Kommunistischer Jugendverband (KJV)

Jugendliche ArbeiterInnen aller Länder, vereinigt Euch und kämpft gemeinsam!

Bericht von der Gewerkschaftsdemo zu den KV-Verhandlungen aus Linz.

Posted by rkjv - Januar 21, 2010

Weit über tausend Leute aus ganz Oberösterreich versammelten sich trotz bitterer Kälte im Volksgarten und marschierten dann zum BFI, wo eine Abschlusskundgebung stattfand um gegen die niedrige Bezahlung, die miesen Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu demonstrieren und gegen die frechen, von Chefseite bei den jetzigen Kollektivvertragsverhandlungen eingebrachten Angriffe auf die ArbeiterInnen (Lohnerhöhung von rund 1,17%, was unter Berücksichtigung der Inflation einen Reallohnverlust bedeutet und Erhöhung des Durchrechnungszeitraums bei der Wochenarbeitszeit, sprich Legalisierung einer Wochenarbeitszeit von 60h), auf die Straße zu gehen.

Ganze Betriebsgruppen waren gemeinsam auf der Demo vertreten und auch gemeinsam angereist, jedoch hatte die fröhliche Stimmung auf der Demo ein bisschen den Anstrich eines Betriebsausflugs. Das durch die Gewerkschaftsführung verbreitete politische Niveau der Demo sehr niedrig, genauso inhaltsleer und auf Kompromisse mit den Chefs hinauslaufend waren auch die Reden der verschiedenen GewerkschaftsfunktionärInnen. Dies gipfelte darin, dass ein Redner seine Rede darauf beschränkte, von den TeilnehmerInnen a la Cluburlaubanimation  “soziale Arbeit ist mehr wert“ im Chor rufen zu lassen. Vor dem Abmarsch der Demo plärrte von einem Lautsprecherwagen Diskomusik.  Alles in allem war die Demo aber erfolgreich, nicht zuletzt weil so viele ArbeiterInnen in ihrer Freizeit (jene, die am Demotag hätten arbeiten müssen, haben sich Zeitausgleich nehmen müssen, um an der Demo teilnehmen zu können) auf die Demo gingen, und das auch noch bei Eiseskälte. Zwar war die Stimmung auf der Demo politisch diffus, dennoch war sie aber auch kämpferisch, was gute Ansatzpunkte bot, um unsere revolutionär-kommunistische Perspektive in die Demo einbringen zu können – worauf wir auch einige positive Resonanz erhielten.

Unser Material (Flugblätter, Zeitungen) fand bei den DemoteilnehmerInnen reißenden Absatz, in kurzer Zeit waren all unsere mitgebrachten Materialien verteilt. In manchen Fällen fanden unsere Materialien erfreulichen und enormen Zuspruch, mehrere Male wollten DemoteilnehmerInnen sich noch einige Exemplare unserer Flugis und Zeitungen mitnehmen, um diese bei sich im Betrieb aufzuhängen oder zu verteilen. In unseren Materialien betonten wir in Gegensatz zu allen anderen vertretenen Organisationen (und natürlich auch den Gewerkschaften), dass die heutigen Gewerkschaften des ÖGB keine kämpferischen Kampforganisationen der ArbeiterInnen sind, sondern dass jene in den letzten Jahrzehnten fast alle Angriffe auf ArbeiterInnen, auf deren Lebensstandard und Interessen mitgetragen haben.  Wir propagierten, dass der einzig Weg für eine erfolgreiche Durchsetzung von unseren ArbeiterInneninteressen zu kämpfen darauf hinauslaufe, dass wir das Kämpfen für unsere Interessen nicht den Stellvertreterorganisationen im Betrieb (Betriebsrat; ÖGB-FunktionärInnen) überlassen,  sondern dass wir kämpferische ArbeiterInnen uns an der Basis der Betriebe, innerhalb und außerhalb des ÖGB, zu oppositionellen revolutionären Betriebsgruppen zusammenschließen und dort kompromisslos für unsere Interessen kämpfen müssen. Des Weiteren wiesen wir auf die Notwendigkeit der Abschaffung des Lohnsystems, des Sturzes des Kapitalismus hin, und das erst mit diesem Sturz des Kapitalismus und der Errichtung des Sozialismus ein Ende der Ausbeutung stattfinden kann. Unsere Position unterschied sich dadurch von dem ganzen anderen 1,17-Prozent-Lohnerhöhung-sind-zu-wenig Forderungs- und Losungseinheitsbrei der Gewerkschaften und diversen anderen Organisationen.

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