeiterInnen quer durch alle anderen Brachen. So fand vor einigen Wochen eine Solidaritätsdemonstration statt an der sich rund 100.000 Leute aus allen Regionen der Türkei und hunderten Betrieben beteiligten! Die Aktionen der TEKELArbeiterInnen und die Camps in denen sie die Zelte aufgeschlagen haben wo streikend ausharren, sind zu einer Plattform für klassenkämpferische und solidarische Personen aus der gesamten Türkei aber auch aus anderen Ländern geworden.

Die überragende Solidarität im ganzen Land und der stählerne Zusammenhalt der ArbeiterInnen vor Ort, zwangen eine der offiziellen Gewerkschaften sich ein klein wenig kämpferischer als sonst zu geben und mit verschiedenen Phrasen Verhandlungen mit der Regierung und der Konzernleitung aufzunehmen. Doch die meisten der streikenden ArbeiterInnen lassen sich dadurch nicht für dumm verkaufen. Sie haben schon mehr als einmal erlebt, dass die offizielle Gewerkschaft in Verhandlungen umfällt oder trotz äußerst günstiger Ausgangslage miese Kompromisse eingeht. Die TEKEL-Beschäftigten wissen um ihre Macht, die sie in Händen halten solange sie nur zusammen bleiben und kämpfen. Deshalb wird in den Camps der ArbeiterInnen auch kein Unterschied auf Grund der Herkunft gemacht. Viele verschiedene Volksgruppen sind dort zusammen, doch lassen sie sich durch rassistisches Gift nicht spalten da sie wissen: Als ArbeiterInnen haben wir gemeinsame Interessen und erst wenn wir auch gemeinsam handeln, können wir einen Sieg über die Chefs erreichen und unsere Arbeitsplätze sichern.

Die offizielle Gewerkschaft nahm also Verhandlungen auf. Viele glaubten, dass sie im TEKEL-Arbeitskampf ihr kämpferisches Potential entdeckt hat, doch diese Hoffnungen wurden gleich in der ersten Pressekonferenz mit Füßen getreten. Dort verkündete der Gewerkschaftsboss nämlich ganz stolz, dass es keinen Beschluss zum Generalstreik geben werde, selbst wenn die Regierung nicht einlenkt. Auf die Frage eines Reporters, ob es denn weitere Aktionen geben wenn die Regierung die Bildung einer Arbeitskommission vorschlägt, meinte Gewerkschaftsboss M. Kumlu schlicht „Nein!“. Das zeigt einmal mehr, wie sehr die hohen Gewerkschaftsbonzen abwiegeln, denn haben wir solche Verräterei nicht auch schon in Österreich öfter gesehen?! Die türkischen KollegInnen ließen sich im Kampf um ihre Arbeitsplätze nicht mehr länger von der Gewerkschaftsspitze an der Nase herumführen und gingen daraufhin noch einen Schritt weiter. In demokratischen Abstimmungen beschlossen sie, in einen Todeshungerstreik einzutreten der mehrere Tage andauerte. Wegen diesem Hungerstreik und andere kämpferischen Aktionen, wegen der gewaltigen Solidarität vieler KollegInnen aus anderen Branchen sah sich die Gewerkschaftsspite dann doch so unter Druck gesetzt, dass sie am 5. Februar einen Generalstreik ausrief. Mehrere Stunden wurde in der gesamten Türkei daraufhin gestreikt. Gleichzeitig befristete die Gewerkschaftsführung aber den Streik auf maximal einen Tag, was ich natürlich gleich eine Menge an Kampfkraft nahm. Durch solche Aktionen, versuchen die Gewerkschaftsbosse die ArbeiterInnen ruhig zu stellen. Sie sagen ihnen: „Bleibt brav, wir regeln eh alles für Euch – seht ihr ja“. Doch die KollegInnen bei TEKEL wissen um die Tricks der Gewerkschaftsbosse und lassen sich nicht mehr so leicht an der Nase herumführen.

Wir ArbeiterInnen in Österreich, müssen mit unseren KollegInnen solidarisch sein. Nicht nur weil wir vom Kampf der TEKEL-Beschäftigten für unseren eigenen gewerkschaftlichen Kampf sehr viel lernen können, sondern auch, weil wir dieselben Interessen haben wie sie. Wenn sich die Chefs und die Regierung in der Türkei gegen die KollegInnen bei TEKEL durchsetzen, dann schadet das auch uns, denn es würde jenen Kraft geben, die auch hier in Österreich gegen Lohnerhöhungen eintreten oder dafür, dass die ArbeiterInnen durch tiefgehende Einschnitte die Lasten der Krise bezahlen sollen. Wir ArbeiterInnen sind eine Klasse, haben dieselben Interessen – ob hier, ob dort! Schon Karl Marx wusste: „Die ArbeiterInen sind eine Macht, kämpfen sie gemeinsam, sind sie unbesiegbar!“

Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf alle von uns!

Solidarität mit den KollegInnen bei TEKEL!

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