Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Aufruf an die internationale Öffentlichkeit: Solidarität mit der naxalitischen Volksbewegung und der Adivasi Bevölkerung (Ureinwohner) in Indien!

Posted by rkjv - Februar 3, 2010

Internationaler Aktionstag!!!

Kundgebung vor der indischen Botschaft.

5. Februar 2010, um 10 Uhr
Kärntner Ring 2, A-1015 Wien

 

„Mein Mann wurde von der Punjab Polizei brutal ermordet. Mein Schwager wurde verhaftet und anschließend umgebracht. Ich wurde gedemütigt und gefoltert. Mein Sohn, Devinder Pal Singh Bhullar sitzt im Todestrakt. Wie kann man von mir erwarten mein Leben zu leben, soll ich weinend meinen Weg in den Tod gehen oder setzte ich mich für ein humaneres und gerechteres System in Indien ein?“ Upkar Kaur, eine Frau aus Indien.

Diese Worte beschreiben eindeutig die volksfeindliche Repressionspolitik des indischen States und der heutigen Singh Regierung.

Seit geraumer Zeit vergeht nicht ein Tag an dem nicht in den internationalen öffentlichen Medien über die Menschenrechtsituation in Indien berichtet wird. Tagtäglich werden Menschen in bestimmten Regionen in Indien aus Ihren Häusern vertrieben und in so- genannte „Reservatkamps“ gesteckt. Progressive und revolutionäre Aktivistinnen des indischen Volkes werden gefoltert, ermordet oder verhaftet. Circa 5.000 Tausend Menschen von der linken politischen Opposition sind bis heute spurlos verschwunden.

Mit der Militäroperation „Green Hunt“ (Grüne Jagd) führt die indische Regierung in mehreren Regionen eine breite repressive und brutale „Vernichtungsoffensive“ gegen das Volk durch. In den ärmsten Regionen Indiens wird derzeit ein von der dortigen Bevölkerungen stark unterstützter Volksbefreiungskampf unter der Führung der Maoisten bzw. „Naxaliten“ geführt. Der berechtigte Volksaufstand des Volkes mit der Unterstützung der Ureinwohner gegen das Elend gewinnt weltweit mehr und mehr Sympathy.

Der Wahrheit und die Auswirkungen der militärischen Offensive des indischen Staates?

In den Gebieten in denen die Volksbewegung am stärksten ist, sind wertvolle Bodenschätze gefunden worden, welche die indische Regierung und die Oberschicht an multinationale Konzerne versteigern will – und teilweise bereits hat. Zwischen dem Abschluss der Verträge und dem blinkenden Geld stehen nur diese armen, ausgestoßenen Stämme, und die Revolutionären „Naxaliten“ Rebellen, die einen organisierten, erfolgreichen Aufstand gegen diese Zustände führen. Oder wie die indische progressive Autoring und Schrifstellerin Arundhati Roy es erklärt: „die Regierung lässt ihnen [den Ureinwohnern] nichts anderes zuteil werden als Gewalt und Missachtung. Und nun will sie ihnen auch noch das Letzte nehmen, was sie haben: ihr Land.“

Diese Strategie der Repression soll sich auf die nächsten fünf Jahre ausweiten. Aus diesem Grund werden Menschen aus den Dörfern in denen Sie leben entwurzelt, verschleppt und in so genannte „Sicherheitskamps“ gebracht. In unhygienischen und menschenverachtenden Zuständen werden sie dort unter die völlige Kontrolle der indischen Sicherheitskräfte gebracht. Die Maßlosigkeit des Sicherheitswahns in diesen Regionen und der dort stationierten Kräfte des indischen Staates sind absolut inakzeptabel. Über 100.000 Soldaten in 27 Bataillonen der Grenzsicherheitskräfte und der Indo-Tibetischen Grenzpolizei werden nach Chattisgarth, Orissa und Maharastra verlegt, um dort endgültig diese blutige und strategische Offensive durchzuführen.

“Wenn der Linksradikalismus weiterhin in jenen Teilen des Landes, in denen sich reiche Ressourcen natürlicher Mineralien befinden, wächst, wird sich dass auf die Investition in unserem Land negativ auswirken“. (Premierminister Singh, 9 Juni 2009) mit diesen Worten versuchte der Premierminister in 2009 gegen eigenes Volk gerichtete repressive Staatspolitik zu rechtfertigen. Diese Worte und die nachfolgende Vernichtungspolitik sind pro-monopolistisch und dienen in Wirklichkeit nur den Interessen der Imperialisten und herrschenden reaktionären Klassen in Indien.

Indien ist eines der wichtigsten Länder im Südostasiatischen Raum. Indien feiert sich als „größte Demokratie der Welt“. Nicht nur Aufgrund seiner Rohstoffmaterialien und Ressourcen sondern auch geo-strategisch ist Indien ein wichtiger Bestandteil der imperialistischen Politik in Asien. In den letzten zehn Jahren ist Indien mit seiner Expansionspolitik nicht nur im Land selbst sondern auch in anderen Ländern auf der Tagesordnung. Die militärische Präsenz Indiens in Sri Lanka, Kaschmir, den Grenzen zu Nepal etc. weisen daraufhin das dieses Projekt „Greent Hunt“ ein sehr breites Spektrum hat.

Die indische Repressionspolitik gegen Minderheiten ist seit der Gründung bekannt, vor allem mit dem reaktionären, rückständigen Kastensystem werden Menschen wie „Abschaum“ behandelt und in gewissen Regionen sind aus dieser Ungerechtigkeit resultierende Massaker und Hinrichtungen an untersten Mitglieder der Kasten heute noch sehr aktuell. Ein Beispiel: die Regierung in Chattisgarh gab zu das seit dem Beginn von Salwa Judum in 2005 (eine weitere Kampagne um die „kritischen Gebiete“ unter Kontrolle zu halten mit dem unterschied das es sich bei dieser bestimmten Kampagne um eine Repressionspolitik vor allem gegen ethnischen Minderheiten handelte. Seit Salwa Judum wurden mehr als 644 Dörfer in dem Distrikt Dantewada, wo die Hauptbevölkerung der Adivasi Minderheit angehört, total entleert.

Es ist ganz offensichtlich, dass eine solche Politik nur mit Gewalt umgesetzt werden kann, und viele Menschen Aufgrund dessen kaltblütig ermordet werden, weil sie Ihre Behausungen verteidigen. In den Adivasi regionen werden Frauen und Mädchen von Soldaten vergewaltigt und misshandelt. Bei Anschlägen und Gefechten werden sie von der Regierung als Front gegen den Angreifer benutzt.

Die Regierung hat öffentlich zugegeben, alle Menschen aus den Dörfern, die sich weigern in die Salwa Judum Kamps zu kommen oder nicht mit Ihnen kooperieren, und diejenigen die es wagen sich gegen diese Politik zu stellen meistens vertrieben, inhaftiert oder getötet wurden. Es gibt auch Menschen, die von der Regierung als „Naxalitische Rebellen“ bezeichnet werden, weil sie sich im nahegelegenen Waldgebieten aufhalten um dort Schutz zu suchen.

Ein anderes Thema das kontinuierlich in der Presse und Öffentlichkeit Diskutiert wird ist die Lage der politischen Gefangen in Indien. Viele revolutionäre und progressive Anführer der Volksbewegung in Indien sind derzeit im Gefängnis, unter ihnen auch der bekannte revolutionär Kobad Ghandy. Kobad hat sich dem nationalen und sozialen Befreiungskampf schon in seiner Jugendzeit angeschlossen und ist ein militanter Aktivist.

Kobad Ghandy bei einem Gerichtstermin

Kobad wurde am 17.9.2009 in Bhikaji, Cama Place gegen 16:00 Uhr vom indischen Geheimdienst verhaftet. Er wurde für vier Tage unter Arrest gehalten und systematisch gefoltert. Niemand wusste wo er war und wie es Ihm ging. Erst am vierten Tag durfte er seinen Anwalt anrufen und seiner Familie Bescheid sagen. Kobad Ghandy ist nur ein Beispiel, wie politische Aktivisten in Indien behandelt werden. In den Gefängnissen sind die politischen Gefangenen brutaler Gewalt und unmenschlichen Bedingungen ausgesetzt. Gefangenen wird medizinische Behandlung untersagt. Wenn eine Person auf Kaution wiederfreigelassen wird, kann sie jederzeit wieder von der Polizei ohne Grund festgenommen werden. Viele Politische Gefangene werden für Jahre ohne Urteil festgehalten. Hunderte von Ihnen sind sind zum Tode verurteilt und warten auf die Exekution.

 

Zwei Sektoren von Menschen oder Gruppen wurden vom Staat als Hauptziel im „Kampf gegen den Terrorismus“ identifiziert. Das eine sind die Maoisten und die anderen die Naxaliten. Der PM von Indien hat beide Bewegungen im April 2006 als „die einzige große Gefahr für die nationale Sicherheit“ bezeichnet. Dazu kommen noch die islamischen Bewegungen die Aufgrund Ihres Glaubens unterdrückt werden und gegen die Massaker und Hinrichtungen praktiziert werden, diese wurden/werden als „Terroristen“ und ISI Agenten porträtiert. Zum Beispiel wurde die `SIMI` (Islamische Studentenbewegung Indien) verboten, weil sie angeblich eine „terroristische“ Organisation ist.

Die Staatlichen Sicherheitskräfte und Regionalregierungen haben jegliche Autorität Menschen zu verhaften, foltern und zu inhaftieren. Manchmal verschwinden Menschen für Tage, sie sind dann systematischer Folter ausgesetzt in der man intensiv versucht Ihnen ein gefälschtes Geständnis aufzuhängen. Sie werden meist unter unvorstellbaren Foltermethoden gezwungen diese Geständnisse zu unterschreiben. In Regionen wie West Bengal, Orissa, Andra Pradesh, Maharasthra, Bihar und Jharkhand ist es am schlimmsten, jeder der es wagt sich offen gegen die Staatsrepressionen auszusprechen, wird als „potenzieller terrorist” gebrandmarkt.

Es ist an der Zeit gegen diese pro-imperialistische und reaktionäre Politik zu sprechen und eine breitmobilisierte aktive Solidaritätskampagne zu starten. Die Solidarität mit den unterdrückten Völkern und Nationen Weltweit, ist die Aufgabe aller progressiven, revolutionären und demokratischen Kräfte und Individuen. Die internationale Solidarität kann helfen die konkreten Forderungen der der deportierten Menschen, der politischen Gefangenen und deren Familien und aller welche die Volksbewegung in Indien unterstützten, an die internationale Öffentlichkeit zu tragen.

Unsere konkreten Forderungen sind:

1) Stop der Operation „Green Hunt“, sofortige Rückzug des Militärs
2) Schließung aller Kamps und ein Ende der Vertreibungen  gegen die Adivasis und andere Minderheiten!
3) Lückenlose Aufklärung der Fälle von politischen Ermordungen und Folter!
4)Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen!
5) Abschaffung der Todesstrafe!
6) Abschaffung des reaktionären Kastensystems in Indien!
7) Selbstbestimmungsrecht für alle Minderheiten und Indigenen Bevölkerungen!

Wir deklarieren hiermit unsere Solidarität mit der Volksbewegung in Indien und unterstützten den Kampf der politischen Gefangenen. Wir rufen die internationale Öffentlichkeit dazu auf, gegen diese Repressionspolitik des indischen Staates zu protestieren.

Im Rahmen einer internationalen Solidaritätskampagne, die am 5. Februar 2010 beginnt, senden wir diesen Aufruf an alle progressiven, demokratischen und revolutionären Kräfte, die sich mit dem gerechtfertigten Kampf in Indien solidarisieren wollen.

Vergesst nicht; SOLIDARITÄT IST DIE ZÄRTLICHKEIT DER VÖLKER! (Che Guevara)

Hoch die internationale Solidarität!

Wir protestieren gegen die Operation „Green Hunt“ und der Repressionspolitik der indischen Regierung.

Wir solidarisieren uns mit der berechtigten Rebellion der indischen Völker für die Befreiung und Selbstbestimmung.

Kommt bitte zahlreich zu den Protesten und Solidaritätskundgebungen vor den jeweiligen indischen Konsulaten und Botschaften in BRD und anderen europäischen Ländern oder organisiert eigene Aktionen.

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