Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Schafft viele verschwundene Männerbünde. Zerschlagt die Burschenschaften!

Posted by rkjv - Januar 25, 2010

RKJV-Flugblatt für die Demo gegen den WKR-Ball am 29.1. in Wien.

Burschenschaften findet man in vielen Ländern der Welt, kaum wo nehmen sie aber einen solchen politischen Stellenwert ein wie in Mitteleuropa und hier vor allem im deutschsprachigen Raum – dem Entstehungsgebiet dieser überwiegend von Beginn an reaktionären Verbindungen. Hier wiederum ist Österreich ein besonders krasses Beispiel für den Einfluss und die reale Macht der Burschis, was nicht unwesentlich mit dem Phänomen FPÖ zu tun hat. Nicht, dass die FPÖ die einzige Partei wäre in der sich die Mensurfechter nach ihrer aktiven Burschenschafterzeit sammeln würden, bei weitem nicht (Ein prominenter Ex-Bursche ist beispielsweise Wiens Bürgermeister Michael Häupl – seinerzeit Referent für ideologische Fragen bei einem der Männerbünde in Krems) – doch die einzigartige Stellung der FPÖ als mehr oder weniger positiver Bezugspunkt für sämtliche Kräfte aus dem rechtsextremen und faschistischen Milieu (wie man es in vergleichbarer Form sonst nirgends findet) spielt da eine besondere Rolle. Freilich, die FPÖ ist (derzeit noch) keine faschistische Partei, doch bedingten verschiedene Ereignisse und Umstände der letzten Jahre, dass der in ihr existierende faschistische Flügel oftmals deutlich stärker hervortritt, parteiintern an Einfluss gewinnt. Das geschieht jedoch nicht ohne eine engere Vernetzung mit faschistischen Organisationen außerhalb der FPÖ (wie z.B. mit dem „Bund freier Jugend“ – BfJ – der vom OÖ FP-Landesvorsitzenden Lutz Weinzinger offen in Schutz genommen wurde), und hier kommt den verschiedenen Burschenschaften eine überragende Bedeutung bei. Sie repräsentierten das wesentliche Bindeglied zwischen der Partei und den faschistischen Kräften außerhalb derselben. In diesem Zusammenhang sind auch diverse „Ehrenschutz“bekundungen von FPÖlern an Burschenschafterbälle etc. zu sehen. Gleichzeitig liefern FPÖ-Abgeordnete aber in regelmäßigen Abständen Bekenntnisse zum Parlamentarismus und allem sonst zum bürgerlich-demokratischen System gehörenden Plunder.

Soll man sich darüber nun wundern? Nein, denn die FPÖ  widerspricht der Demokratie nicht, sondern ist vielmehr fest in das bürgerlich-demokratische System integriert. Weiters sind Faschismus und bürgerliche Demokratie keine zwei Dinge die sich fundamental widersprechen würden. In Gegenteil! Faschismus und bürgerliche Demokratie sind nichts anderes als zwei Formen kapitalistischer Herrschaft, dienen also den gleichen Klasseninteressen – jenen der Bourgeoisie, der Kapitalisten. Sich im Kampf gegen Faschismus „die Verteidigung der Demokratie“ auf die Fahnen zu schreiben, was man automatisch tut, wenn man nicht sagt, wessen System diese Demokratie ist und wem sie dient, ist nicht nur naiv sondern hilft objektiv auch den Herrschenden – sie können dadurch nämlich um so besser damit fortfahren ihr bürgerlich-demokratisches System als „antifaschistisch“ zu verkaufen und erhalten dabei auch noch Schützenhilfe von linker Seite – und das, obwohl es doch gerade das bürgerliche System ist, dass Faschismus und Burschenschaften überhaupt erst hervorbringt. Deswegen sind auch die diversen „Bekenntnisse zur Demokratie“ die von anderen gesellschaftlichen Kräften als der FPÖ und dem Burschenschafterumfeld kommen, einen Feuchten wert. Immerhin waren es z.B. die geistigen Ahnen der ÖVP (die ihrerseits ja auch sehr eng mit den Burschis verstrickt ist) die den antifaschistischen ArbeiterInnenkampf vom Februar 1934 niederschlagen ließen und es war die Führung der SPÖ, die in eben diesem Aufstand alles daran setzte die Masse der ArbeiterInnen unbewaffnet zu lassen, ja, wo gewisse Teile derselben hernach sogar noch voller Begeisterung (siehe das Beispiel Karl Renner) für „den Anschluss“ Partei ergriffen. Die historischen Resultate dieser Handlungen sind bekannt, zeigen in all ihrer Eindringlichkeit, dass es eben nicht reicht, bloß das eine bürgerliche System gegen das andere zu verteidigen, sondern dass die Perspektive des antifaschistischen Kampfes nur darin liegen kann, den Kapitalismus anzugreifen, radikale Kritik Praxis werden zu lassen und die Zerschlagung des Systems soweit wie möglich zum Leitstern antifaschistischer Tat werden zu lassen.

Dieses zu zerschlagende System ist es, dem die Burschenschafter, ob sie ideologisch nun österreich-nationalistisch oder deutsch-national ausgerichtet sind, nicht nur dienen, sondern dessen Nutznießer sie als spätere politisch-wirtschaftliche Elite sind. Burschenschafter sind zu einem absoluten Großteil die Chefs von morgen, mehr noch: deren reaktionärster Teil. In ihrer männerbündlerischen Tradition stehen sie für die aktive und aggressive Aufrechterhaltung und Entwicklung, nicht nur Reproduktion, reaktionärster bürgerlicher Ideologien und Spaltungstaktiken des Kapitals gegenüber den Massen (Rassismus, Sexismus,…) – selbstverständlich alles radikal antikommunistisch untermauert. Alleine schon dieser Umstand rechtfertigt es, Burschenschafter zu sabotieren und vor allem anzugreifen, doch nicht nur das. Auch ihre Wichtigkeit als Kaderschmiede für die politische Elite des Systems zeigt auch klar und deutlich auf, dass Burschenschaften nicht konsequent bekämpft (geschweige denn zerschlagen) werden können, wenn dieser Kampf nicht auch darauf orientiert, die Hand abzuschlagen, die sie füttert – den Kapitalismus (in all seinen Formen). Unser entschiedenes Auftreten gegen Burschenschaften muss somit immer auch ein entschiedenes Auftreten gegen das kapitalistische System und all seine ProtagonistInnen, ein Eintreten für proletarische Revolution und die klassenlose Gesellschaft, deren Erringung nur durch die Vernichtung aller bestehenden Zustände möglich ist, sein. Vor diesem Hintergrund muss der Widerstand schon heute aufgebaut werden, denn das ewige Lied, dass die einzige Antwort auf Faschismus ist, dass „die Linke (wer immer das sein soll) es schafft, die soziale Frage zu beantworten“, ist zwar bis zu einem gewissen Grad richtig, gleichzeitig rechtfertigt dieser Standpunkt aber auch all zu oft parlamentarische Bestrebungen und die politische Linie des Reformismus. Darüber hinaus lässt es – bewusst oder nicht – die heute zu findende Antwort auf die Frage der Taktik antifaschistischen Kampfes gänzlich unbeantwortet. Dabei sind Demonstrationen sicherlich ein wichtiges Mittel, wer aber meint, dass es richtig sei sich auf legalistisch-pazifistische Mittel zu beschränken, liegt so falsch als ob man sich auf die Verteidigung der bürgerlichen Demokratie beschränken würde. Auch heute müssen schon militante Kampfformen gegen faschistische Banden – wie zB Burschenschaften – geschaffen werden.

Kampf den österreichischen Zuständen!

Für den Kommunismus – weltweit!

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