Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Sie sind nicht durchgekommen! Naziaufmarsch in Dresden verhindert.

Posted by rkjv - Februar 16, 2010

Am frühen Abend des 13. Februar war es schöne Gewissheit… Der Nazi-Großaufmarsch in Dresden konnte erfolgreich verhindert werden! Dieser Umstand stellt einen großen taktischen Sieg der AntifaschistInnen und aller Beteiligten an dem Bündnis „Dresden nazifrei! – No pasaran!“ dar. Immerhin war die als „Trauermarsch“ bezeichnete Demonstration der Faschisten die bisher letzte Bastion ihrer widerlichen öffentlichen Großveranstaltungen. Alle anderen dieser Art wurden durch starkes antifaschistisches Engagement in den letzten Jahren schon erfolgreich verhindert und aufgerieben. Die Faschisten versammelten sich unter dem Vorwand, dass sie angeblich den zivilen Opfern der Offensive des alliierten Bombenangriffs auf Dresden, welche sich heuer zum 65. male jährte, „gedenken“ wollen. Was sie damit wirklich bezwecken wollten, nämlich eine geschichtsrevisionistische Großdemo für NS-Nostalgie, Faschismus und Völkermord abzuhalten, war dennoch recht offensichtlich, nicht zuletzt aufgrund ihrer geplanten Demoroute – so war es beispielsweise sicherlich kein Zufall, dass sich die Nazis am Dresdener Bahnhof Neustadt als Ausgangspunkt ihrer widerlichen Demo versammelten, einem Bahnhof von dem in der Zeit des deutsch/österreichischen Faschismus Hunderttausende JüdInnen deportiert wurden. Dieser Bahnhof war aber dann auch schon das Einzige, was die Nazidemonstration an diesem von Dresden zu sehen bekommen sollte, denn zwischen 10.000 und 12.000 entschlossene DemonstrantInnen auf Seite jener die den braunen Aufmarsch verhindern wollten, konnten sich behaupten und schafften es durch Blockaden sämtlicher wichtiger Knotenpunkte, dass sich die Faschisten keinen Meter vom Fleck bewegen konnten und stundenlang, bis zur Absage der Versammlung, am Bahnhof ausharren mussten. Neben diesen aktiven Blockaden, gegen welche die Polizei, trotz durchschnittlich -5 Grad, teilweise mit Wasserwerfern vorging, gab es auch noch eine durch, von der „offiziellen Politik“ vorbereitete 2km lange Menschenkette durch Dresden. Diese ist aber gleichzeitig auch beinahe die einzige Protestaktion über welche in den bürgerlichen Medien berichtet wird, was einer plumpen Verdrehung der Tatsachen entspricht. Denn es war nicht die total-pazifistische, moralisch mahnende Menschenkette welche die faschistische Demonstration verhinderte, sondern die Tausenden DemonstrantInnen die trotz Eiseskälte und Polizeiprovokationen bei den Blockaden ausharrten und dadurch den Nazis keinen Meter freigaben!

Freilich gab es stellenweise auch Auseinandersetzungen mit einzelnen Faschistengruppen und/oder Polizeikräften, doch diese hielten sich allgemein in Grenzen. Aktionen der aktiven Gegenwehr waren dabei aber nicht vom Blockade-Bündnis forcierte, sondern erfolgten als Mittel aufgrund der jeweils konkreten Situation (vergleiche dazu verschiedene Erfahrungsberichte auf Indymedia-Deutschland), denn natürlich muss zu anderen Mitteln als friedlichen Sitzblockaden gegriffen werden, wenn zB die Polizei versucht einzelne Blockaden durch den Angriff mit CS-Gas aufzulösen, oder vom Sammelpunkt am Bahnhof abgetrennte Neonazihorden Angriffe auf Linke durchführen. In diesem Sinne war die Gesamtdemonstration der NazigegnerInnen auch ein gutes Zusammenspiel von legalen, friedlichen Demonstrationsformen und gerechtem, auf Gegenwehr aufbauendem Widerstand.

Dass die Nazidemonstration in Dresden verhindert werden konnte, verleiht der Linken zusätzlich große Mobilisierungsenergie und Motivation, das ist soweit mal sicher. Ein weiterer Grund zur Freude ist aber die offensichtliche Mobilisierungsschwäche der Faschisten. Immerhin ist die Demonstration in Dresden ihr letztes wirklich großes europaweites „Event“. Auf faschistischen Internetseiten verschiedener europäischer Länder sowie in ihren Newslettern, Foren und anderen Medien wurde monatelang massiv für den geplanten Aufmarsch mobilisiert (ganz abgesehen mal davon, dass die Mobilisierung wohl auch in ihren nicht-öffentlichen Strukturen auf Hochtouren lief). Das unter diesen Voraussetzungen klägliche Resultat, waren bloß zwischen 3500 und 5000 Demonstranten auf faschistischer Seite. An der Gegendemonstration, den Blockaden, beteiligten sich hingegen, und das sei hier nochmals erwähnt, trotz vorgegangener massiver Repression und Kriminalisierung durch den „Sicherheitsapparat“ der BRD, mehr als doppelt so viele Leute.

 

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