Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Treffpunkte, Termine und Aufrufe zu Demonstrationen anlässlich des internationalen Frauentages in Linz und Wien.

Posted by rkjv - März 2, 2010

1.) Aufruf zur Frauenkundgebung am 8. März in Linz:

Am 8.3. ist internationaler Frauentag. Dieser Tag ist ein Kampftag der fortschrittlichen Frauen. Vor 99 Jahren gab es zum ersten Mal diesen Kampftag der proletarischen Frauenbewegung, welche für Frauenbefreiung und sozialistische Revolution auf die Straße ging. Heute wollen wir uns in die positive Tradition dieser Bewegung stellen und an diesem Tag gegen Patriarchat und Kapitalismus auftreten, nicht zuletzt weil die größten Fortschritte in der Sache der Befreiung der Frauen, in den historischen gesellschaftlichen Gegenentwürfen zum Kapitalismus, meist im Sozialismus, stattfanden. Heute, ein Jahrhundert nach dem ersten Frauentag, hat sich zumindest in Österreich die Lage für Frauen im Vergleich sehr wohl gebessert- was zum Beispiel die formalen Gleichberechtigungsrechte betrifft, jedoch werden Frauen noch immer benachteiligt und unterdrückt.

Auf Frauen wird der Großteil der in der bürgerlichen Familie anfallenden Arbeit abgewälzt, Gewalt gegen Frauen vor allem in der Familie, alltäglicher und institutionalisierter Sexismus, das alles sind nur wenige Beispiele und stellen gerademal die Spitze des Eisberges dar. In Zusammenhang steht die patriarchale Gesellschaft, also die Vorherrschaft der Männer, mit dem Kapitalismus, denn in diesem System werden die Massen der Männer und Frauen ausgebeutet, Frauen jedoch verschärft. Frauen werden als billige Arbeitskräfte eingesetzt um auf ihre Kosten Milliarden von zusätzlichem Profit zu scheffeln; sie werden vermehrt in die Arbeitslosigkeit gedrängt, damit die Herrschenden den Lohn ihrer arbeitenden KollegInnen noch weiter drücken können. Zu diesen Umständen kommt die massive soziale und kulturelle Unterdrückung hinzu, der Frauen im Patriarchat allgemein, hierbei aber in noch verschärfterer Form zB Lesben und/oder Migrantinnen, unterworfen sind. Der Kapitalismus als Gesellschaftssystem durchdringt sämtliche Lebensbereiche, in diesem System haben die Herrschenden ganz grundlegende Interesse daran, dass die Frauen weiterhin besonders unterdrückter Teil der Massen sind. Dadurch wird klar, dass in den Angelegenheiten der Frauenbefreiung innerhalb des Systems zwar Fortschritte erkämpft werden können, doch keine konsequente Auflösung dieser vielschichtigen Unterdrückungsverhältnisse möglich ist. Innerhalb der herrschenden Zustände ist tatsächliche Frauenbefreiung nicht möglich. Wir sehen klar: Wir Frauen sind unterdrückt und müssen kämpfen, nicht nur an einem Tag, sondern wir wollen wirkliche Gleichberechtigung 365 Tage im Jahr. Dafür stehen wir immer ein, doch am 8. März tragen wir Frauen diesen Kampf auch konkret auf die Straße – denn es ist nach wie vor der internationale Frauentag.

Keine Frauenbefreiung ohne kämpfende Frauen, keine Frauenbefreiung im Kapitalismus. Frauenbefreiung erfordert die Revolution!

Frauen! Heraus zum internationalen Frauentag, kommt zur Kundgebung am 8. März in Linz. 17 Uhr Taubenmarkt

(Da wir erkennen, dass Frauen selbst für ihre Befreiung kämpfen, über ihre eigenen Belange die politische Definitionsmacht erlangen müssen und sich nicht durch männliche Nutznießer des Patriarchats stellvertreten lassen dürfen, ist die Kundgebung zu diesem speziellen Anlass eine reine Frauenkundgebung – generell ist der Klassenkampf jedoch gemeinsam von Männern und Frauen zu führen.)

2.) Aufruf zur Frauendemonstration in Wien:

AUFRUF ZUR REVOLUTIONÄREN FRAUENDEMO AM 8. MÄRZ 2010 – INTERNATIONALER FRAUENKAMPFTAG!

(Auch die Wiener Demo ist eine reine Frauendemo – Anm. RKJV) Wenn du dein Leben lebst, es dir anschaust und feststellst du arbeitest FÜR die Fabrik, FÜR die Firma, FÜR den Ehemann, FÜR die Kinder und dich dann fragst, wo ist MEIN Leben, wo bin ICH, sind das wichtige Fragen für die wir gemeinsam eine Antwort finden müssen. Denn du bist nicht allein: Wer kocht abends das Essen, wer versorgt die Kinder, wer putzt das Klo, welche entscheidet was produziert wird, hast du Zeit dich mit FreundInnen, NachbarInnen und politischen GefährtInnen zu treffen, kannst du alleine – auch nachts – spazieren gehen, spürst du Respekt gegenüber dir als Mensch und als Frau, wenn du deine Zuneigung gegenüber anderen Menschen ausdrückst? Das alles betrifft Bedingungen und Möglichkeiten von Frauen! Wir leben in einem Kapitalismus, ein wirtschaftliches System, indem UnternehmerInnen die Lebenszeit der ArbeiterInnen rauben und aus dem Aussaugen der ArbeiterInnen ihren Reichtum aufbauen. Also: das geht allen ArbeiterInnen so! Wir leben in einem Patriarchat, der Herrschaft der Männer über Frauen, wo vor allem Männer über das wirtschaftliche Kapital, die politische und militärische Macht verfügen, indem für Frauen weniger Lohn gilt, das davon lebt, dass Frauen unbezahlt die Hausarbeit, Kindererziehung und Altenpflege erledigen müssen, indem Männer Sexismus, Gewalt und sexualisierter Gewalt gegen FrauenLesbenMädchen ausüben. Also: das gilt für alle Frauen! Der bürgerliche Staat regelt und garantiert das Gelingen des Kapitalpatriarchats. Er ist rassistisch, denn er schafft Gesetze, durch die Menschen anderer Herkunft hier minderwertige Rechte haben, für die nicht dieselben StaatsbürgerInnen – und Menschenrechte gelten. Als ArbeiterInnen, als Frauen, als MigrantInnen stellen wir die Verbindung zueinander her, solidarisieren uns anstatt uns spalten zu lassen und kämpfen gemeinsam gegen Ausbeutung und Unterdrückung, für die Freiheit von Frauen, für ein solidarisches Zusammenleben, unabhängig von Hautfarbe und StaatsbürgerInnenschaft, für soziale Gerechtigkeit!

OFFENE GRENZEN, BLEIBERECHT FÜR ALLE ÜBERALL!

Die neue Asyl- und Fremdenrechtsgesetznovelle vertieft den Rassismus im Staat, denn sie verschärft und weitet die Schubhaft aus, will alle straffällig gewordenen AusländerInnen abschieben, verhindert Aufenthaltstitel und binationale Paare mit Einkommensnachweisen von über 1000,- Euro und sieht für Asylsuchende die Gebietsbeschränkung auf den Meldebezirk vor, inklusive Meldepflicht und Zimmerdurchsuchungen durch das Innenministerium.

. Für das Niederlassungsrecht gleichgeschlechtlicher Paare!

. Für ein eigenständiges Bleiberecht für Frauen unabhängig vom Ehemann!

. Die Anerkennung von sexistischer Verfolgung, Frauenhandel, Zwangsverheiratung, Lesbenverfolgung und Genitalverstümmelung als Asylgrund!

. Gebietsbeschränkung bedeutet Ausgangssperre – Bewegungsfreiheit überall!

. Zugang zum regulären Arbeitsmarkt, Bildungswesen – soziale Versorgung für Alle!

ABTREIBUNG IST FRAUENRECHT, FÜR DAS SELBSTBESTIMMUNGSRECHT DER FRAU ÜBER IHREN EIGENEN KÖRPER!

Nach wie vor wird das Selbstbestimmungsrecht der Frau durch KlerikalfaschistInnen wie HLI und „Jugend für das Leben“ und der katholischen Kirche angegriffen. Auch die Haltung des Staates ist deutlich, da die Fristenlösung noch immer im Strafgesetzbuch verankert ist. FPÖ – Politiker, wie Ewald Stadler, fordern die Abschaffung der Abtreibung weil sie ein Tötungsdelikt sei und will stattdessen Frauen ein 15.000 Euro Geburtsgeld auszahlen.

. Abtreibung raus aus dem Strafgesetz !

. Abtreibung auf Krankenschein und kostenlose Verhütung in allen Bundesländern!

. Schutzzonen vor allen Abtreibungskliniken !

RAUS AUS DER PATRIARCHALEN KERNFAMILIE, BILDET FRAUENLESBENKOLLEKTIVE!

Neu ist die Homoehe oder das PartnerInnenschaftsgesetz, eine Reform wodurch Lesben und Schwule mehr Rechte erhalten sollen, indem aber das Adoptionsrecht von Kindern oder das Niederlassungsrecht binationaler Paare nicht vorkommt! Als Feministinnen und Lesben haben wir keinen Anpassungswillen sondern Kritik an der bürgerlichen Familie und dem romantizierenden Paar – Denken, und leben freie Beziehungsnetzwerke und vielfältige Lebensformen, allein, zu zweit, in Wohngemeinschaften, Kommunen, als Kollektive! Die Liebe, unsere Zuneigung und Respekt füreinander ist frei und keine Bevölkerungspolitik!

SEXISTISCHEN NORMALZUSTAND ANGREIFEN!

Im Verfahren gegen Fritzl wurde erstmal die „sexuelle Versklavung“ angeklagt und der Prozess erhielt, wie bei der Anklage gegen Prechtobil, große mediale Aufmerksamkeit als „besonderer Fall“ und nicht als Teil einer sexistischen „Normalität“. Wir spüren und begreifen in diesen sexistischen Gewaltverbrechen den Zusammenhang zum Sexismus, den wir alltäglich erleben, lesen, hören, sehen – die alltäglichen sexualisierten Anmachen, die pornografisierten Darstellungen von Frauen in den Medien, die Einschränkungen unserer Bewegungsfreiheit, die körperlichen Zurichtungen von Frauen und Mädchen im Namen von „Schönheit“ und „Weiblichkeit“, die Vergewaltigungen durch Bekannte und auf der Straße, bis zu den Morden an Frauen durch ihre Lebensgefährten. Wir haben – im Gegensatz zu den Gerichten – keinerlei Verständlichkeit für „männliche Gemütserregungen“, die sich gegen die Würde, die Eigenständigkeit und Freiheit von Frauen richtet. Dieses patriarchale Selbstverständnis produziert Männergewalt gegen Frauen, gegen feministische Frauenorte und erkämpfte gesellschaftliche Strukturen, die Eigenständigkeit von Frauen unterstützen, wie zB.: der Mordanschlag eines Mannes gegen eine Richterin, die zuvor die rechtliche Ehescheidung durchführte. Diese sexistischen Gewalttaten sind eine Form von gesellschaftlicher Repression gegen Frauen. Unser feministischer Widerstand richtet sich gegen jede Form von Sexismus, denn: Frauen sind frei und wild, weder Dienerinnen noch Freiwild. Feuer und Flamme dem Patriarchat. Kampf dem Sexismus im Alltag bei der Arbeit und im Staat!

BILDET FRAUENLESBENBANDEN GEGEN STAATLICHE REPRESSION!

Hier in den imperialistischen Staaten und im Trikont führt das Kapitalpatriarchat einen Kampf gegen RevolutionärInnen. Hier bekämpfen sie täglich mit ihrer Polizei und Justiz die Menschen, vor allem soziale und politische Bewegungen, die sich für eine Rätedemokratie von unten einsetzen. Dort in den Trikontstaaten werden Menschen und Befreiungsbewegungen, durch das „eigene“ Militär bekämpft, aufgebaut und finanziert von den imperialistischen Staaten und durch Angriffskriege, wie gegen Jugoslawien, Afghanistan und dem Irak, getötet und niedergeschlagen. Wie oft wurden wir schon auf Demonstrationen verprügelt, wie oft wurden manche von uns schon eingeknastet! Wie oft wurden Befreiungsbewegungen mittels europäischen Waffen, amerikanischen und deutschen Foltersystemen, importierter Zwangsmarktwirtschaft geknechtet und niedergeschlagen. Hier ist es mit der Demokratie nicht von weit her, die Wahrheit ist, es gibt hier keine Demokratie! Die Anwendung staatlicher Repression ist neben der zunehmenden rassistischen Stimmung auch hier zu Lande Alltag geworden. Gewalttätige Übergriffe von Neonazis gegen MigrantInnen und Linke werden scheinbar toleriert während AntifaschistInnen und emanzipatorische Bewegungen von Staat und Justiz kriminalisiert werden. Folgende Beispiele verdeutlichen dies: Eine Truppe organisierter Neonazis überfällt das linke Kulturlokal W23 in Wien, Angriffe gegen Linke und MigrantInnen während H.C. Strache – Wahlveranstaltungen, im KZ – Lager Ebensee wo junge Neonazis mit Softguns auf KZ – Überlebende losgingen. Das Verbot der antifaschistischen Demonstration gegen den WKR – Ball zeigt ganz deutlich die Fratze des autoritären Staates. Die zunehmende Repression hier zu Lande ist Teil einer weltweit um sich greifenden HERRschenden „Sicherheitpolitik“. Spätestens seit 9.11. wurden unter dem Vorwand des „internationalen Kampfes gegen den Terrorismus“ neue „Antiterrorgesetze“ geschaffen um alle sozialen und politischen Bewegungen, die sich gegen die herrschende Logik richten, zu kriminalisieren. Das Speichern von biometrischen Daten, die Onlineüberwachung und Bespitzelung der „Staatfeinde“ wie BürgerrechtaktivistInnen, die bereits erfolgte Anwendung der Paragraphen 278a gegen die TierschützerInnen oder deren Vorläufer bei Operation Spring, der neu – geschaffene Paragraph 278b, der die Unterstützung oder Mitgliedschaft einer angeblich terroristischen Vereinigung unter Strafe stellt und das Verbot einer antifaschistischen Demonstration gegen den WKR – Ball ist ein Angriff gegen uns Alle!

.Für eine starke antifaschistische Bewegung!

.Weg mit dem „Terrorparagraphen 278a, b und Folgeparagraphen!

.Für die sofortige Einstellung der laufenden Verfahren gegen die TierrechtsaktivistInnen!

FÜR EINE STARKE INTERNATIONALISTISCHE FRAUENLESBENBEWEGUNG!

Internationalismus bedeutet für uns, dass wir uns trotz unterschiedlicher ökonomischer und sozialer Ausgangsbedingungen zu den kämpfenden Frauen in allen Teilen der Welt verhalten und auch unseren eigenen Widerstand gegen die HIER herrschenden Strukturen organisieren. Miese Jobs, Schikane durch Sozial – und Arbeitsamt, Frauenheimarbeit, Rationalisierungen,…betrifft uns ALLE. Wir sprechen unterschiedliche Sprachen, haben verschiedene Hautfarben, andere Lebensbedingungen, wählen den Umständen entsprechend unterschiedliche Mittel des politischen Kampfes, wie der bewaffnete Kampf oder das Organisieren von Demos in Städten_ jedoch haben wir eines gemeinsam: die Sprache des Widerstands und die Befreiung der Frau weltweit! Unser Widerstand richtet sich gegen die Entfremdung, gegen die alltäglich und international – organisierte Arbeitsteilung, die Frauen der ganzen Welt dazu verdammt, als Hausfrauen, Mütter und als Frauen in der „dritten Welt“ für einen Hungerlohn zu arbeiten. Wir verurteilen die eurozentristische Sichtweise, die Widerstand in anderen Ländern als rückständig erklärt und sich anmaßt, dass diese „Gesellschaften“ nur durch die Einführung westlicher Demokratiemodelle befreit werden können. Militärische Interventionen wie im Irak, Afghanistan, Jugoslawien, Afrika und Lateinamerika zeigen deutlich das Kriege im Namen der Demokratie verlogen sind und zu keiner Befreiung geführt haben. Wenn wir Kapitalpatriarchat und Imperialismus bekämpfen, mit all unserer Wut, Kraft und Verbundenheit zueinander, nach dem Bedürfnis nach einem befreiten Leben, finden wir einen Austausch mit allen kämpfenden Frauen und feministischen Gruppen wichtig, denn wir kämpfen mit den Frauen hier wie dort, gemeinsam gegen Unterdrückung und Ausbeutung! Solange es auf dieser Welt, eine Frau, ein „Volk“ oder Gesellschaft gibt welche/s nicht frei ist, können auch wir nicht frei sein!

. Für eine weltweite Abrüstung und eine revolutionäre Aufrüstung!

. Sabotiert die Kriegsindustrie, imperialistische Kriege unmöglich machen!

. Feministische Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung!

8.MÄRZ – INTERNATIONALER FRAUENKAMPFTAG!

1910, vor hundert Jahren, brachte Clara Zetkin den Antrag für einen internationalen Frauentag auf der Amsterdamer Konferenz der Sozialistischen Internationale ein. In der Geschichte war der 8. März immer ein öffentliches Auftreten von Frauen gegen patriarchale Verhältnisse, für Frauenrechte, gegen Kapitalismus, für soziale Gerechtigkeit und gegen Krieg. Unsere Kämpfe finden alltäglich und organisiert statt, im Alltag, in Beziehungen, in WG’s, bei der Arbeit, in der Ausbildung, beim Arbeits – und Sozialamt, in Institutionen, im Denken, bei Träumen, im Fühlen und Erkennen, beim Sich – organisieren, auf der Straße und gegen den Staat! Demonstrationen sind eine Form unsere Kämpfe zu verbinden und öffentlich zu machen, unsere Stärke gemeinsam zu leben, in Verbundenheit mit den kämpfenden Frauen in der Welt.

FRAUEN KOMMT ALLE ZUR FRAUENMÄDCHENLESBENDEMO

8. März 2010, 17 Uhr

Treffpunkt: Mariahilferstraße/ Ecke Museumsquartier bei Markus – Omofuma Denkmal.



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